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Verspätet ins Gemeindeamt gezogen

Wie Per Wiesner seine ersten Tage als Bürgermeister von Neißeaue erlebt. Seine Ziele sind gesetzt.

Per Wiesner ist seit 1. Dezember neuer Bürgermeister der Gemeinde Neißeaue. Am Donnerstag wird er für sein Amt vereidigt.
Per Wiesner ist seit 1. Dezember neuer Bürgermeister der Gemeinde Neißeaue. Am Donnerstag wird er für sein Amt vereidigt. © André Schulze

Ein Jahr nach seiner Bekanntgabe einer Kandidatur sitzt Per Wiesner im Gemeindeamt Groß Krauscha als der neue Bürgermeister von Neißeaue. Offiziell ist der 43-Jährige seit 1. Dezember Bürgermeister, aber für ihn ging es mit ein paar Tagen Verspätung los. Der neue Amtsinhaber musste sich zunächst familienbedingt in Quarantäne begeben. Aber nicht nur ihn hatte es getroffen.

Die ersten Wochen war er aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle in der Verwaltung ein bisschen auf sich allein gestellt. "Das hatte aber den Vorteil, dass ich so das Tagesgeschäft intensiv kennenlernen konnte und mich in die täglichen Aufgaben, auch des Sekretariats, selbstständig einarbeiten konnte", berichtet Per Wiesner. Am Donnerstag wird er nun offiziell in sein neues Ehrenamt eingeführt. In der Sitzung des Gemeinderates findet die Verpflichtung und Vereidigung von Per Wiesner statt. Ab diesem Verwaltungsakt ist der Groß Krauschaer dann offiziell der neue Bürgermeister.

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Verantwortung über 25 Beschäftigte

Der Umfang der Aufgaben ist nicht unerheblich, lautet Per Wiesners Einschätzung der ersten Wochen. "Vor allem war ich mir im Vorfeld der sofortigen Personalverantwortung über mehr als 25 Beschäftigte nicht in dieser Größe bewusst." Denn Per Wiesner ist nicht nur Chef für die drei Mitarbeiter im Bauhof, sondern auch für das Personal von Kindereinrichtungen und dem Hort in der Gemeinde. Die erste Herausforderung ist für ihn, die Stelle der Kita-Leiterin in Groß Krauscha neu zu besetzen.

Gespräche mit möglichst vielen Beteiligten über die Zukunft der Gemeinde zu führen, ist für Per Wiesner eines seiner wichtigsten Anliegen für die Anfangszeit als Bürgermeister. Sein Ziel ist das Erarbeiten eines Gemeindeentwicklungsplanes unter Einbeziehung der Bürger. Der letzte Plan wurde in den Jahren 2005 und 2006 erstellt. "Heute haben wir ganz andere Rahmenbedingungen", sagt Wiesner und nennt den Bevölkerungsschwund, langfristig solide Einnahmen zu erzielen und die Gemeinde für Wohnen und Arbeiten attraktiver zu machen.

Hoffnungsträger Windenergie

Was das Verbessern von finanziellen Einnahmen für die Gemeinde betrifft, sieht Per Wiesner gute Chancen mit der Windenergie. Im Windpark Deschka/Zodel sollen zunächst drei Windräder größer und leistungsstärker werden - und die Kommunen bekommen fortan einen finanziellen Anteil an dem von Windkraftanlagen erzeugten Strom. Dazu will Wiesner aber die Einwohner mit ins Boot holen. Schon im Dezember sollte eine Bürgerversammlung stattfinden. Aber Corona ließ keine Zusammenkünfte zu, auch im Januar noch nicht. Nun ist der März dafür vorgesehen. Denn ohne das Votum der Bürgerschaft wollen Bürgermeister und Gemeinderat keinen Aufstellungsbeschluss fassen. Aber auf diesen warten die Windradbetreiber.

Im Gespräch ist Per Wiesner mit den Wehrleitern der vier Ortswehren von Neißeaue. Für Deschka kommt zwar ein neues Tanklöschfahrzeug, aber insgesamt stellt Wiesner einen Investitionsstau bei der Ausrüstung der Wehren fest. Auch das Problem der Löschwasserversorgung im Gemeindegebiet ist noch nicht zu aller Zufriedenheit gelöst. Zudem ist die nun aufs Frühjahr verschobene Generalsanierung der Turnhalle in Zodel nicht aus dem Blick zu verlieren und auch an der Grundschule sind in Abstimmung mit dem Schulträger Stadt Görlitz weitere Arbeiten notwendig.

Am Donnerstag hat Per Wiesner nicht mehr seinen Platz als Gemeinderat der Freien Liste Neißeaue im Gemeindeparlament, sondern als Bürgermeister. Ihm ist wichtig, sich auch zwischen den monatlichen Sitzungen mit den Räten auszutauschen und an Aufgaben zu arbeiten, "um möglichst schnell Ergebnisse zu erzielen, die die Bürger motivieren, sich selbst noch aktiver einzubringen".

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