SZ + Niesky
Merken

Solarpark in Steinbach könnte 2024 ans Netz gehen

Rothenburg macht den Weg für einen Bebauungsplan frei, damit der Gewerbestandort am Flugplatz grünen Strom bekommt.

Von Frank-Uwe Michel
 3 Min.
Teilen
Folgen
Damit Solarpaneele im künftigen "Solarpark Steinbach" Strom erzeugen können, muss das Projekt noch einige Hürden nehmen.
Damit Solarpaneele im künftigen "Solarpark Steinbach" Strom erzeugen können, muss das Projekt noch einige Hürden nehmen. © Sebastian Schultz

Der Solarpark Steinbach - so ist es vorgesehen - soll einmal ein zentrales Element bei der Entwicklung des CO2-neutralen Gewerbegebietes am Flugplatz Rothenburg sein. Entsprechend wichtig ist es, dass Bewegung in die Sache kommt. Der Stadtrat machte deshalb in seiner jüngsten Sitzung den Weg für die Aufstellung eines Bebauungsplanes frei. Außerdem soll der bestehende Flächennutzungsplan für das betreffende Areal in Steinbach geändert werden.

Dabei handelt es sich um insgesamt 140 Hektar. 90 Hektar davon sollen mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden. Auf 7,2 Hektar wollen die Investoren von der Heim-Gruppe gewerbliche Anlagen errichten, in denen die am Standort gewonnene Energie verarbeitet wird.

124.800 Tonnen Kohlendioxid werden eingespart

Aktuell ist das infrage kommende Gelände noch als Landwirtschaftsfläche ausgewiesen. Doch weil die Bodenqualität so schlecht ist, sind die Bedingungen für den Anbau von Feldfrüchten eher nicht gut. Deshalb soll das Areal in eine "Sonderbaufläche für die Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie" umgewandelt werden.

Die Heim-Gruppe und die auf die Umsetzung solcher Vorhaben spezialisierte UKA Meißen Projektentwicklung GmbH wollen nördlich von Rothenburg eine der größten Fotovoltaikanlagen Ostsachsens schaffen, mit einer geplanten Leistung zwischen 70 und 100 Megawatt Peak (MWp). Wie viel Leistung genau installiert wird, muss die noch folgende Detailplanung zeigen. Allerdings gehen die Investoren von mindestens 80 MWp aus, aus denen ein jährlicher Nettoertrag von rund 80.000 Megawattstunden (MWh) erwartet wird. Dies wiederum würde pro Jahr etwa 124.800 Tonnen Kohlendioxid gegenüber dem Ausstoß eines Braunkohlekraftwerkes einsparen.

Wasserstoffherstellung mit "grünem" Strom

Das Projekt orientiert sich damit an den vom Freistaat vorgegebenen Richtlinien. Demnach wird die Öffnung von Ackerland- und Grünlandflächen in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten für Fotovoltaikanlagen ermöglicht. Bis 2030 sollen in Sachsen durch erneuerbare Energien zusätzlich 10 Terrawattstunden (TWh) realisiert werden. Bereits bis 2024 hat das Land 4 TWh als Ziel ausgegeben, von denen die Hälfte auf Fotovoltaikanlagen entfällt. An dieser Vorgabe orientieren sich die Steinbacher Investoren. Ihr Ziel: 2024 soll der Solarpark betriebsbereit sein. Die längste Zeit bis dahin werden Planung und Genehmigung des Projektes in Anspruch nehmen.

Läuft alles wie vorgesehen, könnte der Solarpark zudem wegweisend sein für die Herstellung von "grünem" Wasserstoff. Denn auf den reichlich sieben Hektar gewerblicher Baufläche wollen die Investoren einen sogenannten Elektrolyseur errichten. So nennen sich Vorrichtungen, in denen - angetrieben durch elektrischen Strom - eine Stoffumwandlung erfolgt und Wasserstoff entsteht. Dieser wiederum wird gebraucht, um eine Wasserstoff-/Brennstoffzellenbahn zu betreiben, die auf der reaktivierten Schienenverbindung Richtung Horka fahren soll.