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Moderne Straßenlampen sparen Niesky Geld

Jährlich investiert die Stadt eine fünfstellige Summe in neue LEDs und Laternen. Das zahlt sich langfristig durch geringere Stromkosten aus. Jetzt wird sogar ein Solarprojekt ausprobiert.

Vor etwa zehn Jahren hat die Stadt Niesky begonnen, herkömmliche Straßenbeleuchtung gegen moderne LEDs auszutauschen. Der Zinzendorfplatz war das erste Projekt.
Vor etwa zehn Jahren hat die Stadt Niesky begonnen, herkömmliche Straßenbeleuchtung gegen moderne LEDs auszutauschen. Der Zinzendorfplatz war das erste Projekt. © André Schulze

Die Stromfresser unter den Nieskyer Straßenlampen werden immer weniger. Mit ihrem Austausch und dem Ersatz durch moderne LED-Leuchtmittel verfolgt die Stadt ein ehrgeiziges Ziel. Zum einen ist dies ein wichtiger Punkt, um die kommunale Klimabilanz ständig zu verbessern. Zum anderen soll aber auch mittel- und langfristig Geld eingespart werden.

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Laut Enrico Bachmann gibt es in der Stadt und ihren Ortsteilen rund 1.800 Lichtpunkte. So heißen die Straßenlaternen im Fachjargon - dabei spielt das Alter, die Funktionsweise und auch, ob sie nun tatsächlich leuchten oder defekt sind, erst einmal keine Rolle. "Etwa 40 Prozent davon haben wir bereits auf LED-Technik umgestellt", berichtet der Leiter der städtischen Tiefbauverwaltung. Allein in den vergangenen drei Jahren seien ungefähr 100 Lichtpunkte gewechselt worden. Nach Angaben von Barbara Giesel, der Fachbereichsleiterin Technische Dienste, gehörten Anlagen unter anderem in der Gersdorfstraße, Puschkinstraße, am Hans-Sachs-Weg, in der Albert-Schweitzer-Straße oder in der Königshainer Straße dazu. Den Anfang hatte vor rund zehn Jahren der Zinzendorfplatz gemacht.

Niesky zahlt bis 4.000 Euro weniger für Beleuchtung

Am vorteilhaftesten an der neuen Technik ist die Verringerung des Stromverbrauchs. Laufen herkömmliche Straßenleuchten noch mit circa 70 Watt, reduziert sich das bei LEDs auf 20 bis 30 Watt. Aus der Differenz ergibt sich das Sparpotenzial. "Seitdem wir in Größenordnungen umrüsten, geben wir 3.000 bis 4.000 Euro jährlich weniger für Stromkosten aus", erklärt Bachmann.

Die Kostenminimierung ist aber zugleich mit einem Zuwachs an Qualität verbunden. Ganz gezielt kann der Lichtkegel auf Fahrbahn und Gehweg gerichtet werden, diffuse Allgemeinbeleuchtung gibt es nicht mehr. Weil LEDs zugleich besseres Ausleuchtvermögen besitzen, kann bei Neubauprojekten der Laternenabstand entsprechend angepasst werden. Das heißt: Die Anzahl neu errichteter Lichtpunkte verringert sich, ohne dass es dunkler wird in der jeweiligen Straße.

In 15 Jahren nur noch LED-Straßenlampen in Niesky

Dank der neuen Möglichkeiten lassen sich viele individuell regelbare Beleuchtungsabstufungen realisieren. "Da stecken wir noch ziemlich am Anfang", räumt der Tiefbauexperte aus dem Rathaus ein. Allerdings sieht er für die Zukunft großes Potenzial. "Man könnte sich vorstellen, mit einer Nachtschaltung bestimmte Orte in gewissen Zeiträumen deutlich dunkler zu machen, die Lampen also automatisch herunterzuregeln."

LEDs sind laut Enrico Bachmann heute deutlich ausgereifter als noch vor ein paar Jahren. Temperaturschwankungen nehmen sie ganz überwiegend ohne Ausfälle hin und sind generell viel weniger empfindlich gegen Störungen jeder Art. In zehn bis 15 Jahren, blickt der Sachgebietsleiter voraus, könnte das gesamte Nieskyer Straßennetz beleuchtungstechnisch überarbeitet sein. "Manche Peitschenlampe stammt noch aus tiefster DDR-Zeit, funktioniert zwar ebenso noch wie die Alu-Kabel, die damals verlegt wurden." Natürlich seien sie wegen ihres Alters vorrangige Austauschkandidaten, "zumal sie auch viel störanfälliger als ihre Nachfolger sind."

Niesky investiert jedes Jahr bis zu 34.000 Euro

Dass die Modernisierung der Straßenbeleuchtung einiges kostet, liegt auf der Hand. Für den Ersatz alter Leuchtmittel durch neue LED-Technik gibt die Stadt jedes Jahr zwischen 3.000 und 4.000 Euro aus. Rund 30.000 Euro für komplett neue Straßenlaternen kommen noch hinzu. Die kosten pro Stück etwa 1.000 Euro und werden immer dann installiert, wenn sich die Kommune zusammen mit Partnern wie Sachsen Energie und Stadtwerken am Ausbau ganzer Straßenzüge beteiligt. "Da kommen neben Strom-, Wasser- und Breitbandleitungen natürlich auch Beleuchtungskabel mit in die Erde", so Bachmann. Im Moment geschehe dies in der Herbert-Balzer-Straße, die Laternen würden dann im nächsten Jahr gesetzt. Insgesamt könnten 2022 etwa 40 neue Straßenlampen entstehen - unter anderem in der Rothenburger, Spremberger und Trebuser Straße sowie der Ernst-Thälmann- und der Langen Straße in See.

Für Standorte, an die wegen der großen Entfernung kein Kabel gelegt werden kann, probiert Niesky jetzt externe Lösungen aus. Man sei im Kontakt mit einem Hersteller von solarbetriebenen Straßenlampen, erzählt Enrico Bachmann. Im Ortsteil See gebe es zwei Stellen, die dafür infrage kämen. "Wir haben das Angebot, dies kostenlos zu testen und müssten erst im zweiten Jahr bezahlen."

Stadt probiert Solar-Straßenlampen aus

Ob die Stadt dann diese Anlagen kauft, muss sich also noch erweisen. Lampen mit Solarmodulen sind verschleißintensiver und in der Anschaffung deutlich teurer. Statt der sonst üblichen 1.000 Euro werden für die Spezialanfertigungen etwa 2.500 Euro fällig. Zudem muss der Akku als Speichermedium für die Sonnenenergie aller vier bis fünf Jahre erneuert werden. "Allerdings fallen die sonst sehr teuren Tiefbauarbeiten für die Kabeltrasse weg, ebenso die Kosten für den Strombezug aus dem Netz", macht der Sachgebietsleiter die Gegenrechnung auf. So könne - auf zehn Jahre gerechnet - der finanzielle Aufwand einer solchen Solar-Straßenlampe sogar geringer als für ein netzbetriebenes LED-Modell sein.

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