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Nach 60 Jahren: Kreba hat wieder Schöps-Brücke

Nicht nur für den Ort in der Heide- und Teichlandschaft ist die Schmiedeweg-Brücke wichtig. Auch für alle Radfahrer auf dem Seeadler-Radweg.

Die neu gebaute Schmiedebrücke führt über den Schwarzen Schöps in das angrenzende Teichgebiet.
Die neu gebaute Schmiedebrücke führt über den Schwarzen Schöps in das angrenzende Teichgebiet. © André Schulze

Mit dem Fahrrad oder zu Fuß können Spaziergänger und Radfahrer jetzt wieder vom Schlosspark in Kreba-Neudorf aus in das angrenzende Teichgebiet. Bisher war das nicht so ohne weiteres möglich, denn ein wichtiges Bindeglied fehlte. Die Brücke, die den Schmiedeweg über den Schwarzen Schöps führt. Doch das ist jetzt Vergangenheit.

So verläuft der Seeadler-Rundweg im Biosphärenreservat Oberlausitz.
So verläuft der Seeadler-Rundweg im Biosphärenreservat Oberlausitz. © © OpenStreetMap

Im vergangenen Jahr erhielt die Gemeinde Kreba-Neudorf Fördermittel aus dem Programm kommunaler Straßen- und Brückenbau des Freistaates Sachsen. "Die Brücke konnte als reine Fuß- und Radwegbrücke mit einer rund 90-prozentigen Förderung wiedererrichtet werden", sagt Bürgermeister Dirk Naumburger. Die Konstruktion der Brücke war nicht kompliziert. Auf den Widerlagern wurden Stahlträger befestigt, die den Holzkörper der Brücke tragen. Ein stabiles Geländer aus Holz sorgt für die nötige Sicherheit. Weil die Schmiedebrücke früher auch aus Holz bestand, hat man sich in Kreba-Neudorf für diesen Baustoff entschieden.

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Als Teil des Seeadlerradweges verbindet sie nun nach fast 60 Jahren wieder den Schlosspark vom Wasserturm aus in das Teichgebiet in Richtung Dürrbach. Die Gesamtbaukosten betragen rund 275.000 Euro. Die Einweihung des Bauwerkes ist aufgrund von Corona erst im späten Frühjahr geplant. Benutzt werden darf sie aber ab sofort.

Ursprünglich eine einfache Holzbrücke

Die Brücke hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Daher war über Jahrzehnte der Wunsch insbesondere der älteren Bevölkerung, die Brücke wieder zu errichten, sehr groß. Viele sind bereits als Kind über die Brücke gelaufen. Bürgermeister Dieter Naumburger kann ihre Geschichte erzählen:

Eine Konstruktion aus Holzbalken und Brettern sollte die Überfahrt von Fuhrwerken über den Schwarzen Schöps ermöglichen. So zeigte sich die Schmiedebrücke im Jahr 1942.
Eine Konstruktion aus Holzbalken und Brettern sollte die Überfahrt von Fuhrwerken über den Schwarzen Schöps ermöglichen. So zeigte sich die Schmiedebrücke im Jahr 1942. © Archiv/Gemeindeverwaltung

Bis zum Winter 1962/63 stand an der Stelle eine einfache Holzbrücke für Fuhrwerke. Die Anwohner nutzten diese Brücke, um für ihre Tiere Grünfutter im Teichgebiet zu holen. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Brücke unbeschädigt. Bei einem Hochwasser mit dem am höchsten gemessenen Pegelstand aller Zeiten im Schwarzen Schöps im Juli 1958 wurde die Westseite des Ufers der Brücke völlig ausgespült. Um die Verbindung zwischen Ufer und Brücke wiederherzustellen, wurde eine provisorische Verbindung mit Balken geschaffen. Danach konnte die Brücke nur noch zu Fuß und mit dem Fahrrad überquert werden.

Wiederaufbau scheitert zur DDR-Zeit

1960 erhielt die Gemeinde 10.000 DDR-Mark für die Instandsetzung der Brücke. Da das Geld aber dringend an den Brücken in Tschernske und auf der Straße zur Lache gebraucht wurde, kam es nicht zur notwendigen Instandsetzung. Im strengen Winter 1962/1963 war der Schöps vollständig mit einer Eisdecke überzogen. Beim einsetzenden Frühjahrshochwasser im März 1963 haben dann vermutlich die sich aufstauenden Eisschollen die Brücke zum Einsturz gebracht. Im Nachgang unternahm die Gemeinde mehrfach den Versuch des Wiederaufbaus der Brücke. Aber es kam nie zu einer Vollendung des Vorhabens. Stattdessen nutzten die Menschen das in der Nähe befindliche Wehr am Schwarzen Schöps als Übergang. Aber das ist jetzt nicht mehr notwendig. Die Schmiedebrücke soll auch den Naturlehrpfad der Gemeinde mit einbinden und Teil davon werden.

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