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Wenn die Sandstraße zur Wasserstraße wird

Bei Regen haben Anwohner im Nieskyer Ortsteil See ihre Not, trockenen Fußes in ihr Haus zu kommen. Die Zufahrtsstraße steht dann unter Wasser.

Eine große und tiefe Pfütze füllt bei Starkregen die ganze Straßenbreite aus. Sie befindet sich genau vor dem Grundstück von Thilo Geister auf der Sandstraße.
Eine große und tiefe Pfütze füllt bei Starkregen die ganze Straßenbreite aus. Sie befindet sich genau vor dem Grundstück von Thilo Geister auf der Sandstraße. © André Schulze

Thilo Geister wohnt seit sechs Jahren auf der Sandstraße. Ziehen kräftige Regenschauer wie zu Pfingsten über den Niesyker Ortsteil See, dann dauert es nicht lange, und die Sandstraße wird eine Wasserstraße.

"Mittlerweile nimmt die Pfütze vor unserem Grundstück die gesamte Straßenbreite ein", schildert der Anwohner den Zustand. Deswegen spricht der Seer lieben von einem Teich aufgrund der Größe. Und dieser Teich sorgt für Verärgerung auch bei seinem Nachbarn. Denn das überschüssige Wasser sucht sich den Weg in dessen Grundstück.

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Um der Pfütze auszuweichen, laufen die Anlieger inzwischen auf dem grünen Randstreifen entlang und auch die Autofahrer hoffen, wenigstens mit einer Fahrzeugseite das Hindernis trocken hinter sich zu lassen. Derweil fürchtet Thilo Geister um seinen Zaun, wenn die Autos so dicht dran vorbeifahren. Und nicht nur das: "Manche Kraftfahrer nehmen den Teich mit Schwung, und ich habe die Dreckspritzer am Haus und kann sie wieder entfernen", beschwert sich der 37-Jährige. Nicht anders sehen das die Nachbarn, auch sie sind seit Jahren mit dem Problem konfrontiert.

Straße ist ein Dauerbrenner ohne Ende

Aus diesem Grund führte die jüngste Ortsbegehung von Ortschaftsrat und Stadtverwaltung auch auf die Sandstraße. Werner Müller als Vorsitzender des Ortschaftsrates in See erinnerte daran, dass die bei Regen überschwemmte Straße inzwischen ein Dauerbrenner im Rathaus ist, aber sich bis heute nichts am Zustand gebessert hat. Im Gegenteil, durch das Aufschütten und Verdichten von Sand wird die Straße immer höher und das Wasser läuft in die Grundstücke zum Ärger der Anwohner. Das macht sich besonders in diesem Jahr bemerkbar, wo es öfter regnet als die Jahre zuvor.

Aus Sicht der städtischen Tiefbauverwaltung hilft nur ein grundhafter Ausbau der Straße mit einer Regenentwässerung, das Problem für immer zu lösen. Aber der Zug scheint dafür abgefahren zu sein. Vor rund 20 Jahren hatte die Stadt ein ausschreibungsreifes Projekt in der Schublade zum Straßenausbau. Mit finanzieller Beteiligung der Anwohner in Form eines Straßenausbaubeitrages wäre das umsetzbar gewesen. Aber die Mehrheit der Anwohner, vor allem die Alteingesessenen, lehnten das ab, berichtet Sachgebietsleiter Enrico Bachmann die Vorgeschichte. Somit blieb es beim unbefestigten Zustand bis heute und einer ständigen Flickschusterei durch den städtischen Bauhof. "Für beide Seiten eine unbefriedigende Lösung", schätzt Bachmann ein. Und heute? Zum einen fehlt der Stadt das Geld zum Straßenbau, zum anderen gibt es keine Straßenausbaubeitragssatzung mehr, um die Bürger an den Kosten zu beteiligen.

Sickeranlage nimmt Wasser auf

Auch wenn das Problem auf einfache Art nicht ganz zu lösen ist, die Stadt will es ansatzweise versuchen. Zumindest, dass die große Pfütze kein Hindernis mehr ist. Die Lösung ist eine Sickeranlage, die in den Boden kommt. Damit kann das Oberflächenwasser abfließen. Wie das konkret erfolgen soll, darüber will sich die Tiefbauverwaltung in den nächsten Wochen einen Kopf machen. Auf alle Fälle soll die "kleine Lösung" dieses Jahr für die Anlieger noch wirksam werden.

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