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Corona: Diakonie-Sozialstation schließt Kurzzeitpflege

Die Pandemie hat Mitarbeiter und Patienten erwischt. Viele davon befinden sich in Quarantäne. Wann wieder geöffnet werden kann, steht noch nicht fest.

Von Frank-Uwe Michel
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Eine normale Betreuung wie auf diesem Archivbild gibt es derzeit in der Kurzzeitpflege der Diakonie Sozialstation in der Bahnhofstraße nicht. Wegen Corona wurde die Nieskyer Einrichtung jetzt vorübergehend geschlossen.
Eine normale Betreuung wie auf diesem Archivbild gibt es derzeit in der Kurzzeitpflege der Diakonie Sozialstation in der Bahnhofstraße nicht. Wegen Corona wurde die Nieskyer Einrichtung jetzt vorübergehend geschlossen. ©  Archiv/André Schulze

Gerüchte haben meist einen wahren Hintergrund. So auch jenes, das seit ein paar Tagen um die Nieskyer Diakonie-Sozialstation in der Bahnhofstraße kursiert. Patienten aus der Kurzzeitpflege würden in andere Einrichtungen verlegt, hieß es. Eine Folge von Corona?

Dietmar Westphal bestätigt die Situation. Seit Wochenbeginn habe es in dem Objekt gehäuft positive Corona-Tests gegeben, erklärt der Vorstandsvorsitzende. "Mitarbeiter und Patienten sind gleichermaßen davon betroffen, sodass wir schnell reagieren mussten." Dabei galt es vor allem zwei Punkte zu beachten: "Die Sicherheit war - was die Gesundheit anbelangt - nicht mehr gegeben. Und auch die Versorgung konnten wir nicht mehr in dem erforderlichen Maße aufrechterhalten." Deshalb sei man schweren Herzens zu dem Schluss gekommen, die Kurzzeitpflege vorübergehend zu schließen.

Betreuung in anderen Pflegeeinrichtungen

Wie viele Mitarbeiter und Patienten von der Pandemie betroffen sind, teilt die Diakonie-Sozialstation nicht mit. Normalerweise stehen in der Kurzzeitpflege 16 Betreuungsplätze zur Verfügung, die - so Dietmar Westphal - "aber selten komplett ausgelastet sind". Fest steht: Am Donnerstagmorgen wurde der letzte gesunde Patient verlegt. Einige werden künftig von den Beschäftigten des ambulanten Pflegedienstes der Diakonie betreut. Andere sind zeitweise in anderen Kurzzeitpflegeeinrichtungen, zum Beispiel in See und Rothenburg, untergekommen. "Für die schnelle Hilfe sind wir den betreffenden Unternehmen sehr dankbar", bekräftigt der Vorstandsvorsitzende.

Wie lange die Einrichtung in der Nieskyer Bahnhofstraße geschlossen bleiben muss, ist aktuell noch nicht seriös absehbar. Immerhin müssen die betroffenen Mitarbeiter zuerst ihre Quarantäne absolvieren, um dann hoffentlich genesen wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können. "Wir müssen einfach abwarten, wie sich der Krankheitsverlauf entwickelt. Natürlich brauchen wir genügend gesunde Pflegekräfte. Ohne die ist die Betreuung in der Kurzzeitpflege nicht zu leisten", so Dietmar Westphal.

Auch ambulanter Pflegedienst betroffen

Betroffen von Covid-19 sind auch einige Beschäftigte des ambulanten Pflegedienstes. "Das Geschäft in diesem Bereich läuft aber selbstverständlich weiter", erklärt der Vorstandsvorsitzende der Diakonie-Sozialstation. Die Ausfälle würden von den verbliebenen Mitarbeitern "mit großem Einsatz" kompensiert. Insgesamt umfasst die Belegschaft rund 100 Angestellte. Träger der Diakonie-Sozialstation ist der zugehörige Verein, der sich im November 1990 aus Vertretern aller Kirchengemeinden des damaligen Kirchenkreises Niesky und interessierten Einzelpersonen gründete.