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Museum stellt Nieskyer Persönlichkeiten vor

Nach den historischen Stadtgrößen werden nun Männer und Frauen gezeigt, die viele Nieskyer kennen. In einer neuen Ausstellung ab Freitag im Raschkehaus.

Die neue Ausstellung ist den berühmten Söhnen und Töchtern Niesky des 20. Jahrhunderts gewidmet. Ihre Macher sind: Otfried Plagwitz, Uwe Platner, Eva-Maria Bergmann und Hubert Teuchner (von links).
Die neue Ausstellung ist den berühmten Söhnen und Töchtern Niesky des 20. Jahrhunderts gewidmet. Ihre Macher sind: Otfried Plagwitz, Uwe Platner, Eva-Maria Bergmann und Hubert Teuchner (von links). © André Schulze

Zwei Jahre Vorbereitungszeit liegen hinter dem Arbeitskreis Geschichte Niesky und der Museumsleitung im Raschkehaus. Am Freitag werden sie gezeigt: 37 Persönlichkeiten aus dem Niesyker Stadtleben. Zu sehen sind sie im Museum am Zinzendorfplatz.

Für Museumsleiterin Eva-Maria Bergmann ist es wichtig, Leute aus dem Alltag zu zeigen, die in unterschiedlichen Berufen zu Hause waren und für die Stadt Persönlichkeiten sind. Denn von den 37 vorgestellten Männer und Frauen leben noch sechs in der Stadt. Sie sind besonders herzlich zur Ausstellungseröffnung am Freitagnachmittag eingeladen.

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Über ihr Leben zu berichten, ihre Biografie darzustellen, das hat sich der seit zehn Jahren bestehende Arbeitskreis zur Aufgabe gemacht. "Das war nicht leicht für uns", erzählt Mitglied Uwe Platner. Bei manchen gab es keine Angehörigen mehr, wo man hätte nachfragen können, oder es fehlte an Fotos. "Wir ließen uns aber nicht entmutigen und recherchierten weiter und konnten so doch einiges Interessantes über unsere Mitmenschen zusammentragen", ergänzt Hubert Teuchner vom Arbeitskreis. Dass ihre Mühen Lohn in einer gut besuchten Ausstellung finden, das wünschen sich die Mitglieder vom Arbeitskreis. Bereits die erste Ausstellung über die Nieskyer Gründungsväter und berühmte Persönlichkeiten zum Stadtjubiläum 2017 fand eine große Resonanz.

Erinnerungen an Geschäftsinhaber

So finden sich auf einzelnen Schautafeln dargestellt nicht nur Lehrer, Ärzte und Mitglieder der Nieskyer Brüdergemeine, sondern auch eine breite Auswahl an Händlern und Gewerbetreibenden. Viele Nieskyer kennen sie noch persönlich: Manfred Janderski (Elektro- und Radiogeschäft), Horst Bürgel (Fleischermeister), Erich Moroske (Stellmacher), Ernst Scholz (Drogist), Rudolf Koinzer (Waggonbauchef) bis hin zu "Blümel Gustav" (Gartenbaubetrieb Halke), um nur einige zu nennen.

Für Otfried Plagwitz, ebenfalls im Geschichts-Arbeitskreis tätig, hat die Ausstellung etwas Persönliches: Sein Großvater Franz Plagwitz (1891-1987) ist mit vertreten. Seine Karriere ist eng mit der Fabrik Christoph & Unmack verknüpft. Bis in die Führungsetage hat er es geschafft und leitete viele Jahre eine Abteilung. Sein Hauptjob war aber Dolmetscher für das Unternehmen zu sein.

Enkel Otfried Plagwitz zeigt eine der Holzkisten seines Großvaters Franz Plagwitz. Er arbeitete bei Christoph & Unmack und ging damit 1945 auf die Flucht vor den Russen.
Enkel Otfried Plagwitz zeigt eine der Holzkisten seines Großvaters Franz Plagwitz. Er arbeitete bei Christoph & Unmack und ging damit 1945 auf die Flucht vor den Russen. © André Schulze

Holzkiste kehrt nach Niesky zurück

Für die Ausstellung steuert Enkel Otfried eine Holzkiste bei, die massenweise bei C&U hergestellt wurden, um damit fabrikeigene Dokumente, Materialien und Maschinenteile zu Beginn des Jahres 1945 vor der heranrückenden Sowjetarmee in Sicherheit zu bringen. Mit einem sogenannten "Lähmungszug" gingen die Kisten und mit ihnen auch Mitarbeiter und ihre Familien auf Reise in ein Zweigwerk im Harz. Nach dem Krieg kamen die Kisten mit den persönlichen Dingen der Beschäftigten nach Niesky zurück. "Mein Großvater hat zwei davon aufbewahrt. Eine bringe ich in die Ausstellung mit", sagt Otfried Plagwitz.

Ausstellung "Töchter und Söhne von Niesky - Lebenswege aus dem 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart" im Raschkehaus Niesky. Eröffnung am Freitag, 17 Uhr.

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