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Herrenhaus in Särichen wird restauriert

Die Fassade entsteht nach alten Vorlagen neu. Dafür hat der Denkmalschutz Balkone genehmigt. Trotzdem gibt's einen Bremsklotz für den Baufortschritt.

Das aus dem Jahre 1615 stammende frühere Herrenhaus in Särichen wird saniert. Bis zum Frühjahr 2022 sollen hier acht Wohnungen entstehen.
Das aus dem Jahre 1615 stammende frühere Herrenhaus in Särichen wird saniert. Bis zum Frühjahr 2022 sollen hier acht Wohnungen entstehen. © André Schulze

Lange hatte Holger Kliemt um den Baubeginn zur Sanierung des alten Särichener Herrenhauses gerungen. Nach Kauf, Finanzierung und Verhandlungen mit dem Denkmalschutz wird nun endlich angepackt.

Mit den Arbeiten am ältesten und ob seiner stattlichen Größe auch ortsbildprägenden Gebäude ändert sich das Bild in dem Kodersdorfer Ortsteil ganz erheblich. Im November 2017 hatte der Kodersdorfer, der in Särichen seine Kindheit und Jugend verbrachte, das Gebäude übernommen und die Geschichte erforscht. Demnach gehen die Anfänge des Hauses auf das Jahr 1615 zurück. Die damaligen Bauherren errichteten es auf den Grundmauern eines noch älteren Gebäudes. Im 18. Jahrhundert wurde es noch einmal umgebaut und erweitert.

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Denkmalgerechter Spezialputz gegen Nässe

Von Beginn an wollte Holger Kliemt hier Wohnraum für mehrere Generationen schaffen. Diese Idee setzt der selbstständige Ingenieur nun um. Die maroden Fenster, Türen, das Dach und der Außenputz wurden bereits ersetzt. "Dabei haben wir die noch gut sichtbaren Einschüsse der Kampfhandlungen aus dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert und dann versiegelt", erklärt der Bauherr eine Besonderheit. Eine weitere: Nach der Einigung mit der Denkmalschutzbehörde wurde ein spezieller Dämmputz auf die Außenfassade aufgetragen, der das Mauerwerk gegen Schlagregen und eindringende Feuchtigkeit schützt, gleichzeitig aber auch Wärmeverlusten vorbeugt und Schimmelbildung verhindert.

Die äußere Farbgebung des Hauses wird nach historischem Vorbild wiederhergestellt. "Ein Restaurator hat für die Wände aus der Zeit um 1810 einen hellen Grauton mit leichten Blauanteilen ermittelt. Die Zierelemente waren weiß. Daran werden wir uns orientieren", so Kliemt.

Sieben Wohnungen auf drei Etagen entstehen

Im Inneren entstehen vom Erdgeschoss über Hochparterre, Ober- und Dachgeschoss insgesamt acht Wohnungen von 70 bis 125 Quadratmeter, die für Bewohner jeden Alters geeignet sein sollen. Sechs davon bekommen einen Balkon, mehrere werden barrierefrei oder barrierereduziert ausgebaut. "Ich hoffe, dass wir eine altersmäßige Durchmischung hinbekommen, sodass die Bewohner vom Miteinander profitieren können", setzt der Kodersdorfer auf die Verwirklichung des Mehrgenerationenwohnens.

Allerdings macht der aktuelle Materialengpass dem Baufortschritt zu schaffen. "Würden wir alles wie gewünscht bekommen, wären wir sicherlich zum Jahresende fertig. So aber könnte sich das bis zum Frühjahr verzögern", befürchtet Holger Kliemt. Vor allem Holz, aber auch Dämmstoffe und Abwasserleitungen seien kaum noch zu kriegen. Und wenn, dann zu erhöhten Preisen.

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