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Aus dem Triell wird ein Duell ums Nieskyer Rathaus

Die OB-Wahl wird zwischen Beate Hoffmann und Kathrin Uhlemann entschieden. Der AfD-Kandidat zog jetzt Konsequenzen aus seinem schlechten Abschneiden.

Von Steffen Gerhardt
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Herausforderin Kathrin Uhlemann (links) und Amtsinhaberin Beate Hoffmann konkurrieren am 28. November um den Sitz im Nieskyer Rathaus.
Herausforderin Kathrin Uhlemann (links) und Amtsinhaberin Beate Hoffmann konkurrieren am 28. November um den Sitz im Nieskyer Rathaus. © André Schulze/Montage: SZ

Die OB-Kandidaten für den zweiten Wahlgang stehen fest: Beate Hoffmann und Kathrin Uhlemann. Das bestätigten Mitglieder des Stadt-Wahlausschusses, der am Freitag die Liste mit den beiden Namen abschloss.

Zuvor hatte AfD-Kandidat Jens Hoffmann seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur im zweiten Wahlgang erklärt. Somit wird die OB-Wahl in Niesky am 28. November im Duell zwischen den beiden parteilosen Frauen entschieden: Amtsinhaberin Beate Hoffmann und ihre Herausforderin Kathrin Uhlemann. Letztere ist mit dem Mandat der CDU nominiert.

Zum zweiten Wahlgang kommt es, weil im ersten Wahlgang am 7. November keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit erringen konnte. Überraschend erhielt aber Kathrin Uhlemann mit 1.880 Stimmen die meisten Stimmen und verpasste den Sieg im ersten Wahlgang nur denkbar knapp. Amtsinhaberin Beate Hoffmann folgte mit 1.741 Stimmen. Für Jens Hoffmann stimmten nur 12,7 Prozent, in Summe 528 Wähler. Das veranlasste den Gastronomen, kein zweites Mal zu kandidieren. "Wäre das Ergebnis für mich höher ausgefallen, dann würde ich mir das überlegen", erklärt Jens Hoffmann.

Jens Hoffmann stellte sich in der Fragerunde zur Vorstellung der Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl im Bürgerhaus Niesky. Jetzt ist der Kandidat der AfD nicht mehr dabei.
Jens Hoffmann stellte sich in der Fragerunde zur Vorstellung der Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl im Bürgerhaus Niesky. Jetzt ist der Kandidat der AfD nicht mehr dabei. © André Schulze

Kathrin Uhlemann kündigte schon gleich nach dem ersten Wahlgang an, weiter das Gespräch mit den Nieskyer zu suchen, beispielsweise bei ihren Glühweingesprächen am Dienstagvormittag auf dem Nieskyer Wochenmarkt. Außerdem plant die 44-jährige Neukoselerin Fachgespräche zu den Themen Holzbau in Niesky und dem Eisenbahnprojekt "Tetis".

Amtsinhaberin Beate Hoffmann wollte sich nach dem ersten Wahlgang noch nicht festlegen, wie sie die drei Wochen zwischen beiden Abstimmungen nutzen will, um am Ende doch noch auf Platz eins zu stehen. "Wir machen keinen Rückzieher", sagte sie lediglich, "schließlich will ich meine Arbeit fortsetzen, und sie macht mir auch Spaß."

Familie steht im Vordergrund

Für Jens Hoffmann ist erst einmal Schluss. Neben dem Wahlergebnis gaben auch persönliche Dinge den Ausschlag für den Rückzug. "Die Familie steht für mich im Vordergrund", sagt er zur SZ. Besonders sein 14-jähriger Sohn, der bei einem tragischen Bahnunfall in Niesky zusammen mit einem Kumpel schwer verletzt wurde. "Daher fehlt mir die Zeit, einen Wahlkampf zu führen und für die Menschen vor Ort zu sein", so Hoffmann.

Jens Hoffmann ist froh, dass sein Sohn wieder zu Hause ist und etwas für die Schule tun kann, per Computer im Homeschooling. Im Dezember beginnt für den 14-Jährigen die Reha, ebenso für den 17-Jährigen, aber in getrennten Einrichtungen. "Wir sind erleichtert, dass beide Jungs über den Berg sind, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns", schätzt der Familienvater die gegenwärtige Situation ein.

Nachdem die AfD jetzt auch in Niesky weit entfernt war, eine Personenwahl zu gewinnen, unterstützt sie nach Angaben von Jens Hoffmann die Amtsinhaberin beim zweiten Wahlgang.

Die beiden Bewerberinnen Kathrin Uhlemann und Beate Hoffmann eint bei allen Unterschieden dieselbe Bitte: Die Nieskyer sollen am 28. November von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Im ersten Wahlgang betrug die Wahlbeteiligung nur 52,8 Prozent.