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Kreis Görlitz: Müllfahrer auch zwischen den Jahren auf Tour

Seit Pandemiebeginn wird in privaten Haushalten mehr Abfall produziert. Beim Gewerbe ist das nicht so.

Von Steffen Gerhardt
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Die Flotte der Entsorgungsfahrzeuge ist vom Wertstoffhof in Niesky auch zwischen den Feiertagen unterwegs.
Die Flotte der Entsorgungsfahrzeuge ist vom Wertstoffhof in Niesky auch zwischen den Feiertagen unterwegs. © André Schulze

Die Speisen sind zubereitet, die Geschenke ausgepackt - jede Menge Abfall türmt sich in den entsprechenden Behältern im Haushalt. Und das alle Jahre wieder, wenn es auf das Jahresende zugeht. Darauf haben sich die Entsorgungsbetriebe im Landkreis eingestellt. 13 Fahrzeuge und 30 Mitarbeiter zählt die Niederschlesische Entsorgungsgesellschaft (NEG). Ein Großteil davon ist auch zwischen den Feiertagen auf Tour.

Die Mengen sind bei allen Abfallarten seit Pandemiebeginn leicht gestiegen. Das hat der Regiebetrieb Abfallwirtschaft bereits im vergangenen Jahr festgestellt. Auch dieses Jahr ist das nicht anders. "Tendenziell wird im letzten Quartal eine höhere Menge an Hausmüll zur thermischen Behandlung nach Lauta gebracht, als in den übrigen Monaten im Jahr", erklärt Kreis-Sprecherin Julia Bjar. Beim Bioabfall sind die Abfallmengen auf den Kompostieranlagen in der warmen Jahreszeit am höchsten. Die Mengen an Pappe, Papier und Kartonagen sind ebenfalls leicht gestiegen, dabei gibt es aber keine großen jahreszeitlichen Unterschiede.

Mehr Abfall in Privathaushalten

Der Regiebetrieb führt den "mäßigen Anstieg des Abfallaufkommens" in Privathaushalten zwar nicht ausschließlich, aber unter anderem auf die Corona-Krise zurück. Dem stehen aber reduzierte Mengen an Gewerbeabfällen gegenüber, weil Geschäfte schließen oder den Verkauf einschränken mussten. So sind beim Sperrmüll im vergangenen Jahr 44 Kilogramm pro Einwohner gesammelt worden. 2019 waren es drei Kilogramm weniger. Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor. Ein Grund dafür ist, dass viele Einwohner die Zeit daheim nutzen, um ihr Haus oder ihre Wohnung zu entrümpeln.

Besonders was Verpackungen betrifft, landet vieles als Wertstoff in der Gelben Tonne. In der Sortieranlage in Radibor (bei Bautzen) werden die Inhalte der Gelben Tonne sortiert. Über die Hälfte, also 55 Prozent der Leichtverpackungsabfälle wird recycelt und gelangt in den stofflichen Kreislauf. 40 Prozent bleiben als Kunststoffe zur Energiegewinnung und Sortierreste werden als Ersatzbrennstoff aufbereitet. Die restlichen fünf Prozent zählen als Feingutabsiebung.

Weihnachtsbäume werden zu Bio-Abfall

Zum neuen Jahr steht auch in vielen Haushalten wieder die Frage: wohin mit dem Weihnachtsbaum? Überschreitet dieser nicht zwei Meter Länge, wird er vom 3. bis 31. Januar am Leerungstag des Bioabfallbehälters mit entsorgt. Der Regiebetrieb bittet zu beachten, dass die Bäume ohne Lametta und sonstigen Baumschmuck neben dem zu leerenden Bioabfallbehälter bereitstehen. Die Weihnachtsbäume werden in der Regel mit einem zweiten Fahrzeug abgeholt. Alternativ kann der abgeschmückte Baum auf einen Kompostplatz gegen Gebühr abgeliefert werden.