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Reitverein sagt Pfingstturnier in Horka ab

Corona macht Sachsens größter Freiluftveranstaltung für Pferdesport einen Strich durch die Rechnung. 2022 soll es eine Fortsetzung geben.

Das traditionelle Pfingstturnier des Reit- und Fahrvereins "Wehrkirch" Horka wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Veranstaltung wurde jetzt abgesagt.
Das traditionelle Pfingstturnier des Reit- und Fahrvereins "Wehrkirch" Horka wird es in diesem Jahr nicht geben. Die Veranstaltung wurde jetzt abgesagt. © Archiv/Rolf Ullmann

Das traditionelle Pfingstturnier des Reit- und Fahrvereins "Wehrkirch" in Horka fällt nach 2020 in diesem Jahr zum zweiten Mal aus. Zum Einen sei nicht klar, ob die Veranstaltung corona-konform überhaupt würde stattfinden können, sagt Vereinsvorsitzender Matthias Barth. Zum Anderen hätten wirtschaftliche Aspekte zu der Absage geführt.

"Jetzt erneut Nein sagen zu müssen, ist uns äußerst schwer gefallen", so Barth weiter. Dabei denke er nicht nur an die vielen Besucher, die sich das Spektakel auf den Wiesen zwischen Horka und Niesky nicht entgehen lassen wollen. "Besonders schade ist das natürlich für die Reiter und den Amateursport insgesamt. Denn momentan dürfen ja nur die Profis in einigen Sportarten ran."

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Laut dem Vereinschef gingen der Absage intensive Überlegungen voraus. "Die Abendveranstaltungen haben bei uns schon sehr zeitig keine Rolle mehr gespielt. Wir wollten uns vielmehr auf den Sport und die Tageszuschauer konzentrieren", so Barth. Allerdings zeichne sich mit der sich verschärfenden Corona-Lage ab, dass Gäste das Turniergeschehen wohl nicht verfolgen dürfen. "Das spielt natürlich auch eine wirtschaftliche Rolle. Denn ohne Besuchereinnahmen und den Verkauf von Speisen und Getränken funktioniert das finanzielle Konzept nicht."

Sponsorengelder fallen in Größenordnungen weg

Zwar halten viele Sponsoren dem Reit- und Fahrverein auch in der Krise die Treue und überweisen nach wie vor die vereinbarten Gelder. "Es gibt aber auch andere, die nur für das Turnier spenden. Und eine weitere Gruppe, denen Corona so übel mitgespielt hat, dass sie ihre Unterstützung einstellen mussten", erläutert Barth. Auch wenn die Sponsoren weiter die Preisgelder für die 43 Prüfungen zur Verfügung stellen würden, "hätten wir immer noch eine fünfstellige Summe, die wir schultern müssten. Das ist nicht zu schaffen."

Weil der Fachverband wegen der erforderlichen Ausschreibungen bis zum 15. April verbindlich wissen wollte, ob das Turnier stattfinden wird, hat sich der Verein nun entschieden, die Reißleine zu ziehen. Glücklicherweise sei man bisher keine vertraglichen Bindungen eingegangen, sodass es diesbezüglich keine Verluste gebe, so Matthias Barth. Trotzdem sei es schwierig, das Vereinsjahr allein mit den Mitgliedsbeiträgen zu überstehen.

Das Jahr 2020 hatte der RFV "Wehrkirch" noch mit einer "schwarzen Null" abgeschlossen. Dazu trug vor allem der Verkauf von virtuellen Corona-Tickets für das Pfingstturnier bei. Außerdem zeigte man via Youtube und Facebook Ausschnitte vergangener Turniere, Interviews - zum Beispiel mit Rothenburgs Vorzeigereiter Philipp Schober - und DJ-Musik.

Im Herbst soll es mehrere Veranstaltungen geben

Um das Vereinsleben weiter am Leben zu erhalten, soll es in der zweiten Jahreshälfte mehrere Aktivitäten geben. Nach jetziger Planung findet am 18. September die Heiderundfahrt statt, einen Tag später eine Festveranstaltung zu "50 Jahre Pferdesport in Horka". Am 2. und 3. Oktober ist ein Hallenturnier vorgesehen, am 16. Oktober die Kreisreiterjagd. "Alles steht natürlich unter dem Vorbehalt der dann herrschenden Corona-Situation", stellt Matthias Barth klar, der nicht möchte, dass bei den Menschen die Motivation für den Reitsport verloren geht. "Deshalb greifen wir 2022 wieder voll an und hoffen, dass die Bedingungen dann erträglich sind."

Das Pfingstreitturnier in Horka gibt es seit Anfang der 1990er Jahre. Zwischen 600 und 800 Pferde absolvieren dabei rund 1.500 Starts. Besucht wird die Veranstaltung regelmäßig von 8.000 bis 10.000 Zuschauern.

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