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Karnevalisten sagen Auftakt zum 11.11. ab

Fasching nach der 2-G-Regel wollen die Vereine nicht machen. Den Stand der Dinge in den Faschingshochburgen, zeigt eine SZ-Umfrage.

Von Steffen Gerhardt
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Ein Foto von vor zwei Jahren: Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann übergibt den Rathausschlüssel den Nieskyer Narren. Wie vergangenes Jahr muss auch in diesem die Zeremonie ausfallen.
Ein Foto von vor zwei Jahren: Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann übergibt den Rathausschlüssel den Nieskyer Narren. Wie vergangenes Jahr muss auch in diesem die Zeremonie ausfallen. © Archiv/André Schulze

Kein Konfettiregen, keine lautstarken Rufe und Marschmusik wird es heute in vielen Orten geben, wenn die fünfte Jahreszeit um 11.11 Uhr beginnt. Die meisten Karnevalsvereine haben ihren Faschingsauftakt abgesagt, auch die für November geplanten Veranstaltungen. Nur der Görlitzer Karneval- und Tanzsportverein macht da eine Ausnahme.

Die Görlitzer Jecken wollen um 16.16 Uhr im Neiße-Park den Rathausschlüssel in Empfang nehmen. Gleichzeitig wollen die Görlitzer das Motto für die neue Saison bekannt geben. Angelika Lentfoehr vom Verein sagt, dass die symbolische Schlüsselübergabe vor dem Einkaufszentrum stattfindet, also im Freien. Im vergangenen Jahr mussten die Görlitzer, wie andere Karnevalsvereine ebenfalls, ganz darauf verzichten. Die Corona-Lage ließ keine Veranstaltungen zu.

Nun hat die Pandemie das Ausmaß vom Vorjahr wieder erreicht und verunsichert viele Karnevalisten. Die Rengersdorfer haben sich der Situation angepasst und für den 20. November einen "Glühweinfasching" organisiert. Dieser sollte ebenfalls im Freien, im Park in Särichen, stattfinden. Denn die Karnevalisten sind sich einig gewesen: "Dieses Mal lassen wir den Fasching nicht sausen, wir feiern einfach draußen", lautet ihr Motto für diesen Tag.

Ungewiss, welche Corona-Regeln gelten

Aber nun müssen sie ihn doch "sausen" lassen. "Für uns ist es zu ungewiss, wie in einer Woche die pandemische Lage ist", sagt Christian Höhne vom Verein KCR. Damit der ganze Aufwand der Vorbereitung nicht umsonst ist, hat sich der Karnevalsclub Rengersdorf auf diesen Schritt geeinigt. "Natürlich sind wir alle bitter enttäuscht, zumal schon im vergangenen Jahr nichts stattfinden durfte", gibt Christian Höhne die Stimmung im Verein wieder.

Vor dem Nieskyer Rathaus wird am Donnerstag ebenfalls nichts passieren. Der Karnevals Club hat die traditionelle Schlüsselübergabe mit der Oberbürgermeisterin abgesagt. Der Grund ist vor allem die Corona-Lage, aber nicht nur. Eine zeitweilige Sperrung der Muskauer Straße für diese Zeremonie wird den Karnevalisten nicht erlaubt. Durch die Bauarbeiten an der Seer Kreuzung rollt der Umleitungsverkehr durch Niesky, deshalb muss die Straße offen bleiben.

Kein Faschingsauftakt im Bürgerhaus

Dass ist nicht die einzige Absage, die KCN-Präsident Udo Fleischer dieser Tage verkündet hat. Auch den Faschingsauftakt am Sonnabend im Bürgerhaus hat der Verein abgesagt. Bei dieser Veranstaltung wird auch das Motto für die neue Saison bekannt gegeben. Das will der Verein auf seinen Kanälen nachholen. "Wir verzichten notgedrungen auf die erste Veranstaltung, weil wir keinen Fasching nach 2-G machen wollen. Fasching soll für alle sein", sagt Udo Fleischer.

Dass das zweite Jahr ohne Fasching an die Substanz der Vereine geht, klingt immer wieder mit an. "Die Proben können wir noch durchführen, aber wenn denen kein Auftritt folgt, dann kann das einen schon zermürben", sagt der Nieskyer Präsident. Er denkt dabei vor allem an die Funken, die mit Eifer die Tänze einstudieren und sie dann doch nicht präsentieren können.

Funken tanzen vor den Eltern

Die Rietschener Karnevalisten haben aus dieser Not eine Tugend gemacht, wie Präsident Matthias Mönich berichtet. Sie organisierten einen internen Fasching und luden vor einer Woche Eltern und Großeltern der Funken ein. "So konnten die Kinder und Jugendlichen zumindest vor ihren Familien zeigen, was sie drauf haben", so der Präsident. Ansonsten ist die Lage in Rietschen keine andere als in den anderen Karnevalsorten. Da die Rietschener sich mit den Daubitzer immer abwechseln zum Faschingsbeginn, hatte der RKC seinen Auftakt bereits für den 5. und 6. November geplant. Das musste der Verein absagen.

Angesichts der Pandemie hatten sich die Daubitzer Karnevalisten entschlossen, am 13. November einen "Straßenkarneval" zu feiern. Mit einem Lkw als Bühne und mehreren Ständen. "Aber aus der Verantwortung gegenüber unseren Gästen und Vereinsmitgliedern wird dieser Karneval nicht stattfinden", sagt Vereinssprecherin Anna Anders. Das ist bedauerlich, zumal Daubitz in seine 45. Saison geht, aber angesichts der Corona-Lage nicht zu ändern.

In Uhsmannsdorf wird es ebenfalls keinen Fasching geben. Der UKC wird am Sonnabend zu keiner Veranstaltung einladen, so der Verein. Ob es im Februar heißt: "Uhsdorf hinein!" darauf wollen sich die Karnevalisten noch nicht festlegen. "Wir warten ab, wie sich die Lage entwickelt", sagt Jörg Kleint vom UKC.