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Drei neue Ärzte in Rothenburg

Die Psychiatrie und Neurologie sind im Ärzte-Zentrum des Martinshofes wieder besetzt - und ein junger Mann lässt sich zum Hausarzt weiterbilden.

Anke Baumann ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und seit Jahresbeginn im MVZ Martinshof tätig.
Anke Baumann ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und seit Jahresbeginn im MVZ Martinshof tätig. © Martin Schneider

Zuwachs für das Medizinische Versorgungszentrum Martinshof (MVZ): Zwei neue Ärztinnen und ein Arzt verstärken das medizinische Personal in der Mühlgasse. Damit ist die Psychiatrie wieder voll besetzt, erklärt Geschäftsführerin Anke Drese und ergänzt: Die Neurologie wird ab April mit einer halben Stelle wieder besetzt werden und in der Allgemeinmedizin hat ein junger Mediziner seine zweijährige Weiterbildung begonnen. Die SZ stellt die drei Neuzugänge vor.

Eine neue Herausforderung gesucht

Anke Baumann fühlt sich bereits in Rothenburg heimisch. Seit Jahresbeginn praktiziert sie als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie im MVZ. Sie hat die Stelle von ihrem Vorgänger Ralph Danner übernommen. "Ich habe nach einer neuen Herausforderung gesucht, nachdem ich im vergangenen Jahr meinen Facharzt für Psychiatrie erfolgreich abgeschlossen habe", erzählt die 41-Jährige. Bei der Suche ist sie auf das Rothenburger MVZ gestoßen und las, dass ein Facharzt ihres Schlages gesucht wird. Ihre Bewerbung hatte Erfolg und die Stelle bekam sie. Noch bis Ende März sitzt Anke Baumann nur auf einer halben Stelle, aber ab April steht ihr eine ganze Stelle in Rothenburg zur Verfügung.

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Anke Baumann stammt aus Zwickau, hat dort ihr Abitur gemacht. Danach ging es für sie nach Leipzig zum Medizinstudium. Kinderärztin zu werden, das stand bei ihrer Berufswahl ganz oben. Aber dann verlagerte sich das Interesse zunehmend auf die Psychiatrie, da sie in solchen Einrichtungen tätig wurde. Zunächst in Wittenberg und Dessau sowie für zwei Jahre in Weißwasser an der Tagesklinik für Kinder und Jugendliche. Diese Klinik gehört zum Sächsischen Krankenhaus Großschweidnitz. Von dort wechselte Anke Baumann nach Rothenburg. Mit ihrem Lebenspartner wohnt sie weiterhin in Weißwasser.

Verändert hat sich für sie, so Anke Baumann, dass sie nun eigenständig tätig ist. In den Kliniken war sie meist im Team unterwegs, dort hat man sich gemeinsam um die Patienten gekümmert. Aber auf sich allein gestellt, fühlt sich die Weißwasseranerin im MVZ nicht. "Ich habe hier gute Kolleginnen und Kollegen im Haus - und bald auch eine Verstärkung", sagt sie. Damit meint sie Renate Pissang.

Neurologin wechselt nach Rothenburg

Diplommedizinerin Renate Pissang gibt ihre Praxis in Görlitz-Rauschwalde zum Monatsende auf und wechselt als Neurologin ins MVZ Rothenburg.
Diplommedizinerin Renate Pissang gibt ihre Praxis in Görlitz-Rauschwalde zum Monatsende auf und wechselt als Neurologin ins MVZ Rothenburg. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Renate Pissang ist Neurologin, also Fachärztin für Krankheiten des Nervensystems. Ende des Monats gibt sie ihre Praxis in Görlitz-Rauschwalde auf und beginnt zum 1. April als angestellte Ärztin in Rothenburg. Für sie ein historischer Tag: Am 1. April vor 30 Jahren gründete sie ihre erste Praxis auf der Elisabethstraße in Görlitz. Rauschwalde ist für sie der dritte Standort in der Neißestadt. Dort praktiziert sie 14 Jahre lang. Der Martinshof bedeutet für die 67-Jährige nichts Unbekanntes. "Als Familie haben wir seit Jahrzehnten gute Kontakte zur Schwestern- und Brüderschaft und als Neurologin sind mir die Bewohner des Martinshofes bekannt", erzählt sie. Ihre Praxis in Görlitz bleibt aber nicht leer, eine Nachfolgerin wird kommen - als Fachärztin für Psychiatrie.

Die Görlitzerin ist Ärztin von der Pike auf. Nach dem Abitur ließ sie sich zur Krankenschwester ausbilden. Danach folgte ein Studium der Medizin in Jena. 1988 machte sie ihren Facharzt. Damals sind Neurologie und Psychiatrie noch eine Disziplin gewesen. Heute werden beide Fachrichtungen einzeln ausgebildet. Seit 1991 praktiziert Renate Pissang als niedergelassene Ärztin. Sie hat drei, inzwischen erwachsene Kinder und freut sich auf Rothenburg. Dort wird sie an zwei Tagen in der Woche ihre Praxis führen. Ein Tag bleibt den Heim- und Hausbesuchen vorbehalten.

Ein Hausarzt für die Region

Falko Hoppenz ist für zwei Jahre Weiterbildungsassistent von Dr. Dietrich Hartmann im Medizinischen Versorgungszentrum Martinshof tätig. Danach will er als Hausarzt in der Region bleiben.
Falko Hoppenz ist für zwei Jahre Weiterbildungsassistent von Dr. Dietrich Hartmann im Medizinischen Versorgungszentrum Martinshof tätig. Danach will er als Hausarzt in der Region bleiben. © Martin Schneider

Der dritte Neue ist ein Mann: Falko Hoppenz. Er ist noch auf dem Weg zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Seine Weiterbildung absolviert der 34-Jährige in der Praxis von Dr. Dietrich Hartmann. Er und Dr. Hartmann kennen sich schon seit vielen Jahren. Angefangen hat Falko Hoppenz als Rettungssanitäter. Zu dieser Zeit ist Dietrich Hartmann oft als Notarzt mitgefahren und Falko hat in der Ausbildungszeit seine Praktikas bei Hartmann absolviert. Auf dieser beruflichen Ebene, zuletzt als Sanitäter bei der Bundeswehr, wollte Falko Hoppenz nicht stehen bleiben. Er entschloss sich, ein richtiger Mediziner zu werden - und bewarb sich erfolgreich zum Medizinstudium in Halle. "Mein Wunsch war schon damals, Hausarzt zu werden. Eine spezielle Fachrichtung wollte ich nicht einschlagen", berichtet der junge Mann.

Jetzt steckt er in der Weiterbildung, die sich über fünf Jahre erstreckt. Drei davon hat Falko Hoppenz bereits in einer Klinik hinter sich gebracht. Seit Februar ist er nun bei Dr. Hartmann in seinen Praxen in Niesky und Rothenburg. Zwei Jahre Zeit bleiben ihm, um sich Praxis-Wissen anzueignen, bevor er 2023 vor der Prüfungskommission bestehen will. Falko Hoppenz ist in Förstgen aufgewachsen und wohnt jetzt in Steinölsa. Dr. Hartmann freut sich, in Falko Hoppenz nicht nur einen langjährigen Freund zu haben, sondern auch einen Mediziner, der seiner Region treu bleiben möchte. "Falko ist mein dritter Arzt in einer Weiterbildung. Die ersten beiden konnte ich nicht in der Region halten, aber bei Falko bin ich mir sicher, dass er bleiben wird", erzählt der Nieskyer. Dabei denkt der Kinderarzt und Palliativmediziner auch an die Zukunft seiner Praxis.

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