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Niesky wird bunter

Auf Vorschlag der GWG zieren Nieskyer Motive ein Gebäude. Das ist nicht die erste Graffiti-Aktion vom Kinder- und Familienzentrum.

Das Kinder- und Familienzentrum organisierte ein Graffiti-Camp. Dabei verzierten die Kinder zwei Hauswände am ehemaligen Moryteich, die von der GWG zur Verfügung gestellt wurden.
Das Kinder- und Familienzentrum organisierte ein Graffiti-Camp. Dabei verzierten die Kinder zwei Hauswände am ehemaligen Moryteich, die von der GWG zur Verfügung gestellt wurden. © André Schulze

Die "Brüderkirche" und das Wachsmannhaus zieren den Giebel eines Wirtschaftsgebäudes in Niesky. An zwei Wänden konnten in der vergangenen Woche zehn junge Graffiti-Künstler aus dem Landkreis ihr Talent im Sprühen von Farbe ausprobieren.

Die neun- bis 13-jährigen Mädchen und Jungen sind Teilnehmer gewesen des Sommer-Graffiti-Camps des Kinder- und Familienzentrums Niesky. Nicht nur die handwerklichen Fähigkeiten wurden ihnen von Profi-Sprayer Peter Hannemann beigebracht. Auch die rechtlichen Aspekte der Graffiti-Kultur erörterte der Zittauer mit den Kindern. Dazu gab es eine "Lehrfahrt" in die Stadt Bautzen, wo man sich mit illegalen Schmierereien und künstlerischen Graffitis auseinandersetzte.

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Erst gemalt, dann bunt besprüht

All das Gelernte konnten die Mädchen und Jungen am ehemaligen Moryteich praktisch unter Beweis stellen. Bereits in Vorbereitung auf das Camp war Geschäftsführer Jörg Kalbas von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) auf das Familienzentrum zu gekommen und bot das als Depot genutzte Gebäude als Graffiti-Fläche an. Einzige Bedingung: Es sollen darauf Nieskyer Motive zu sehen sein. Zuvor waren die beiden Wirtschaftsgebäude von der GWG saniert worden.

Unter Anleitung von Graffiti-Profi Peter Hannemann (rechts) fand in den Herbstferien 2020 ein Graffiti-Camp statt, bei dem die Kinder eine Mauer im Garten des Kinder- und Familienzentrums kreativ besprühten.
Unter Anleitung von Graffiti-Profi Peter Hannemann (rechts) fand in den Herbstferien 2020 ein Graffiti-Camp statt, bei dem die Kinder eine Mauer im Garten des Kinder- und Familienzentrums kreativ besprühten. © André Schulze

Möglich wurde das Vorhaben und damit eine erlebnisreiche Ferienwoche durch die Unterstützung nicht nur der Nieskyer GWG, sondern auch des Zittauer Graffiti- und Skateshops "Fame", des Bundesförderprogrammes "Partnerschaft für Demokratie" und dem Verfügungsfonds der Stadt Niesky.

Bereits in den vergangenen Herbstferien sorgten zehn Mädchen und Jungen in einem Graffiti-Camp für die Verschönerung einer Wand am ehemaligen Kulturhaus "Stern" in Abgrenzung zum Garten des Familienzentrums. Bereits hier leitete Peter Hannemann die Kinder an und finanziert wurde das Ganze über den Sächsischen Mitmachfonds.

Dass am Ende etwas Gutes und Buntes herauskommt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Der Görlitzer Trägerverein des Kinder- und Familienzentrums hat bereits weitere Interessenten an der Angel, die ihre Wände mit Graffiti aus Kinderhänden verschönern lassen wollen. So die Deutsche Bahn in Niesky und der Ortsteil See. Das nächste Graffiti-Camp in den Herbstferien dürfte daher zumindest von der künstlerischen Seite her abgesichert sein.

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