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Neun Bewerber für Chefposten im Museum

Die Stelle in der Nieskyer Einrichtung war neu ausgeschrieben worden. Die große Resonanz überrascht. Doch das hat Gründe.

Claudia Wieltsch (links) und Eva-Maria Bergmann gibt es - wie hier bei der Enthüllung des Hinweisschildes für die Autobahn - in Zukunft als "Museums-Doppel" nicht mehr. Die eine hat die Einrichtung verlassen, die andere tritt in die zweite Reihe zurück
Claudia Wieltsch (links) und Eva-Maria Bergmann gibt es - wie hier bei der Enthüllung des Hinweisschildes für die Autobahn - in Zukunft als "Museums-Doppel" nicht mehr. Die eine hat die Einrichtung verlassen, die andere tritt in die zweite Reihe zurück © André Schulze

Das Nieskyer Museum mit seinen beiden Standorten Raschkehaus und Wachsmannhaus genießt in der Kulturszene offenbar einen guten Ruf. Immerhin gingen neun Bewerbungen in der Stadtverwaltung ein, die den Chefposten der Einrichtung zum 1. Oktober 2021 ausgeschrieben hatte.

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Oberbürgermeisterin Beate Hoffmann hätte zwar nicht unbedingt mit dieser Anzahl gerechnet. Direkt verwundert ist sie aber nicht. "Unser Museum ist besonders für Fachleute interessant, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und sich hier entwickeln wollen", sieht sie einen Grund für die Bewerberflut. "Manche haben sich bisher von einem Projekt zum nächsten gehangelt. Eine Festanstellung in einem Haus wie unserem ist da sicherlich lukrativ."

Das Raschkehaus soll sich in Zukunft als modernes Museum präsentieren. Dazu muss die Stadt erheblich investieren.
Das Raschkehaus soll sich in Zukunft als modernes Museum präsentieren. Dazu muss die Stadt erheblich investieren. © Archiv/Rolf Ullmann

"Mit Ideen hier regelrecht austoben"

Zudem sieht die Rathauschefin in Niesky besonderes Potenzial, um eigene Visionen zu verwirklichen. "Wir stehen am Anfang des Holzkompetenzzentrums, wollen das Raschkehaus baulich und inhaltlich auf Vordermann bringen." Da könnten sich engagierte Menschen mit ihren Ideen "regelrecht austoben".

Laut Personalamtschefin Jeannette Tunsch stammt der überwiegende Teil der Bewerber aus der Region. Die Ausschreibung sei aber auch darüber hinaus auf Interesse gestoßen. Sogar aus den Altbundesländern habe sich jemand beworben. Dies zeige die Attraktivität der Stelle. Zumal Chefposten in Museen nicht so häufig neu zu besetzen seien.

Neueinstellung bis zum Jahresende

Der 1. Oktober ist zwar inzwischen vorbei. Deshalb laute das Ziel für die Neueinstellung nun "bis zum Jahresende", so Beate Hoffmann. Gespräche mit den Bewerbern habe es schon gegeben. "Es müssen aber noch Formalien geklärt werden", erklärt die Oberbürgermeisterin. Zum Beispiel müsse man den Personalrat in die Entscheidung einbeziehen.

Im Wachsmannhaus ist das künftige Holzkompetenzzentrum angedacht. Hierzu muss die neue Museumsleitung Aufbauarbeit leisten.
Im Wachsmannhaus ist das künftige Holzkompetenzzentrum angedacht. Hierzu muss die neue Museumsleitung Aufbauarbeit leisten. © Archiv/Rolf Ullmann

Bis es also eine neue Chefin oder einen neuen Chef gibt, hat noch Eva-Maria Bergmann das Sagen im Nieskyer Museum. Durch ihre Entscheidung, sich künftig in die zweite Reihe zurückzuziehen, war die Neubesetzung der Stelle erst ins Rollen gekommen. Außerdem hatte Claudia Wieltsch angekündigt, das Wachsmannhaus Ende September zu verlassen und sich beruflich neu orientieren zu wollen. Dies ist inzwischen geschehen.

Baulich und inhaltlich ist viel zu tun

Die künftige Leitung des Museums muss zusammen mit der Stadt als Betreiber der Einrichtung gleich mehrere Baustellen in Angriff nehmen. Sorgen macht vor allem das Raschkehaus. Die etwas angestaubte Präsentation soll erneuert und auf den Stand moderner Museen gebracht werden. Zudem ist auch baulich einiges zu tun. Vor allem die Umstellung von Elektro- auf Fernwärme sowie eine neue Elektroinstallation dürften recht kostspielig werden. Auch eine zweite Fluchttreppe ist bisher nicht vorhanden. Die Stadt rechnet deshalb mit einer sechsstelligen Investitionssumme.

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