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Nieskyer Stadtwehrleiter will zurücktreten

Steffen Block hat dazu einen Antrag an die Stadt gestellt. Auslöser ist der Feuerwehreinsatz beim Brand in der Lackfabrik.

Sie besprechen die Löscharbeiten beim Brand in der Nieskyer Lackfabrik Höpner am 23. Oktober: Stadtwehrleiter Steffen Block, Einsatzleiter Sebastian Schramm und der stellvertretende Kreisbrandmeister Holger Heckmann (v. l.).
Sie besprechen die Löscharbeiten beim Brand in der Nieskyer Lackfabrik Höpner am 23. Oktober: Stadtwehrleiter Steffen Block, Einsatzleiter Sebastian Schramm und der stellvertretende Kreisbrandmeister Holger Heckmann (v. l.). © André Schulze

Niesky wird einen neuen Stadtwehrleiter brauchen, denn der jetzige will sein Amt aufgeben. Das erfuhr die SZ aus Kreisen der Feuerwehr. Steffen Block bestätigt, dass er dieses Amt nicht mehr ausführen möchte. Dafür hat er seine Gründe, sagt er. 

Auslöser ist der Feuerwehreinsatz am 23. Oktober gewesen, als eine Lagerhalle bei Höpner-Lacke in Niesky in Brand geraten war. Darin befanden sich Fässer mit Gefahrengut, also mit Lackfarben. Trotz des Gefahrenpotenzials, das zunächst nicht einzuschätzen war, gelang es den Feuerwehrleuten nach mehreren Stunden den Brand zu löschen und die Gefahr austretender Giftstoffe einzudämmen und unter Kontrolle zu bringen. Damit wurde eine mögliche Katastrophe auch für die Anwohner verhindert. Steffen Block war als Stadtwehrleiter im Einsatz. Sein Kollege und Ortswehrleiter der Niesyker Feuerwehren, Sebastian Schramm, ist an diesem Freitag der Einsatzleiter gewesen.  

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Unterschiedliche Auffassungen

Steffen Block bezeichnet den Einsatz von am Ende 131 Feuerwehrleuten, Sanitätern und Fachkräften als unverhältnismäßig. "Als dann auch noch Kräfte aus Oderwitz angefordert wurden, fand ich den Einsatz überdimensioniert", sagt Block gegenüber SZ. Hätte er das Kommando gehabt, dann wären die Nieskyer Feuerwehren und die von Horka alarmiert worden. Sie hätten es geschafft, den Brand unter Kontrolle zu bringen und zu löschen, ist sich Block sicher.   

Für Stadtwehrleiter Steffen Block ist das Aufgebot an Feuerwehren beim Brand in der Nieskyer Lackfabrik zu viel und auch nicht nötig gewesen.
Für Stadtwehrleiter Steffen Block ist das Aufgebot an Feuerwehren beim Brand in der Nieskyer Lackfabrik zu viel und auch nicht nötig gewesen. © André Schulze

Sebastian Schramm als Einsatzleiter verteidigt seine Strategie: "Das Problem war, wir hatten zu wenig Atemschutzgeräteträger vor Ort und die Lage erforderte ihren Einsatz." Auf manchem Fahrzeug waren nur zwei oder drei Kameraden mit der Berechtigung unter Atemschutz in den Einsatz zu gehen. Und da die Brandbekämpfung unter Atemschutz zeitlich begrenzt ist, musste für Nachschub gesorgt werden. "Daraus erklärt sich, dass so viele Feuerwehrfahrzeuge vor Ort waren", sagt Schramm. Hinzu kam, dass die Einsatzleitung das Ereignis zum Großbrand hochstufte, bei dem andere Regeln gelten. 

Schreiben an die Oberbürgermeisterin

Für Steffen Block war das alles zu viel an Aufgebot, hinzu kamen Meinungsverschiedenheiten über den Einsatz. Das gipfelte in seinem Entschluss, die ehrenamtliche Funktion als Stadtwehrleiter abzugeben. Am Montag nach dem Brand verfasste Steffen Block einen Antrag auf Ablösung als Stadtwehrleiter an die Oberbürgermeisterin. Denn sie ist die oberste Dienstherrin der Nieskyer Feuerwehren. Aufgrund ihres Urlaubs bekam Beate Hoffmann erst am Montag Kenntnis von dem Antrag. Sie will sich gegenüber der SZ zu diesem Fall nicht äußern, wird aber darauf reagieren, sagte sie.  

Wie kann es weitergehen? Wird dem Antrag stattgegeben, muss aus den Reihen der Nieskyer Wehren ein neuer Stadtwehrleiter vorgeschlagen und gewählt werden, der dieses Ehrenamt übernimmt. Der Stadtrat ernennt schließlich den Kandidaten für dieses Amt. Steffen Block wurde am 3. April 1999 während der Jahreshauptversammlung der Nieskyer Wehren zum Stadtwehrleiter gewählt. Sein Stellvertreter ist seitdem Fred Faltin. Block gehört seit 38 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr an und ist Leiter des Feurwehrtechnischen Zentrums in Niesky. Bei beiden will der 57-Jährige auch weiterhin tätig sein. 

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