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Kinder haben ihr Dschungelcamp in Kaltwasser

Mit neuen Attraktionen zum Spielen und Klettern wartet der Kinderspielpark auf. Das bringt mehr Besucher in den kleinen Park. Nur die Gäste aus Dresden fehlen.

Fabian (9) und Felix (6) probieren mit Papa Silvio den neuen Hindernis-Parcours im Kinderspielpark Kaltwasser aus. Die Bautzener machen dieses Jahr Urlaub in der Heimat und erkunden die Erlebnismöglichkeiten.
Fabian (9) und Felix (6) probieren mit Papa Silvio den neuen Hindernis-Parcours im Kinderspielpark Kaltwasser aus. Die Bautzener machen dieses Jahr Urlaub in der Heimat und erkunden die Erlebnismöglichkeiten. © André Schulze

Er ist in seiner Höhle geblieben, der große Gorilla im Kinderspielpark Kaltwasser. Aber das Drumherum hat sich nicht nur für den Affen verändert, auch für seine Besucher. Und die wissen das zu schätzen.

Dort, wo die Kinder einst mit dem Paddelboot ihre Runden drehen konnten, ist jetzt viel Sand aufgeschüttet und eine Dschungellandschaft entstanden. "Ab ins Dschungelcamp" heißt es jetzt für die kleinen Besucher in Kaltwasser. Parkeigentümer Peter Kuhnt sagt, dass es weder Würmer zum Essen noch Spinnen am Körper gibt wie in dem gleichnamigen Fernsehformat, sondern Schnelligkeit und Geschicklichkeit bei den Jüngsten gefragt sind.

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Die erste Dschungelkönigin

Verschiedene Hindernisse und Klettermöglichkeiten sind um Gorillas Höhle gebaut, die im Zweierwettkampf um die schnellste Zeit zu bewältigen sind. Eröffnet wurde das "Dschungelland" Mitte August mit einem Wettbewerb um den Dschungelkönig. Am Ende war es eine Königin, die die kürzeste Zeit brauchte, um alle Hindernisse zu überwinden. Das Mädchen Greta nahm den Titel mit nach Thüringen. Sie machte mit ihren Eltern Urlaub in der Oberlausitz.

Greta ist nicht die einzige, die von "außerhalb" ist. "Die Ferienkinder kommen aus verschiedenen Regionen in Deutschland, eines kam sogar aus der Schweiz, die in unserer Gegend mit ihren Eltern Urlaub machen", erzählt Peter Kuhnt. Dass nach den beiden Corona-Jahren wieder Menschen in den Spielpark kommen, freut dessen Betreiber. Auch wenn er sich auf Besucherzahlen nicht festlegen lässt, verbucht Peter Kuhnt einen Zuwachs in diesen Sommerferien.

Dresdner meiden die Oberlausitz

"Dazu verhelfen uns auch die neuen Attraktionen, die wir geschaffen haben", betont der Parkchef. Dennoch hat sich für den Kaltwasseraner bei den Besuchern etwas geändert: Es sind vorwiegend Familien aus der Umgegend bis Görlitz, Bautzen, Hoyerswerda und Weißwasser und jene, die hier Urlaub machen, die in den Kinderspielpark kommen. "In den Vorjahren hatten wir öfter Gäste auch aus Dresden, aber die sind selten geworden."

Ein Phänomen, das auch Jürgen Bergmann vom größeren Freizeitpark an der Neiße beobachtet. "Die Dresdner trauen sich nicht mehr bis zu uns", sagt der Künstlerische Leiter der Geheimen Welt von Turisede in Zentendorf. Eine Ursache sieht Bergmann darin, dass in und um Dresden zuletzt etliche neue Freizeitmöglichkeiten entstanden sind, die auf kürzerem Weg zu erreichen sind.

Peter Kuhnt weiß aus Gesprächen mit den Besuchern, dass die Corona-Einschränkungen den Fokus seiner Gäste wieder mehr auf die Freizeitmöglichkeiten in ihrer Gegend richtet. So auch auf den Kinderspielpark in Kaltwasser. Zur Bekanntheit trägt auch das Internet bei. Der Spielpark hat eine eigene Seite und ist auch auf Facebook zu finden.

Tierfiguren aus polnischem Zoo

Dank des Internets ist man auch im polnischen Gdansk auf den kleinen Park in Neißeaue aufmerksam geworden, genauer der Tierpark der Hafenstadt. "Wir bekamen das Angebot, Tierfiguren zu erwerben, die der Zoo aussondern will", berichtet Mario Kaulfers als Helfer bei den Umbauten. Also ging es mit Auto und Anhänger quer durch Polen bis nach Gdansk und jetzt stehen und hängen die Plastikfiguren zur Freude der Kinder im Spielpark. Ebenso hat die Agrargenossenschaft Königshain die Kaltwasseraner unterstützt - mit ausrangierten Traktorreifen. Mit Lackfarbe bunt gestrichen sind sie jetzt Bestandteil des Hindernisparcours.

Ob wieder eine Bootsfahrt in dem Spielpark möglich sein wird, darüber denken Peter Kuhnt und Mario Kaulfers noch nach. Denn die Boote sind vorhanden, nur musste der kleine Teich trockengelegt werden. "Über die Jahre ist er an mehreren Stellen undicht geworden und die Baumwurzeln haben großen Schaden gemacht", berichtet Peter Kuhnt. Jetzt dienen die Boote zusammen mit einem Leuchtturm als Dekoration und sorgen für etwas Ostseeflair in Kaltwasser. Aber das muss nicht das Ende sein, denn Ideen haben die beiden Männer noch.

Bis zum 31. Oktober ist der Kinderspielpark Kaltwasser am ehemaligen Kulturhaus täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. An den Wochenenden, in den Ferien sowie an den Feiertagen öffnet der Spielpark bis 18 Uhr.

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