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Neues Feriendorf lockt nach Petershain

Familie Kittner hat sich mit dem Traditionshof ein neues Standbein geschaffen. Was ihr jetzt fehlt, sind die Gäste.

Ines und Armin Kittner stehen im Gemeinschafts- und Seminarraum im neuen Fischerhaus in Petershain. Hier kommen die Gäste an und nehmen ihre Mahlzeiten ein.
Ines und Armin Kittner stehen im Gemeinschafts- und Seminarraum im neuen Fischerhaus in Petershain. Hier kommen die Gäste an und nehmen ihre Mahlzeiten ein. © André Schulze

In normalen Zeiten könnten wir nicht in jedes Zimmer schauen, sagt Ines Kittner bei einem Rundgang durch ihr neues Ferienobjekt in Petershain. Denn ohne Corona würde Leben auf dem "Traditionshof Lausitzer Teich- und Waldwirtschaft" herrschen und nicht wenige der insgesamt 24 Betten belegt sein. Aber so streift nur ein Computerexperte übers Gelände und macht die Räume fit für Computeranschlüsse. Trotz der zunächst bis Mitte Februar andauernden Flaute behält Ines Kittner ihren Optimismus und sagt sich: "Die Gäste werden noch kommen!"

Seit November ist der Traditionshof bezugsfertig, auch wenn die Handwerker noch einiges zu tun haben. Aber die Betten sind gemacht und die Küchen eingerichtet. "Wir hatten schon Anfragen für Weihnachten und zum Jahreswechsel. Da wäre es schon voll geworden", sagt die Geschäftsfrau. Aber der erneute Lockdown sorgte für keine ersten Gäste in der kleinen Siedlung aus Blockholzhäusern am Ortsausgang von Petershain.

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Keine Einnahmen bei laufenden Kosten

Das ist eine schwierige wirtschaftliche Situation gegenwärtig. Kittners haben sich ein neues Standbein mit der Blockhaus-Kittner GbR geschaffen und können die ersten Früchte noch nicht ernten, weil sie noch nicht reif sind. "Es sind nicht nur die Investitionen, die wir in unseren Traditionshof stecken, sondern auch die laufenden Betriebskosten für die Häuser", sagt Ines Kittner. Sie hat bisher nur Ausgaben statt Einnahmen. Mittelpunkt des Hofes ist das Fischerhaus. Im Obergeschoss sind drei Ferienzimmer und darunter eine Gemeinschaftsküche mit Tischen und Stühlen sowie die Rezeption. In dieser wird Tochter Cindy ihren künftigen Arbeitsplatz haben. Schließlich hat sie eine Lehre im Tourismus absolviert.

Cindy Kittner wird auch zuständig sein für das Waldhaus, das zwei separate Ferienwohnungen hat, und das Jägerhäusel, das komplett von einer Familie bewohnt werden kann. Diese Feriengäste können ihr Frühstück im Fischerhaus einnehmen oder sich selbst kümmern, da die Wohnungen mit Küchen ausgestattet sind. Urlaub im umweltverträglichen Holzblockhaus und die Natur gleich vor der Haustür - damit wollen Kittners die Leute nach Petershain locken. Dass das gelingt, weiß Frau Kittner aus der Vermietung ihrer Ferienwohnungen in der Ziegelei. "Wer Ruhe und Natur sucht, ist hier richtig aufgehoben", sagt die Pensionswirtin.

Grillhaus fördert die Gemeinschaft

Dazu verfolgen Kittners noch ein weiteres Anliegen: "Unsere Gäste sollen in Gemeinschaft schöne Tage bei uns erleben." Damit nicht jeder nur auf seine Bude kriecht und den Abend vor dem Fernseher verbringt, haben Kittners in den Häusern nicht nur "Klönecken" eingerichtet. Dort lässt man sich mit den Zimmernachbarn zum Schwatz nieder und um Bier oder Wein zu trinken. Dazu steht auf dem Hof ein Grillhaus. Die Zimmerleute haben darin noch zu tun, aber es wird ein gemütlicher Ort mit einem großen Kohlegrill in der Mitte. "Wir pflegen die Gemeinschaft und das wollen wir an unsere Gäste weitergeben. Manche sind es gar nicht mehr gewöhnt, sich mit anderen an einen Tisch zu setzen", nennt Ines Kittner ihre Erfahrungen aus dem Pensionsbetrieb.

