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Wie Straßen den Winter verkraftet haben

Es gab schon Jahre mit schlimmeren Schäden. Trotzdem haben die Straßenmeistereien im Kreis viel zu tun. Vor allem, wenn es keinen Frost mehr gibt.

Schilder zeigen es an: Die Straßen im Kreis haben durch den Frost der vergangenen Wochen ziemlich gelitten.
Schilder zeigen es an: Die Straßen im Kreis haben durch den Frost der vergangenen Wochen ziemlich gelitten. © Archiv/Uwe Soeder

Wer im Landkreis bei einer der vier Straßenmeistereien beschäftigt ist, hat in diesen Tagen gut zu tun. Der Winter hat sich verabschiedet. Nun muss das geflickt werden, was er an Schäden hinterlassen hat.

Das ist nach Aussage der Experten aber noch zu verkraften. Kreissprecherin Julia Bjar: "Im Vergleich zum vergangenen Winter gibt es keine Schadenshäufung." Und auch Franz Grossmann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hält nichts von Panikmache: "Trotz erheblicher Frostgrade und aufeinanderfolgender Frost-Tau-Wechsel sind die Wintereinwirkungen bei den Bundesstraßen im Kreis Görlitz moderat ausgefallen." Allerdings schätzt der Lasuv-Sprecher ein: "Im Vergleich zum letzten Winter ist eine Zunahme sichtbar." Dies ist offenbar auch in Görlitz so. Stadtsprecherin Sylvia Otto hatte erst kürzlich erklärt, dass die Gesamtschäden gravierender seien als in den vergangenen beiden Jahren. Schlagloch-Schwerpunkte gebe es aber nicht, betroffen sei das gesamte Stadtgebiet.

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Straßen mit kaputten Deckschichten betroffen

Die meisten Hotspots sind jedoch nicht neu. Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien kennen ihre "Pappenheimer". Das sind vor allem jene Kreisstraßen, deren Deckschichten auch ohne Frost schon schadhaft waren. Durch den Wechsel von Minus- und Plusgraden sowie viel Feuchtigkeit sind die schlechten Stellen in den vergangenen Monaten regelrecht aufgeplatzt. Als Beispiele führt Julia Bjar vor allem Pisten im Süden des Landkreises an. So gebe es besonders viele Schlaglöcher in Schlegel, Niederoderwitz, Ebersbach, Sohland und Obercunnersdorf. Aber auch die Straße zwischen Oybin und Jonsdorf sei damit übersät. "Im Norden verzeichnen wir Schäden auf der Straße von Kringelsdorf nach Zimpel sowie zwischen Weigersdorf und Dauban." Was die Reparaturen insgesamt kosten, sei im Moment noch nicht bekannt.

Diesen Überblick hat allerdings Franz Grossmann für die Bundesstraßen im Kreis. Rund 80.000 Euro seien notwendig, um die Schlaglöcher auszubessern. Dies betreffe jedoch nur das schnelle Flicken. Um ein Gesamturteil abzugeben, müssten auch die schon vor dem Winter vorhandenen Schäden mit berücksichtigt werden. Daraus ergäben sich dann möglicherweise größere Maßnahmen.

Eine Rangfolge bei der Bearbeitung geschädigter Abschnitte gibt es laut Grossmann bei den Bundesstraßen nicht. Deshalb könne man aktuell auch nicht sagen, wo was zu welchem Zeitpunkt passiere. "Entscheidend ist dabei immer die Wechselwirkung mit anderen Baumaßnahmen, natürlich müssen auch die Haushaltsmittel zur Verfügung stehen." Diese seien in den Bauprogrammen für 2021 und 2022 eingeordnet. Dagegen würden Sofortmaßnahmen kontinuierlich durch die Straßenmeistereien des Landkreises mit erledigt.

Heiße Reparaturphase startet mit Heißasphalt

Repariert wurde bisher ausschließlich mit Kaltasphalt. Heißasphalt wird erst dann verwendet, wenn ihn die im Winter geschlossenen Mischwerke wieder liefern können und es Temperatur und Witterung erlauben. Deshalb werden die Straßenmeistereien in den nächsten Wochen noch stärker gefordert sein. Denn dann geht es los mit Heißasphalt, der eine deutlich längere Haltbarkeit garantiert. Der Landkreis kündigt zudem noch Deckenbaumaßnahmen an - auf der K 8413 zwischen Daubitz und Rietschen und der K 8402 zwischen Girbigsdorf und Königshain sollen sie den Zustand der Straßen verbessern.

Auf der A4 sind die Schäden in diesem Jahr aufgrund der höheren Niederschläge, des starken Windes und der starken Schwankungen zwischen Warm und Kalt stärker ausgefallen als in den vergangenen beiden Winterperioden. Allerdings habe man die auftretenden Schäden "an 365 Tagen im Jahr" im Blick, so Tino Möhring, Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes. Instandsetzungsarbeiten würden durch die Autobahnmeistereien Weißenberg und Dresden-Hellerau eigenständig oder durch Vertragspartner vorgenommen. Auf welche Summe sich die Reparaturkosten belaufen, stehe abschließend noch nicht fest.

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