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Hähnichenerin managt Förder-Millionen

Von Niesky aus setzt sich Sandra Scheel jetzt für EU-Geld für die Dörfer ein. Ihre Vergangenheit bei der Zittauer Kulturhauptstadtbewerbung hilft ihr.

Hereinspaziert ins neue Büro im Nieskyer Wachsmannhaus. Von hier aus lenkt die gebürtige Hähnichenerin Sandra Scheel das Leader-Regionalmanagement für die östliche Oberlausitz.
Hereinspaziert ins neue Büro im Nieskyer Wachsmannhaus. Von hier aus lenkt die gebürtige Hähnichenerin Sandra Scheel das Leader-Regionalmanagement für die östliche Oberlausitz. © André Schulze

Der Wechsel beim Leader-Regionalmanagement für die östliche Oberlausitz ist eingeläutet. Bis Mitte des Jahres noch ist das Görlitzer Planungsbüro Richter & Kaup zuständig für die eingehenden Projekte. Danach liegt die Verantwortung bei Sandra Scheel. Schon seit Februar arbeitet sich die in Hähnichen geborene 27-Jährige in ihre neue Aufgabe ein, hat im Nieskyer Wachsmannhaus ein Büro bezogen. Von hier aus will sie künftig die "Strippen" ziehen für noch mehr Aufschwung auf dem Lande.

14 Jahre lang haben die Experten aus der Neißestadt die Region zwischen Ostritz und Bad Muskau zuerst im Auftrag des Landkreises und zuletzt der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) Neißeland vorangebracht. Dass es mit Sandra Scheel nach dem Auslaufen des Vertrages nun einen Neuanfang beim Regionalmanagement gibt, ist der Einigung der 23 beteiligten Kommunen mit der TGG zu verdanken. Noch im Sommer 2020 hatte es kräftig geruckelt im Verhältnis der beiden Seiten. Dann waren die Gemeinden doch komplett der Gebietsgemeinschaft beigetreten. Die hatte das zur Bedingung gemacht, um bis Mitte 2023 zum Start der neuen Förderperiode weiter als Träger der hiesigen Leader-Förderung zu wirken.

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Junge Managerin schon mit viel Erfahrung

Für die studierte Kulturmanagerin, die an der Hochschule Zittau/Görlitz ihren "Kultur und Management"-Bachelor machte und im bayerischen Passau den Master-Abschluss folgen ließ, bedeutet dies nun eine berufliche Neuorientierung. Aber nicht komplett. Denn als Projektmanagerin der Zittauer Kulturhauptstadtbewerbung ist sie in der Region längst keine Unbekannte mehr. Trotzdem musste sie sich unter rund 30 Bewerbern beweisen. "Frau Scheel hat uns durch ihr Auftreten, Fachwissen und die Erfahrung aus ihrer Zittauer Zeit überzeugt", begründet TGG-Geschäftsführerin Maja Daniel-Rublack die Wahl.

Motivation schöpft die neue Regionalmanagerin vor allem aus ihrer Heimatverbundenheit. "Ich stamme von hier und will dazu beitragen, den ländlichen Raum zu stärken. Wir müssen zeigen, dass wir genauso wettbewerbsfähig sind wie die großen Städte in Sachsen." Junge Leute hierzubehalten oder sie in die alte Heimat zurückzuholen, dafür wolle sie sich mit der Arbeit in der "Östlichen Oberlausitz" einsetzen.

Spannend findet Sandra Scheel insbesondere die Vielfalt ihrer neuen Aufgabe. In den vergangenen Tagen hat sie sich bereits beim Großteil der 23 Bürgermeister der Gebietskulisse vorgestellt und dabei "ein sehr positives Feedback" erfahren. "Die Kommunen wollen, dass es bei ihnen vorwärts geht. Dafür sehen sie die Leader-Förderung als herausragende Chance."

Ein Knackpunkt ihrer momentanen Tätigkeit ist die Verlängerung der aktuellen Förderperiode bis ins Jahr 2022 hinein. Immerhin liegen damit weitere rund 4,5 Millionen Euro im Topf, die an künftige Projekte verteilt werden können. Darüber hinaus geht es darum, an der Entwicklungsstrategie für die Zeit ab Mitte 2023 zu schreiben. "Die Schwergewichte dabei müssen sich in den nächsten Monaten noch herauskristallisieren. Natürlich geht es um die Stärkung der ländlichen Entwicklung. Details dazu werden wir sicher noch finden", so Sandra Scheel.

Neuer Trägerverein muss gegründet werden

Ganz wichtig ist auch die Vorbereitung eines neuen Vereins, der in der zweiten Jahreshälfte gegründet und zum Beginn der neuen Förderperiode die Trägerschaft von der TGG Neißeland übernehmen soll. Und der nicht nur für die Leader-Projekte, sondern für viele andere geförderte Vorhaben von Bedeutung sein wird. Denn angedacht ist, dass über diese Trägerschaft zum Beispiel auch Strukturwandelgelder und Mittel aus dem Programm "Vitale Dorfkerne" ausgereicht werden. Ziel ist deshalb, dass die Gemeinden der Gebietskulisse Mitglied werden. Und sich hier auch die sogenannte Leader-Arbeitsgruppe (LAG) aus Kommunen, Privatpersonen, Vereins- und Wirtschaftsvertretern wiederfindet, die eingegangene Projektideen auf ihre Tauglichkeit prüft.

Fest steht inzwischen, dass Sandra Scheel die ganze Arbeit nicht allein schultern muss. Ab Juli stellt ihr die TGG eine zweite Kraft zur Seite. "Ob es noch mehr werden, darüber muss dann der neue Verein befinden. Bisher haben sich Mitarbeiter auf bis zu drei Vollzeitstellen um die Belange der Förderkulisse gekümmert", sagt Maja Daniel-Rublack. Auch der Sitz des Büros sei nicht in Stein gemeißelt. "Das Wachsmannhaus hat sich aus den Vorschlägen der Kommunen herauskristallisiert. Das kann sich ab Mitte 2023 auch wieder ändern."

Finanziert wird das Regionalmanagement übrigens durch die Leader-Förderung, den notwendigen Eigenanteil tragen die beteiligten Kommunen. Die die TGG-Geschäftsführerin natürlich auch nach dem Ausscheiden der Gebietsgemeinschaft als Träger gern weiter als Mitglied bei sich sehen würde. "Wir werden uns künftig stärker auf die Stärkung des Tourismus konzentrieren. Das sollte auch für die Gemeinden von Interesse sein."

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