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EU-Gelder für die Dörfer werden weniger

Die Region "Östliche Oberlausitz" stellt sich auf weniger Gelder über das Leader-Programm ab 2023 ein. Das hat Auswirkungen auf die Antragsteller.

Von Frank-Uwe Michel
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Der Sport-, Heimat- und Kulturverein 1990 hat die Leader-Förderung in Thiemendorf für den Bau eines Pavillons bereits nutzen können. Künftig ändern sich die Förderrichtlinien.
Der Sport-, Heimat- und Kulturverein 1990 hat die Leader-Förderung in Thiemendorf für den Bau eines Pavillons bereits nutzen können. Künftig ändern sich die Förderrichtlinien. © André Schulze

Um voraussichtlich mehr als die Hälfte wird das Budget der Förderkulisse "Östliche Oberlausitz" für den Zeitraum von 2023 bis 2027 gekürzt. Statt der 14,7 Millionen Euro, die der Region von 2014 bis 2020 zugute kamen, sind es dann nur noch 6,5 Millionen Euro. Nur wenig mehr als für die Jahre 2021 und 2022. Da gab es aus diesem Fördertopf immerhin 4,5 Millionen Euro.

Zwar fehlen genaue Angaben noch, doch schon jetzt bereiten sich die Städte und Gemeinden im Nordkreis darauf vor, dass künftig weniger Geld ausgereicht werden kann. Laut Regionalmanagerin Sandra Scheel soll deshalb mehr Wert auf die Qualität künftiger Projekte gelegt werden, auch auf den Umweltschutz. Stärker fördern will man sogenannte nichtinvestive Dinge. Das heißt: weniger kommunale Bauvorhaben. Mehr Ideen, die das öffentliche Leben voranbringen. Projekte von Dorfgemeinschaften, auch Kulturelles. Ebenso interessant seien gemeindeübergreifende Gedanken.

Obergrenze der Förderung wird reduziert

Um die wegbrechenden Mittel aufzufangen, sucht die "Östliche Oberlausitz" nach ergänzenden Fördertöpfen. Sandra Scheel nennt hier das "Regionalbudget", mit dem Kleinprojekte bis 15.000 Euro bekommen können. Gemeindegroßprojekte sollten künftig verstärkt die "Vitalen Dorfkerne" nutzen. Dort geht es ab 20.000 Euro aufwärts. Beide Programme werden vom Freistaat Sachsen mit Geld gespeist.

Wichtig scheint die Kombination von Förderprogrammen vor allem auch wegen der Veränderung der Leader-Obergrenze. Bisher wurden bewilligte Projekte mit bis zu 100.000 Euro unterstützt. Künftig werden es nur noch 80.000 Euro sein. Angesichts der Baustoffpreise dürfte es deshalb vor allem bei Bauvorhaben nicht ohne Ergänzungen zur Leader-Förderung gehen.

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Wann mit den neuen Finanzen zu rechnen ist, steht noch nicht fest. Ende Juni wurde die Entwicklungsstrategie für die Jahre 2023 bis 2027 eingereicht. "Bis Ende 2022 werden wir hoffentlich Auskunft bekommen, nähere Erläuterungen dann erst im nächsten Jahr", vermutet Regionalmanagerin Scheel.