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Kodersdorf startet ins Glasfaserzeitalter

Horka, Kodersdorf, Neißeaue und Schöpstal sind mit Breitband erschlossen. Auch wenn die Einweihung verschoben wurde, die Anschlüsse werden jetzt freigeschaltet.

Von Steffen Gerhardt
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Die Breitbanderschließung in den vier Kodersdorfer Verbandsgemeinden ist vom Görlitzer Unternehmen Netcommunity abgeschlossen. Nun muss nur noch der Schalter umgelegt werden.
Die Breitbanderschließung in den vier Kodersdorfer Verbandsgemeinden ist vom Görlitzer Unternehmen Netcommunity abgeschlossen. Nun muss nur noch der Schalter umgelegt werden. © André Schulze

Am Donnerstag sollte der Startschuss fallen, zur Inbetriebnahme des neuen Breitbandnetzes in den vier Gemeinden Horka, Kodersdorf, Neißeaue und Schöpstal. Doch die Corona-Pandemie verhinderte die feierliche Inbetriebnahme des Clusters 8 in Kunnersdorf. Das bedeutet aber nicht, dass die Bürger und Firmen auf die Zuschaltung ihres Anschlusses jetzt weiter warten müssen.

"Unabhängig von dem Termin der Inbetriebnahme werden die ersten Anschlüsse freigeschaltet", informiert die Kreisbehörde als Auftraggeber. Zuständig für diesen Ausbau mit Glasfaserkabel ist das Görlitzer Unternehmen Netcommunity. Geschäftsführer Peter Himmstedt bestätigt der SZ, dass das gesamte Cluster diesen Donnerstag per symbolischen Knopfdruck freigeschaltet werden sollte. Denn es ist so weit alles fertig.

Auch ohne offiziellen Knopfdruck hat der Netzbetreiber bereits die ersten Anschlüsse freigeschaltet. Und es geht weiter damit in allen vier Gemeinden. Voraussetzung ist, dass der Bürger, die Firma oder die Einrichtung mit der Netcommunity einen Vertrag abgeschlossen hat. Da das Netz deutschlandweit zugänglich ist, lässt es sich auch nutzen, wenn man zum Beispiel Telekom-Kunde ist. Das muss der Kunde über seinen jeweiligen Dienstleister beantragen. "Wer den Glasfaseranschluss dringend braucht, weil er beispielsweise im Homeoffice arbeitet, wird bevorzugt angeschlossen. Er sollte sich bei uns melden", sagt Peter Himmstedt. Der Geschäftsführer räumt aber ein, dass noch nicht für alle gelegten Anschlüsse die Prüfprotokolle vorliegen. Denn erst nach Prüfung geht der Hausanschluss in Betrieb.

600 "weiße Flecken" beseitigt

Gebaut wurde in einer Rekordzeit. Gut zwei Jahre brauchte es, um über 100 Kilometer Gräben zu ziehen und 270 Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen. Es wurden in dieser Zeit 604 Adresspunkte, die sogenannten „weißen Flecken“ angeschlossen. Hinzu kommen 503 Adresspunkte auf Basis des Vortriebes. Bei letzteren handelt es sich um bereits versorgte Abnehmer entlang der Hauptleitung. Bei diesen wird bis zur Grundstücksgrenze der Anschluss vorbereitet, um eine spätere Erweiterung zur Erschließung zu ermöglichen, ohne den Graben erneut öffnen zu müssen.

Die vom Landkreis angeschobene und mit Fördergeldern von Bund und Land finanzierte Breitbanderschließung ist an Richtlinien gebunden. So finden nicht alle Wünsche Berücksichtigung. Nicht angeschlossen sind Interessenten, die bereits mit mehr als 30 Mbit als versorgt gelten. Je nach Tarif des Netzbetreibers Netcommunity stehen den neu angeschlossenen Haushalten bis zu 1 Gbit pro Sekunde zur Verfügung.

Die Breitbanderschließung des Landkreises, ausgerufen mit dem Ziel, die letzten "weißen Flecken" zu beseitigen, ist auf zehn Cluster aufgeteilt. Sie sind an verschiedene Unternehmen vergeben. Knapp 70 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Laut Landkreis werden dafür rund 800 Kilometer Tiefbau nötig und etwa 4.200 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, um zwischen Bad Muskau und Zittau 6.650 neue Anschlüsse für ein schnelles Internet zu schaffen.