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Mühle im Heideland soll im Mai für Touristen öffnen

Mit viel Elan und Initiative wird an der Wassermühle in Förstgen gearbeitet, damit sie ein touristisches Kleinod wird. Am Schloss Niederspree soll dieses Jahr die Sanierung beginnen.

Von Steffen Gerhardt
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Anett Hertweck ist als Leiterin der Naturschutzstation in Förstgen immer nah dran an den Entwicklungen. So auch beim Ausbau der Herberge neben der Wassermühle im Ort. Im Foto mit Jens Erler von der Firma Goldfriedrich.
Anett Hertweck ist als Leiterin der Naturschutzstation in Förstgen immer nah dran an den Entwicklungen. So auch beim Ausbau der Herberge neben der Wassermühle im Ort. Im Foto mit Jens Erler von der Firma Goldfriedrich. © André Schulze

Über Weihnachten und den Jahreswechsel herrschte keine Ruhe auf der Baustelle Wassermühle in Förstgen. Es wurde fleißig weitergearbeitet, sowohl von Handwerkern als auch von Beschäftigten der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz und Ehrenamtlichen vom Förderverein. Denn alle Beteiligten haben sich ein gemeinsames Ziel gestellt.

"Im Mai wollen wir die ersten Touristen in der Wassermühle Förstgen begrüßen", sagt Leiterin Annett Hertweck. Am 30. April, ein Sonnabend, soll die Wassermühle im neuen Gewand eingeweiht werden. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun. Annett Hertweck spricht von den Innengewerken, die am Zuge sind. Gegenwärtig sind das die Maler, die die Räume in der Mühle schick machen.

Handwerker geben sich die Klinke in die Hand

Von außen zeigt sich die Wassermühle in Förstgen mit neuen Fenstern, neuem Dach und einem mit Holz verkleideten Wohnhaus. Das wird gegenwärtig zu einer Touristenherberge umgebaut.
Von außen zeigt sich die Wassermühle in Förstgen mit neuen Fenstern, neuem Dach und einem mit Holz verkleideten Wohnhaus. Das wird gegenwärtig zu einer Touristenherberge umgebaut. © André Schulze

Vor ihnen waren die Heizungsmonteure zugange und haben die Fußbodenheizung verlegt. Sind die Maler durch, folgen ihnen die Fußbodenleger und arbeiten die Holzfußböden in den Obergeschossen der Mühle auf. Fehlendes oder verspätet geliefertes Material haben die Bauarbeiten etwas in die Länge gezogen. "Die Knappheit von einigen Baustoffen macht sich auch auf unserer Baustelle bemerkbar, auch dass die Preise gestiegen sind", berichtet die Leiterin der Naturschutzstation. Sie bleibt trotzdem optimistisch, dass alles wie vorgesehen geschaffen wird. Denn durch den hohen Eigenanteil an Bauleistungen liegt vieles in den Händen der Naturschützer selbst.

Es ist nicht nur das Mühlengebäude, das von Grund auf saniert wird. Auch das nebenstehende Wohnhaus der einstigen Müllerfamilie ist in dem Vorhaben mit drin. Die früheren Zimmer werden zu einer Herberge umgebaut. Schlicht und gemütlich sollen hier vor allem Radtouristen und Naturfreunde der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft übernachten können. Fünf Zweibett-Zimmer sind vorgesehen, eines davon barrierefrei.

Das Projekt Wassermühle besteht aus drei Säulen: die Herberge im Wohnhaus sowie ein Café und ein Mühlenmuseum in der Mühle. Finanziert werden die drei Einzelvorhaben anteilig über das Leader-Programm. Rund 100.000 Euro stehen aus dem Fördertopf zur Verfügung. Alles zusammen wird aber das Dreifache kosten. Betreiber von Mühle und Herberge soll der Förderverein werden.

Schloss Niederspree wartet auf Baubeginn

Projektantin Kati Wuttke (links) und Annett Hertweck als Leiterin der Naturschutzstation hatten vor zwei Jahren schon einen Plan für den Umbau des Schlosses Niederspree bei Quolsdorf. In diesem Jahr soll der Plan Wirklichkeit werden.
Projektantin Kati Wuttke (links) und Annett Hertweck als Leiterin der Naturschutzstation hatten vor zwei Jahren schon einen Plan für den Umbau des Schlosses Niederspree bei Quolsdorf. In diesem Jahr soll der Plan Wirklichkeit werden. ©  Archiv/André Schulze

Ist die Förstgener Mühle wieder in Betrieb, soll es für die Naturschutzstation auf ihrer zweiten großen Baustelle losgehen: dem Schloss Niederspree. Seit gut zwei Jahren sind die Naturschützer dran, das Schloss wieder zu einem Zentrum für Naturschutz zu machen. Es soll ein Ort für Lehrgänge, Schulungen, Projektarbeiten, Veranstaltungen und Naturbeobachtungen im umliegenden Schutzgebiet Niederspree werden. Noch sind aber einige Formalitäten bis hin zur Förderung zu klären, sagt Annett Hertweck. Sie baut darauf, dass das bis zum Frühsommer erledigt ist und ab dann das Schloss zu einem modernen Schulungszentrum einschließlich Übernachtung umgebaut werden kann. Finanziert werden soll die Sanierung mit Geldern aus dem Kohleausstieg. 2,5 Millionen Euro sind beantragt.

Dass an dem über 100 Jahre alten Gebäude dringend etwas gemacht werden muss, verdeutlichte der jüngste Dachschaden mit Wasser im Haus, der inzwischen behoben ist. Auch wenn das Schloss selbst aus seinem jahrelangen Dornröschenschlaf erst noch geweckt werden muss, Aktivitäten in dem Schlossgelände gab es in den vergangenen Monaten. So konnten dank Bundesförderung einige Projekte zur Umweltbildung für Kinder und Jugendliche umgesetzt werden. Bis hin zu einer Gruselnacht zu Halloween.

Junge Forscher sind bereits aktiv

Zudem hat sich die "Kleine Forschergruppe Niederspree" im Schloss gegründet, bestehend aus Kindern von sechs bis zwölf Jahren. Die Jüngsten treffen sich Montagnachmittag ab 15.30 Uhr und die Älteren ab neun Jahre am Freitag zur selben Zeit. Rund zehn Mädchen und Jungen gehören bisher den beiden Gruppen an. Interessierte können sich über die Naturschutzstation Förstgen anmelden. Sowohl für Niederspree als auch für die Forschergruppe am Verwaltungssitz. Diese trifft sich Dienstagnachmittag.

Die Umweltbildung ist zudem Bestandteil des Förderantrages zur Schlosssanierung. Aber auch Hochschulen und Universitäten wollen das Teichgebiet für die Projekte der Studenten nutzen. "Anfragen haben wir seit einiger Zeit, aber es sind auch schon Projekte durchgeführt worden", erläutert Annett Hertweck. Deshalb ist es aus ihrer Sicht notwendig, dass das denkmalgeschützte Schloss mit seinen Räumen, einschließlich Küche, den Gästen bald wieder zur Verfügung steht. Zu DDR-Zeiten militärisch und von der Stasi genutzt, diente das Schloss ab 1990 schon einmal als Naturschutzzentrum. Danach wurde es bis 2018 zur Herberge. Seitdem stand das Gebäude leer und war ungenutzt - bis der Förderverein es 2020 kaufte.