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Östliche Oberlausitz verliert Mitglieder

Rund um Bad Muskau wechseln vier Gemeinden die Leader-Region. Auch im Süden gibt es einen Abgang. Damit wird im Neißeland künftig weniger Geld verteilt.

Von Frank-Uwe Michel
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Bad Muskau - hier ein Blick über den Luciesee zum Neuen Schloss im Fürst Pückler Park - gehört ab Mitte 2023 nicht mehr der Leader-Region "Östliche Oberlausitz" an. Die Stadt wechselt ins "Lausitzer Seenland".
Bad Muskau - hier ein Blick über den Luciesee zum Neuen Schloss im Fürst Pückler Park - gehört ab Mitte 2023 nicht mehr der Leader-Region "Östliche Oberlausitz" an. Die Stadt wechselt ins "Lausitzer Seenland". © Rolf Ullmann

Wenn Mitte 2023 die neue Förderperiode für das Leader-Programm beginnt, wird die Förderkulisse "Östliche Oberlausitz" kleiner sein als bisher. Konkret verringert sich die Zahl der beteiligten Kommunen von 23 auf 18. Nach Angaben von Regionalmanagerin Sandra Scheel in Niesky wechseln Bad Muskau, Gablenz, Weißkeißel und Krauschwitz in das "Lausitzer Seenland". Ostritz dagegen schließt sich dem "Zittauer Gebirge" an. "Im Gespräch war das schon mehrmals. Aber mit Beginn des neuen Förderzeitraumes tritt es in Kraft", so Scheel.

Damit ist klar: Es wird weniger Geld in die "Östliche Oberlausitz" fließen. Sachsens Leader-Regionen erhalten, so teilte das Regionalministerium am Dienstag mit, in der neuen Förderperiode von 2023 bis 2027 für Projekte der ländlichen Entwicklung insgesamt 207,2 Millionen Euro EU-Mittel. Für weitere Förderbereiche wie Ökolandbau, landwirtschaftliche Investitionen, Naturschutz oder Agrarumweltmaßnahmen stehen in dem Zeitraum rund 360 Millionen Euro zur Verfügung. Wie viel Geld davon in die "Östliche Oberlausitz" fließt, muss jetzt geklärt werden.

Der Förderumfang der benachbarten Kulissen dagegen steigt wegen der zusätzlich hinzu kommenden Mitgliedsgemeinden an. Sandra Scheel geht allerdings davon aus, dass wegen der Pandemie- und Haushaltsprobleme, vor denen ganz Europa steht, sowieso weniger Finanzen in die Leader-Regionen fließen werden.

Fokus liegt in nächsten Jahren weiter auf Tourismus

Bis Juni nächsten Jahres soll erst einmal eine Entwicklungsstrategie für die "Östliche Oberlausitz" zu Papier gebracht werden. Dazu werden im Rahmen einer Ausschreibung Fachplaner gesucht. Laut der Regionalmanagerin soll der Fokus für die nächsten Jahre weiter auf dem Tourismus liegen. Allerdings wolle man auch Umweltschutz- und ressourcenschonende Projekte stärker mit einbeziehen. "Es geht uns um Ideen für einen nachhaltigen Naturhaushalt und eine bessere Energieeffizienz", so Scheel. Das Strategiepapier solle unter Mithilfe der Bevölkerung entstehen. "Wir werden Aufrufe starten und zu Veranstaltungen einladen."

Bis es so weit ist, gilt noch die bestehende Leader-Förderung. Derzeit können noch 2,2 Millionen Euro verteilt werden. Allerdings ist Eile geboten. Bis Ende März 2022 müssen alle infrage kommenden Antragsunterlagen bei der Bewilligungsbehörde, dem Landratsamt, sein. "Was nicht mit Projekten untersetzt werden kann, geht zurück an die EU. Oder die Leader-Region entschließt sich, ein eigenes Vorhaben zu initiieren", informiert Sandra Scheel.