An ihrem Projekt arbeiten Ines und Teichwirt Armin Kittner seit 2016. Zunächst musste das Land erworben und Baurecht geschaffen werden. Gefördert wurde das Vorhaben aus dem Fonds "Investitionen für nachhaltige Aquakultur und Fischerei". Ursprünglich sollte eine Feriensiedlung mit 14 Blockhäusern entstehen. Doch angesichts der gegenwärtigen Situation sind Kittners froh, kleiner gebaut zu haben. "Uns bleibt die Option, weitere Häuser dazuzusetzen", sagt Armin Kittner. Die Bauplätze sind bereits ausgewiesen. Seine Frau bereitet inzwischen die Vermarktung der Feriensiedlung vor. Eine eigene Internetseite soll es geben und die großen Buchungsportale werden den Traditionshof mit aufnehmen.

Die Blockhäuser stammen von einem Unternehmen bei Sankt Petersburg. Sie wurden von dort geliefert und durch Fachleute in Petershain aufgebaut. Die Inneneinrichtung nahm Ines Kittner selbst vor. Auch die Idee mit den bunten Haustüren und Fenstern stammt von ihr. Diese bringen zusätzliche Farbtupfer in die vom Holzfarbton geprägten Häuser. Das werden auch die Jäger zu schätzen wissen, die seit Jahren Stammgäste bei Kittners sind und in ihrem Jagdrevier auf die Pirsch gehen. "Zu uns kommen Jäger aus ganz Deutschland. Mit unserem Traditionshof werden sie nicht nur gemeinsam auf die Jagd gehen, sondern auch ihre Freizeit zusammen verbringen", erzählt Armin Kittner, der selbst Jäger und Jagdpächter ist.

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Das größte Blockhaus ist das Fischerhaus. Es beherbergt drei Ferienzimmer im Dachgeschoss, den Gemeinschaftsraum mit offener Küche und die Rezeption. Das Außengelände soll im Frühjahr gestaltet und bepflanzt werden.
Das größte Blockhaus ist das Fischerhaus. Es beherbergt drei Ferienzimmer im Dachgeschoss, den Gemeinschaftsraum mit offener Küche und die Rezeption. Das Außengelände soll im Frühjahr gestaltet und bepflanzt werden. © André Schulze
Blick in eine der beiden Ferienwohnungen. Hier der "Adlerhorst" mit zwei Schlafzimmern, Küche und Wohnzimmer. Die Übernachtung wird pro Person berechnet und kostet 35 Euro, Kinder bis zwölf Jahre zahlen 20 Euro.
Blick in eine der beiden Ferienwohnungen. Hier der "Adlerhorst" mit zwei Schlafzimmern, Küche und Wohnzimmer. Die Übernachtung wird pro Person berechnet und kostet 35 Euro, Kinder bis zwölf Jahre zahlen 20 Euro. © André Schulze
Die Ferienzimmer und -Wohnungen sind alle mit Bädern einschließlich Dusche ausgestattet. Eine Fußbodenheizung sorgt für angenehme und gleichmäßige Wärme.
Die Ferienzimmer und -Wohnungen sind alle mit Bädern einschließlich Dusche ausgestattet. Eine Fußbodenheizung sorgt für angenehme und gleichmäßige Wärme. © André Schulze
Kurz vor seiner Vollendung steht das Grillhaus als gemeinschaftlicher Treff. Die Eingänge bekommen noch Türen und der Grill muss auch noch aufgestellt werden.
Kurz vor seiner Vollendung steht das Grillhaus als gemeinschaftlicher Treff. Die Eingänge bekommen noch Türen und der Grill muss auch noch aufgestellt werden. © André Schulze
So soll der Traditionshof in Zukunft aussehen. Mehrere Blockholzhäuser als Unterkünfte und ein zentraler Platz mit einem Teich. Die Häuser werden mit eigener Solarenergie versorgt und der längliche Teich rechts gewährleistet die Löschwasserversorgung.
So soll der Traditionshof in Zukunft aussehen. Mehrere Blockholzhäuser als Unterkünfte und ein zentraler Platz mit einem Teich. Die Häuser werden mit eigener Solarenergie versorgt und der längliche Teich rechts gewährleistet die Löschwasserversorgung. © André Schulze

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