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Wie Radfahren und Wandern im Neißeland besser wird

Die Touristiker zwischen Weißwasser und Görlitz haben sich jetzt auf Schwerpunkte geeinigt. Die sollen vor allem den Aktivurlaub stärken.

Von Frank-Uwe Michel
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Im neuen Jahr soll an den Radwegen im Neißeland die sogenannte Knotenwegweisung eingeführt werden. Dieses Schild steht in Brandenburg, wo sich Radfahrer bereits danach orientieren.
Im neuen Jahr soll an den Radwegen im Neißeland die sogenannte Knotenwegweisung eingeführt werden. Dieses Schild steht in Brandenburg, wo sich Radfahrer bereits danach orientieren. © TMB-Fotoarchiv/Steffen Lehmann

Die Touristische Gebietsgemeinschaft (TGG) Neißeland will im nächsten Jahr neue strategische Schwerpunkte setzen. Diese werden vor allem den Aktivurlaubern in dem Gebiet entlang der Neiße zugute kommen. Besonders Radtouristen und Wanderer sollen davon profitieren.

Eines der wichtigsten Vorhaben ist die Einführung der sogenannten Knotenwegweisung, die bereits in Brandenburg praktiziert wird und im Laufe des Jahres 2022 auch im nördlichen Bereich des Landkreises Görlitz Einzug halten soll. Dies soll helfen, die Orientierung bei den Radtouren zu verbessern. Weil das System laut Experten nur dann funktioniert, wenn alle für Radfahrer nutzbaren Wege zu einem Netz aus lokalen und überregionalen Verbindungen verknüpft werden, wird perspektivisch auch im Süden des Landkreises sowie im Landkreis Bautzen an der Einführung gearbeitet. "Wir hoffen, dass wir gemeinsam einen Fördermittelantrag auf den Weg bringen", so TGG-Geschäftsführerin Maja Daniel-Rublack.

Brötchenautomaten am Neißeradweg

Sie hat aber auch den Oder-Neiße-Radweg als weiteren Schwerpunkt auf dem Schirm. Von Nutzern wurde in der Vergangenheit immer wieder das Fehlen von Service- und Verpflegungspunkten kritisiert. "Nun können wir als Verband sicherlich keine Restaurants aufmachen. Aber wir haben eine andere Idee, die im nächsten Jahr geprüft und umgesetzt werden soll", erklärt die Tourismusmanagerin. Dabei geht es um Selbstbedienungsautomaten, die von lokalen Bäckern und Fleischern regelmäßig mit leckerem Inhalt bestückt werden. Auch dieses Projekt soll zusammen mit der Stadt Görlitz und dem Naturpark Zittauer Gebirge umgesetzt werden.

Bewegung kommt im neuen Jahr überdies in die Region rund um den Fürst-Pückler-Park. Mit zusätzlich für die Welterbestätte ausgereichten Mitteln sollen Marketingmaßnahmen initiiert werden, die nicht nur in Bad Muskau greifen. "Wir wollen mit unserer Werbung gezielt bestimmte Gruppen wie Familien, Kultur- oder Aktivtouristen ansprechen, gleichzeitig aber auch der Bevölkerung ins Bewusstsein bringen, dass es hier viel mehr gibt als den Pückler-Park", so Maja Daniel-Rublack. Denn auch das Biosphärenreservat und der Geopark machten das Besondere dieses Landstriches aus, das die Menschen künftig noch selbstbewusster nach außen tragen sollten. "Hier gibt es tolle Natur, aber auch Kohlegruben. Das sind Kontraste, die sich ganz sicher sehr spannend darstellen lassen."

Wanderwege brauchen neue Schilder

Ein Manko haben die Touristiker der TGG bei den Wanderwegen im Gebiet zwischen Weißwasser und Görlitz erkannt. Im Vergleich - beispielsweise zum Zittauer Gebirge - gebe es tatsächlich nur wenige gut ausgeschilderte Strecken. "Hier müssen wir mehr tun", erklärt die Geschäftsführerin der Touristischen Gebietsgemeinschaft. Man habe so schöne Areale wie die Königshainer Berge oder die Hohe Dubrau. Momentan gebe es am Rotstein und in Kreba aber lediglich zwei Naturerlebnispfade. "Natürlich sollten wir moderne Möglichkeiten wie die GPS-Orientierung nutzen. Aber auch typische Wegbeschilderungen wären gut." Allerdings würden hierzu Wanderwegewarte gebraucht. Leute, die den Zustand der Pisten im Auge behalten. Perspektivisch könnte aus all dem ein Projekt entstehen, das mit Leader-Mitteln förderbar sei.

Um das Innenmarketing zu stärken, wird es laut Maja Daniel-Rublack im nächsten Jahr verstärkt auch Aktionen mit den Akteuren im Neißeland selbst und aus Partnerregionen wie dem Amt Döbern Land geben. So sind Info-Touren mit Vertretern aus Kommunen, von Vereinen und Leistungsträgern geplant. Ebenso Gastgeberstammtische. Und Expertenabende, bei denen es um heikle Themen wie zum Beispiel Tourismusabgabe und Gästetaxe geht. Zudem soll zusammen mit Görlitz und dem Zittauer Gebirge erneut der Innovationspreis im Tourismus ausgelobt werden. All das aber mit der Einschränkung, wenn es die Corona-Lage zulässt.

Corona entscheidet über Teilnahme an Messen

Die ist auch der entscheidende Aspekt in der Messeplanung. Denn Veranstaltungen in Dresden, Erfurt, Leipzig, Prag und Breslau stehen zwar im Plan. Ob sie wahrgenommen werden können, wird sich erst noch zeigen.