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Wie ein Nieskyer zum Eishockeystar wird

Maximilian Adam steht mit drei Jahren das erste Mal auf Kufen. 20 Jahre später ist er Deutscher Vizemeister mit den Wolfsburger Grizzlys.

Maximilan Adam (23) stammt aus Niesky und spielte für zwei Saisons beim Verein Grizzlys Wolfsburg. Im Foto drückt der Verteidiger zwei Spieler der Mannheimer Adler an die Bande.
Maximilan Adam (23) stammt aus Niesky und spielte für zwei Saisons beim Verein Grizzlys Wolfsburg. Im Foto drückt der Verteidiger zwei Spieler der Mannheimer Adler an die Bande. © Grizzlys Wolfsburg / City-Press

Maximilian hätte ihn auch gern in die Höhe gestreckt: Den Pott, mit dem der frisch gekürte Deutsche Meister in der Deutschen Eishockeyliga (DEL) das Eis verlässt. Aber die Grizzlys aus Wolfsburg mussten sich vor einer Woche im Finale den Berliner Eisbären geschlagen geben. "Das ist schon hart für mich zu sehen, dass der Pokal in andere Hände kommt", sagt Maximilian Adam. Und das auf doppelte Weise.

Die Berliner Eisbären sind bis Saisonende 2019 der Heimatclub von Maximilian gewesen. Dann wechselte der heute 23-Jährige nach Wolfsburg und ging bei den Crizzlys unter Vertrag. Und nun schnappt sein Ex-Club ihm und der Mannschaft den Pokal weg! "Aber ich freue mich auch für sie, denn wir waren vor drei Jahren nahe dran und sind dann nur Vizemeister geworden", sagt Maximilian zu den Eisbären. Der Pokal ging 2018 nach München.

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Sieben Jahre bei den Eisbären

Bis vor drei Jahren gehörte Maximilian Adam zum Mannschaftskader der Berliner Profimannschaft. Rückblickend sagt der große junge Mann, dass es sieben Jahre geworden sind, in denen die Eisbären seine Eishockeyfamilie war. Mit 14 Jahren ist Maximilian nach Berlin gezogen, um seinem Ziel "Profisportler" näher zu kommen. Seine ersten Kufenerfahrungen hat er im Niesyker Eisstadion gemacht. "Da war ich drei Jahre und mein Vater hat mich mit Schlittschuhen auf die Eisfläche gestellt", erinnert sich Maximilian noch ganz genau.

Er kennt das alte Eisstadion, in dem man immer dem Wetter ausgesetzt war. Vergangenen Sommer hatte er die Zeit, sich das vor fünf Jahren neugebaute Stadion mit einem Dach darüber anzuschauen. "Ich finde das sehr gut, dass die Stadt Geld für ein neues Stadion ausgegeben hat. Mir gefällt es sehr gut und es wertet den Eishockeysport in Niesky auf", sagt der Profi.

Zwanzig Jahre liegen dazwischen, von den Anfängen auf dem Nieskyer Eis bis zum zweimaligen Vizemeister in der DEL. So richtig los ging es für ihn mit dem Eissport in Weißwasser. Dort gehörte Maximilian mit zu den "Bambinis", der jüngsten Spielerklasse im Fuchsbau. In der Spielgemeinschaft Jonsdorf-Weißwasser-Niesky holte sich Maximilian in der Saison 2010/2011 seine ersten Lorbeeren. Zu groß für die Kleinen, lief er 2011/12 in der U-16-Mannschaft des ES Weißwasser auf. Das Jahr darauf gehörte Maximilian bereits zu den Eisbären Juniors und spielte in der Schülerbundesliga.

Maximilan Adam stammt aus Diehsa, hat als Kind seine ersten Schlittschuherfahrungen in Niesky gemacht und ist jetzt zweimaliger Deutscher Vizemeister im Eishockey.
Maximilan Adam stammt aus Diehsa, hat als Kind seine ersten Schlittschuherfahrungen in Niesky gemacht und ist jetzt zweimaliger Deutscher Vizemeister im Eishockey. © Grizzlys Wolfsburg / City-Press

In Berlin das Abitur gemacht

Vor neun Jahren hieß es für ihn Abschied zu nehmen von der Oberlausitz und in die Hauptstadt zu ziehen. Maximilian ist in Diehsa zu Hause. Dort wohnen seine Eltern. Sie haben ihrem einzigen Sohn vieles ermöglicht, damit er zu einem Profi im Eishockey werden kann. In seiner Berliner Zeit besuchten ihn seine Eltern oft zu den Spielen. Die neue, große Herausforderung bei den Eisbären lockte Maximilian viel stärker, als in seiner Heimat zu bleiben. Für ihn sind die sportlichen Aufstiegschancen daheim zu gering gewesen. Mit den Eisbären ist er in einen Proficlub gekommen, der auch finanziell sehr gut ausgestattet ist, sagt Adam rückblickend.

In Berlin hat der gebürtige Görlitzer erstmal zwei Jahre im Internat gelebt. Bevor er für ein Jahr in eine Wohngemeinschaft und schließlich in eine eigene Wohnung wechselte. "Nebenbei" hat Maximilian in Berlin sein Abitur gemacht und sich damit die Möglichkeit geschaffen, nach dem Profisport zu studieren. In welche Richtung, das lässt er sich noch offen. Auf sich allein gestellt, entdeckte Maximilian sein Faible für das Kochen. "Ja, das mache ich gern und meine Gerichte schmecken auch. Aber zu mehr Hobbys fehlt mir leider die Zeit", betont er.

Auf der Suche nach einem neuen Club

Für die Wolfsburger Grizzlys hat Maximilian Adam einen Zweijahresvertrag abgeschlossen. Mit dem Ende dieser Saison ist dieser Vertrag beendet. Eine Verlängerung in Wolfsburg ist nicht in Sicht, so dass sich der Nieskyer einen neuen Proficlub suchen wird. Zum Profisportler gehört halt auch, auf Wanderschaft zu gehen.

Die letzte Saison hat es in sich gehabt, erzählt der junge Sportler. Aufgrund des späteren Starts durch die Pandemie, ging alles komprimierter übers Eis. Zwei, drei Punktspiele in der Woche zählen zum Alltag. Dazu die strengen Hygieneregeln, um das Virus aus der Mannschaft zu halten: Test aller zwei Tage, tägliche Temperaturmessung, überall Maskenpflicht - außer beim Training und im Spiel -, Abstand in der Mannschaftskabine. Das sind die Dinge, mit denen auch Maximilian Adam leben gelernt hat.

Dass die Spiele vor leeren Zuschauerreihen stattfinden, daran haben sich die Spieler inzwischen gewöhnt. Dennoch: "Es feuert einen schon an, wenn die Fans von den Rängen einen lautstark unterstützen. Das fehlt mir", sagt Maximilian, der als Verteidiger auf dem Eis agiert. Aber er hat auch eine andere Erfahrung gemacht: Man kann sich auf dem Spielfeld besser verständigen, wenn die Geräuschkulisse des Publikums fehlt. Das erfolgt übrigens durchweg in Englisch. Bei den unterschiedlichen Nationalitäten in einer Mannschaft funktioniert das auch nicht anders. So wird es für den Nieskyer auch in seinem neuen Verein sein.

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