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Irrer Schulbus-Streit um fünf Minuten

Im neuen Schuljahr wirft der Schulbus die Schüler aus den Dörfern eine Haltestelle vor der Schule in Zodel raus. Neißeaue will das ändern, stößt aber auf Hindernisse.

Der Schülerverkehr im Landkreis ist eine Wissenschaft für sich.
Der Schülerverkehr im Landkreis ist eine Wissenschaft für sich. © André Schulze

Die Mädchen und Jungen, die aus den Dörfern von Neißeaue in die Grundschule nach Zodel fahren, sind auf den Bus aus Horka angewiesen. Dieser sammelt sie unterwegs ein und lädt sie vor der Schule ab. Das soll sich mit dem neuen Jahr und dem neuen Fahrplan ändern.

Eine Bushaltestelle zuvor müssen sie aussteigen und in den zeitgleich haltenden Bus der Linie Rothenburg – Görlitz umsteigen. Mit diesem fahren sie eine Station weiter und sind an ihrer Grundschule. Für die Eltern der Grundschüler ein Paradoxum, verbunden mit der Frage: Warum fährt der Horkaer Bus nicht wie bisher weiter und hält an der Schule?

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Schulbus kann nicht wenden

Der Grund ist, dass der Bus aus Horka (Linie 61) in Zodel nicht wenden kann, weil dafür kein Platz ist. "Dann schaffen wir eine Wendemöglichkeit", sagt sich Bürgermeister Per Wiesner und begab sich auf die Suche nach geeigneten Plätzen. Bereits seit Mai beschäftigt sich Wiesner damit und hatte sich zum Ziel gesetzt, dass mit neuem Schuljahr und neuem Fahrplan die Grundschüler nicht mehr umsteigen müssen.

Der Grund ist, dass der Bus aus Horka (Linie 61) in Zodel nicht wenden kann,. „Dann schaffen wir eine Wendemöglichkeit“, sagte sich Bürgermeister Per Wiesner bereits im Mai mit dem Ziel, dass mit dem neuen Fahrplan die Grundschüler nicht erst umsteigen müssen. Zwei Möglichkeiten wären zum Wenden gegeben: am Blumengeschäft/Einfahrt zur Agrargenossenschaft oder am Ortsausgang in Richtung Görlitz, an der Stallanlage.

Bei dieser Variante könnte der Bus an der Schule halten und zum Wenden weiterfahren. Die Grundstückseigentümer erklärten sich bereit, das Anliegen der Gemeinde zu unterstützen.

Eine Wendemöglichkeit ist am Blumengeschäft (gelbes Haus). Dann hätten die Kinder noch ein paar Meter bis zur Grundschule zu laufen.
Eine Wendemöglichkeit ist am Blumengeschäft (gelbes Haus). Dann hätten die Kinder noch ein paar Meter bis zur Grundschule zu laufen. © André Schulze

Gemeinde muss Wendeschleife bauen

Die Gemeinde ist für den Bau einer Wendeschleife zuständig. Das teilte das Ordnungs- und Straßenverkehrsamt des Landkreises ihr mit. Das Problem ist aber, dass im neuen Jahr der Horkaer Bus laut Fahrplan vier Minuten in Nieder Zodel hält und dann zurück fährt.

Am Ortsausgang von Zodel Richtung Görlitz wäre an der Stallanlage Platz, um den Bus wenden zu lassen. Das hätte den Vorteil, dass zuvor die Kinder direkt an der Schule aus- und einsteigen könnten und auch nicht die Straße überqueren müssten. Denn Schule u
Am Ortsausgang von Zodel Richtung Görlitz wäre an der Stallanlage Platz, um den Bus wenden zu lassen. Das hätte den Vorteil, dass zuvor die Kinder direkt an der Schule aus- und einsteigen könnten und auch nicht die Straße überqueren müssten. Denn Schule u © André Schulze

Der Landkreis sagt, die vier Minuten reichen nicht, um den Bus weiter in den Ort fahren zu lassen. Per Wiesner hat es selbst gemessen. Die Weiterfahrt, hin und zurück, bis zur Grundschule würde fünfeinhalb Minuten in Anspruch nehmen. Eine machbare Größe, argumentiert Wiesner, wenn man bedenkt, dass dieser Bus in Horka neun Minuten steht, bevor er wieder nach Neißeaue startet.

Erstklässler könnten Umsteigen verpassen

Neißeaue hatte den Wunsch, dass diese Änderung im neuen Fahrplan Berücksichtigung findet. Bekannt ist das Zodler Problem seit Mai. Aber das ist nicht geschehen, zumal im Juni und Juli Funkstille vonseiten der Kreisbehörde herrschte und sich nichts bewegte, wie Wiesner sagt. Er selbst findet den neuen Taktfahrplan den richtigen Schritt, um auch der Landbevölkerung bessere Verkehrsverbindungen zu geben. Bloß das Umsteigen in Zodel gefallen dem Bürgermeister, betroffenen Eltern und der Schule nicht.

Denn auch im nächsten Jahr werden neue Erstklässler die Zodler Schule besuchen. Die Befürchtung ist, sie könnten auf der Heimfahrt das Umsteigen in Zodel vergessen und sind dann womöglich in Rothenburg, statt in ihrem Heimatort. Das will die Gemeinde vermeiden.

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