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Corona sorgt für mehr Abfall im Kreis Görlitz

Die Zahlen der Abfallwirtschaft an der Neiße zeigen deutlich die Folgen der Pandemie. Und es gibt Lob für das Verhalten der Einwohner.

Die Mitarbeiter der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft (NEG) hatten im vergangenen Jahr gut zu tun.
Die Mitarbeiter der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft (NEG) hatten im vergangenen Jahr gut zu tun. © André Schulze

Homeoffice, Kurzarbeit und Urlaub zu Hause haben im vergangenen Jahr das Abfallaufkommen im Landkreis ansteigen lassen. Zwar noch moderat, aber doch deutlich spürbar. Dies bestätigt das Landratsamt.

Die Kollegen auf den Abfuhr-Brummis hatten im Jahresverlauf in allen Abfall-Kategorien gut zu tun. Besonders wirkte sich die durch das Virus veränderte Arbeits- und Lebenswelt auf die schon in normalen Zeiten gut gefüllten Blauen Tonnen aus: Immerhin 1.000 Tonnen Papier und Pappe wurden zwischen Weißwasser, Görlitz und Zittau 2020 mehr gesammelt als im Vorjahr. Insgesamt kamen 13.388 Tonnen zusammen. Die sogenannte einwohnerspezifische Papiermenge sank trotzdem von 39 auf 35 Kilo je Einwohner und Jahr.

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Dies hat allerdings mit der Einbindung des Dualen Systems zu tun. "Firmen, die ihre Waren in Verkaufsverpackungen aus Pappe und Papier abgeben, sind laut geltender Verpackungsordnung verpflichtet, sie zurückzunehmen", erklärt Joachim Sauer, Prokurist der Niederschlesischen Entsorgungsgesellschaft. Weil dies aber kompliziert ist, nutzen sie dafür das im Landkreis etablierte Sammelsystem. Bis Ende 2019 mussten sich die am Dualen System beteiligten Firmen deshalb für 20 Prozent jeder Blauen Tonne verantwortlich fühlen, seit Januar 2020 ist dieser Anteil auf 33,5 Prozent gestiegen. Für die absolute Menge ist das unerheblich, wichtig wird es bei der Verrechnung im Verkauf des Altpapiers.

98 Kilo Bioabfall pro Einwohner im Jahr

Wer öfter zu Hause kocht, dessen Braune Tonne wird verständlicherweise voller als sonst. Das ist auch an den Zahlen des Bioabfalls für 2020 abzulesen. 98 Kilo je Einwohner sammelten die Kollegen der Müllabfuhr ein. Das waren sechs Kilo mehr als noch ein Jahr zuvor. Dafür mussten 37.575 Tonnen entleert werden, in die 172.692 Einwohner ihre Bioabfälle warfen. Das entspricht einem Anschlussgrad von 68 Prozent der Gesamtbevölkerung im Kreis. Und es gibt Lob vonseiten der Abfallwirtschaft: Die Einwohner des Kreises trennen gut ihren Abfall, das spart auch Geld, weil so weniger Restmüll übrig bleibt.

Auch beim Restmüll gab es im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg. 92 Kilo je Einwohner wanderten in die Schwarze Tonne, 2019 waren es noch 89 Kilo. Der landesweite Schnitt in Sachsen lag 2020 bei 121 Kilo je Einwohner und damit ein Kilo unter dem ein Jahr zuvor. Für den gesamten Freistaat wurden 2019 durch das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie 1,7 Millionen Tonnen sogenannte Siedlungsabfälle erfasst. 2020 ging das Aufkommen um 83.000 Tonnen zurück. Der Landkreis führt seine vergleichsweise guten Werte auf das konsequente Trennen von Abfällen in Bio- und Restmülltonne zurück.

Das Entrümpeln der Haushalte in der Coronazeit hat eine Zunahme von drei Kilo Sperrmüll je Einwohner und Jahr auf insgesamt 44 Kilo je Kreisbewohner gebracht. Getrunken wurde zu Hause im vergangenen Jahr aber offenbar nicht übermäßig mehr. Denn die Menge des in die Container geworfenen Glases blieb mit 26 Kilo je Einwohner und Jahr relativ konstant.

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