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Herausforderin gewinnt OB-Wahl in Niesky

Die Wähler haben entschieden: Kathrin Uhlemann ist Oberbürgermeisterin. Amtsinhaberin Beate Hoffmann hat sich nur gering verbessert.

Von Steffen Gerhardt
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Kathrin Uhlemann konnte im zweiten Wahlgang ihren Vorsprung zur Amtsinhaberin Beate Hoffmann ausbauen und zieht in das Nieskyer Rathaus ein.
Kathrin Uhlemann konnte im zweiten Wahlgang ihren Vorsprung zur Amtsinhaberin Beate Hoffmann ausbauen und zieht in das Nieskyer Rathaus ein. © André Schulze

Die Stadt Niesky hat eine neue Oberbürgermeisterin. Sie heißt Kathrin Uhlemann (parteilos). Mit einem vorläufigen Stimmenanteil von 55,8 Prozent entschied sie den zweiten Wahlgang klar für sich. Für Beate Hoffmann (parteilos) stimmten am Sonntag 44,2 Prozent der Wähler.

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass Frau Uhlemann 2.287 Stimmen bekommen hat, Frau Hoffmann 1.814. Insgesamt 4.131 Wähler gaben ihren Wahlschein ab, wobei 30 davon vom Wahlausschuss als ungültig gewertet wurden. Nur jeder zweite Wahlberechtigte nahm damit sein Stimmrecht wahr. Mit einer Wahlbeteiligung von 52,4 Prozent erreichte der zweite Wahlgang fast das Niveau des ersten mit 52,7 Prozent. Befürchtungen wurden aber nicht bestätigt, dass es zum 1. Advent eine weitaus geringe Wahlbeteiligung geben wird. Die Nieskyer, die am 7. November ihre Kreuz gemacht haben, taten das allem Anschein nach auch drei Wochen später wieder.

Ein Rennen Kopf an Kopf

Dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben wird, zeichnete sich bereits beim ersten Wahlgang am 7. November ab. Zwar erreichte keiner der drei Bewerber die absolute Mehrheit von mindestens der Hälfte der Stimmen. Aber Herausforderin Kathrin Uhlemann (44) kam mit einem Ergebnis von 45,3 Prozent dieser Hürde ziemlich nahe. Dicht auf ihren Fersen Amtsinhaberin Beate Hoffmann (54) mit 42 Prozent. In Stimmen ausgedrückt trennten beide Frauen nur 139 Wähler.

Jetzt sind es 473 Stimmen, die Frau Uhlemann mehr für sich verbuchen konnte. Die Vermutung liegt nahe, dass die Wählerschaft, die vor drei Wochen AfD-Kandidat Jens Hoffmann aus Tetta ihre Stimme gaben, nun bei der Herausforderin ihr Kreuz setzten. Jens Hoffmann landete mit nur 528 Stimmen abgeschlagen bei 12,7 Prozent. Er verzichtete auch aus persönlichen Gründen auf einen zweiten Wahlgang und überließ das Feld Beate Hoffmann und Kathrin Uhlemann.

Mit dem Rückzieher des AfD-Bewerbers kam aber die Wahlempfehlung seiner Partei, die Amtsinhaberin zu unterstützen. Das scheint am Sonntag nicht aufgegangen zu sein. Beate Hoffmann konnte ihren Stimmenanteil gegenüber dem ersten Wahlgang nur um 2,2 Prozent steigern. Zudem hat sie die Wahlsympathie der AfD zurückgewiesen. Sie wolle parteiunabhängig bleiben, sagte sie der SZ. Sie verzichtete in dieses Mal auf das Mandat der CDU, mit dem sie sich vor sieben Jahren der Wahl zum Oberbürgermeister stellte. Damals waren es vier Bewerber. Beate Hoffmann schaffte mit 57,8 Prozent den Durchmarsch gleich im ersten Wahlgang.

AfD-Wahlempfehlung fruchtete nicht

Nun ist Kathrin Uhlemann mit dem Mandat der CDU angetreten und konnte nicht nur die Christdemokraten hinter sich bringen, sondern auch andere Fraktionen beziehungsweise Mitglieder des Nieskyer Stadtrates. Beim ersten Wahlgang hatte Beate Hoffmann vor allem bei den Briefwählern die Nase merklich vorn. Das kehrte sich am Sonntag um. Die Briefwählerschaft wuchs zum ersten Wahlgang um 121 Personen auf 1.361 Briefwähler. 685 kreuzten Kathrin Uhlemann an, 660 Beate Hoffmann. Der Amtswechsel im Nieskyer Rathaus wird sich im Januar vollziehen.