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Sportler wollen ihre geklauten Mähroboter zurück

Der Kodersdorfer Sportverein hatte viel Geld ausgegeben. Doch dann kamen Diebe. Schnelle Aufklärung ist nicht in Sicht, weil die teuren Geräte jetzt in Polen sind.

Mario Thomas muss in den nächsten Wochen wieder auf den Rasentraktor steigen. Die modernen Mähroboter wurden kürzlich gestohlen.
Mario Thomas muss in den nächsten Wochen wieder auf den Rasentraktor steigen. Die modernen Mähroboter wurden kürzlich gestohlen. © André Schulze

Mario Pahl schüttelt auch jetzt noch ungläubig den Kopf. Der Diebstahl von zwei teuren Mährobotern vom Sportplatz des SV Aufbau Kodersdorf in Wiesa war so dreist, dass das Geschehen kaum real erscheint. Doch es ist tatsächlich wahr: Am 14. September, zur besten Kaffeezeit, verschwanden zwei von drei vollautomatischen Rasenmähern, die der Verein erst im Vorjahr gekauft hatte. "Gegen 16 Uhr kamen drei Unbekannte. Sie schnitten den Zaun auf, zwei von ihnen rannten dann quer über den Platz und sammelten die teure Technik ein. Der Dritte stand am Zaun Schmiere", erzählt der Schatzmeister.

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Warum er das so genau weiß? Der Diebstahl geschah quasi unter den Augen der Öffentlichkeit. Aber so schnell, dass niemand reagieren konnte. Allerdings sind die Mähroboter nicht gänzlich aus dem Blick der Kodersdorfer Sportler verschwunden. Denn - vorbildlich mit Sicherheitstechnik ausgestattet - werden die Geräte GPS-überwacht. "So konnten wir genau verfolgen, auf welchem Weg und wohin sie entschwunden sind", erzählt Pahl.

GPS-Ortung verweist auf Standort in Polen

Fest steht, dass die Signale inzwischen 60 bis 70 Kilometer hinter der polnischen Grenze gesendet werden. Auf Google Earth erscheint dort ein verwilderter Hinterhof. "Natürlich wissen wir nicht genau, ob dort nur noch die Sender liegen und die Roboter längst woanders sind", orakelt der Schatzmeister. Selbst dorthin fahren, sich Klarheit verschaffen und das Diebesgut wieder mitbringen will allerdings niemand. "Das ist für uns dann doch zu gefährlich und eigentlich auch Sache der Polizei."

Für die gestaltet sich der Fall als schwierig, weil man ihn nicht selbst lösen kann. Zwar wurden die GPS-Daten an das Gemeinsame Zentrum der Zusammenarbeit für Polizei und Zoll in Swiecko (Schwetig) übermittelt. Darüber hinaus aktiv werden dürfen die Beamten der Polizeidirektion Görlitz aber nicht. Wegen der nationalen Zuständigkeit müssten die polnischen Kollegen hier agieren, erläutert Sprecherin Anja Leuschner. Allerdings stehe man mit den Beamten aus dem Nachbarland in ständigem Kontakt.

Gemeinde hatte Fördergeld zur Verfügung gestellt

Der SV Aufbau hatte sich ganz bewusst im vergangenen Jahr drei Mähroboter angeschafft. Bisher wurde der Platz, auf dem fünf Jugend- sowie jeweils eine Herren- und eine Freizeitmannschaft Fußball spielen, von ehrenamtlichen Platzwarten mit Rasentraktoren gepflegt. Doch weil sowohl Manpower als auch Technik in die Jahre kamen, schaute man sich nach einer geeigneten Lösung um. "Wir bewarben uns um Fördergeld bei der Gemeinde", berichtet Mario Pahl. Und tatsächlich: Aus der Kommunalpauschale, die Kodersdorf vom Freistaat Sachsen bekommt, bekam der Verein eine fünfstellige Summe.

Da waren sie auf dem Rasenplatz des SV Aufbau Kodersdorf noch im Einsatz: die am 14. September geklauten Mähroboter, die laut GPS-Signal inzwischen in Polen gelandet sind.
Da waren sie auf dem Rasenplatz des SV Aufbau Kodersdorf noch im Einsatz: die am 14. September geklauten Mähroboter, die laut GPS-Signal inzwischen in Polen gelandet sind. © Verein

Mit dem Einsatz der Automaten verbesserte sich die Qualität des Rasens. Wurden die Traktoren früher nur einmal wöchentlich auf Tour geschickt, so fuhren die Mähroboter jeden Tag. So entstand ein Grün, Marke "englischer Fußballrasen".

Ludwigsdorf hilft mit einer kleinen Spende

Ganz aufgegeben, dass diese für Halme und Kicker paradiesischen Zustände wiederkehren, hat der Verein die Hoffnung nicht. "Wir haben all unser Wissen über den Verbleib der Geräte an die Polizei weitergegeben. Vielleicht stehen sie ja bald wieder vor unserer Tür", hofft Pahl. Bis es so weit ist, muss eben doch der gute alte Rasentraktor wieder ran.

Aber auch wenn die Aufklärung des Falls durch die Polizei nicht klappen sollte - eine dauerhafte Lösung ist der Rasentraktor nicht. "Wir müssen unbedingt nachrüsten", erklärt der Schatzmeister des Vereins. In diesem Fall müssten erneut 12.000 Euro her. Ob und welche Fördertöpfe dafür angezapft werden können, weiß er momentan aber nicht. Der befreundete SV Ludwigsdorf hat vor Kurzem schon mal ein Zeichen gesendet: Am Rande eines Nachwuchsspiels bekamen die Kodersdorfer einen symbolischen Scheck in Höhe von 100 Euro überreicht. Damit wollte Ludwigsdorf "ein Zeichen der Unterstützung von Engagierten für Engagierte" setzen.

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