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Kodersdorf plant Rekordinvestitionen

Neue Kläranlage, neue Kita, neues Ärztehaus - die Gemeinde bei Görlitz hat sich viel vorgenommen. Dank eines florierenden Gewerbegebietes.

Die Erweiterung der Kläranlage ist mit rund 5,6 Millionen Euro das größte Einzelvorhaben im Kodersdorfer Doppelhaushalt für die Jahre 2021/22.
Die Erweiterung der Kläranlage ist mit rund 5,6 Millionen Euro das größte Einzelvorhaben im Kodersdorfer Doppelhaushalt für die Jahre 2021/22. ©  Archiv/André Schulze

Klotzen statt Kleckern heißt die Devise auch künftig in Kodersdorf. Trotz Corona bedingter Einnahmeverluste ist die Gemeinde so gut aufgestellt, dass sie auch in den nächsten Jahren weiter in ihre Infrastruktur investieren kann.

Bei ihrer jüngsten Sitzung bekamen die Gemeinderäte von Kämmerer Jens Liewald die tragenden Säulen des Doppelhaushalts für die Jahre 2021 und 2022 vorgestellt. Danach sollen in diesem Jahr etwa 39 Prozent des Gesamthaushalts in Investitionen gesteckt werden, im Folgejahr sogar rund 63 Prozent. 2022 rechnet man allein im Hochbau mit Investitionen in Höhe von sieben Millionen Euro. "Der höchste Wert, den wir jemals dafür eingestellt haben", erläutert Liewald, der im Verwaltungsverband Weißer Schöps/Neiße auch für die Haushalte von Horka, Schöpstal und Neißeaue zuständig ist.

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Größtes Einzelvorhaben ist die Erweiterung der Kläranlage, die mit 5,6 Millionen Euro Gesamtkosten veranschlagt wird. Davon muss die Gemeinde 800.000 Euro selbst tragen. Grund dafür sind vor allem die vollbesetzen Gewerbegebiete, deren Betriebe eine erhöhte Klärwerkskapazität verlangen. Laut Bürgermeister René Schöne wird es trotz des immensen Geldeinsatzes "keine großen Auswirkungen auf die Gebührenberechnung" geben.

Neue Kita und Ärztehaus sind weitere Vorhaben

Nummer zwei in der Rangliste der größten Investitionen ist der Kita-Neubau an der Torgaer Straße. Er schlägt mit circa vier Millionen Euro zu Buche. Hier beträgt der Eigenanteil etwa 1,6 Millionen Euro. Der Bau des Ärztehauses in der früheren Villa Schönfelder, dem einstigen Sitz des Verwaltungsverbandes, kostet voraussichtlich 2,6 Millionen Euro. Hierfür muss die Gemeinde nur 200.000 Euro Eigenkapital einsetzen, weil neben günstiger Förderung auch ein bereits gewonnenes Preisgeld aus einem Landeswettbewerb eingesetzt werden kann.

Die Umwandlung der alten Villa Schönfelder in ein Ärztehaus ist eines der Großprojekte, die Kodersdorf in den nächsten Jahren stemmen will.
Die Umwandlung der alten Villa Schönfelder in ein Ärztehaus ist eines der Großprojekte, die Kodersdorf in den nächsten Jahren stemmen will. ©  Archiv/André Schulze

Als Grund für die Kodersdorfer Investitionsoffensive nennt Liewald das Erreichen strategischer Ziele. So müsse man sich um genügend Wohnraum und Arbeitsplätze in der Gemeinde sorgen, ebenso wie um die Verbesserung der Lebens- und Freizeitbedingungen, von Kinderfreundlichkeit und Förderung des Sports. 2021 werde es durch wegfallende Mieterträge und Einnahmeausfälle im Gewerbebereich zwar weniger Zahlungseingänge geben, die Lage sich aller Voraussicht nach aber 2022 wieder stabilisieren.

Kodersdorf zahlt Millionen an den Kreis

Weil Kodersdorf insgesamt so gut aufgestellt ist, profitieren auch andere davon. Denn seit 2020 bekommt die Gemeinde vom Freistaat keine Schlüsselzuweisungen mehr, muss stattdessen Ausgleichszahlungen leisten. Für 2023 rechnet der Kämmerer mit dem bisherigen Höchstbetrag: Rund 3,9 Millionen Euro - im Volksmund "Reichensteuer" genannt - muss Kodersdorf dann abdrücken. Im gleichen Jahr kommen als Zahlungsposten voraussichtlich noch etwa 3,5 Millionen Euro Kreisumlage hinzu. Jens Liewald: "2023 wird die Gemeinde wahrscheinlich schlecht abschließen." Was jedoch relativ zu sehen ist. Denn bis 2025 soll das Ergebnis wieder positiv sein. Nach vorläufigen Berechnungen hat die Gemeinde dann 670.000 Euro liquide Mittel zu erwarten.

Bis zur Juni-Sitzung des Gemeinderates wird das Zahlenwerk nun komplettiert. Dann sollen es die Räte beschließen. Im Juli oder August rechnet man mit der Genehmigung.

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