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Trockenen Fußes in die Wehrkirche

Die Gemeinde Horka lässt nicht nur das Denkmal auffrischen, sondern auch den Kirchvorplatz neu gestalten.

Baustelle am Vorplatz der Wehrkirche in Horka.
Baustelle am Vorplatz der Wehrkirche in Horka. © André Schulze

Keine Pfützen sollen die Kirchgänger mehr zum Zick-Zack-Lauf veranlassen, wenn sie in die Wehrkirche in Horka gehen. Dafür sorgen seit einigen Wochen Bauarbeiter des Unternehmens STB See. Konkret geht es um den Vorplatz an der Kirche, der neu befestigt wird.

Für Bürgermeister Christian Nitschke ist es wichtig, dass dabei auch an das Ableiten des Regenwassers gedacht wird. Durch das Einbringen von gepflasterten Ablaufrinnen soll es keine Ansammlung von Oberflächenwasser mehr geben. Das ist aber nur ein Teil des gemeinsamen Vorhabens von der Gemeinde Horka als Eigentümerin des Vorplatzes, der evangelischen Kirchengemeinde und des Vereins "Historische Wehranlage in Horka". Es geht um die Sanierung des gesamten Ensembles. Dazu gehört auch das Kriegsdenkmal in der Mitte des Platzes.

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Zwei neue Eichen

Dieses wurde komplett abgebaut und ist jetzt erst einmal eingelagert. Neu aufgebaut ist dagegen schon das Fundament auf dem das Denkmal nach seiner Restaurierung durch eine Fachwerkstatt im Frühjahr wieder stehen wird. Abgetragen wurde der Erdhügel, weil das Denkmal ursprünglich auf ebener Erde stand. Bei der Demontage der Granitelemente zeigte sich, dass auch die beiden Eichen nicht mehr länger stehen dürfen. Nach Einschätzung der Verantwortlichen mussten eine bereits abgestorbene und ein erkrankter Baum gefällt werden. An ihrer Stelle stehen bereits zwei neue, junge Eichen.

1871 wurde der Obelisk für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges eingeweiht. Acht Männer aus Horka und Mückenhain waren als Kriegsopfer zu beklagen..
1871 wurde der Obelisk für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges eingeweiht. Acht Männer aus Horka und Mückenhain waren als Kriegsopfer zu beklagen.. © Repro/André Schulze

Aufgewertet soll der mit Sand eingeschlemmte Platz mit Tisch und Bank werden, um ihn als Rastplatz zu nutzen. Denn auch Fahrradtouristen nehmen sich die Wehrkirche als Ziel vor. Darüber hinaus werden Parkplätze für Autos gekennzeichnet, einer soll nur behinderten Kraftfahrern zur Verfügung stehen. Insgesamt sind für den Vorplatz und das Denkmal rund 100.000 Euro veranschlagt. 80 Prozent der Summe hat die Gemeinde als Fördermittel bewilligt bekommen. Bleiben noch 20.000 Euro, die selbst aufzubringen sind.

Verein bittet um Spenden

Der Verein hat dazu eine Spendenaktion zu dem Kirchvorplatz ins Leben gerufen. Auf das Konto des Vereins kann gespendet werden, sagt Vorsitzender Jens Mett. Bargeldbeträge können persönlich dem Bürgermeister und Pfarrer Ulf Schwäbe überreicht werden. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch ausgestellt. Auf einen Grundstock an Eigenmitteln kann der Verein bereits verweisen. Die Spenden zum Historischen Markt im vergangenen Jahr betragen rund 3.200 Euro. Dazu kommt die Privatspende einer Familie, die einst in Horka wohnte. Ihre 3.000 Euro sollen für die Restaurierung des Denkmals genommen werden, entschied der Gemeindekirchenrat. Aber das reicht in Summe noch nicht.

Ehre den Gefallenen

1924 fand die zweite Einweihung statt und wurde auf dieser Postkarte verewigt. Der Obelisk wurde zuvor mit zwei Gedenktafeln und einem Adler ergänzt. Auf den Tafeln stehen die Namen von 64 im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus dem Kirchspiel Horka.
1924 fand die zweite Einweihung statt und wurde auf dieser Postkarte verewigt. Der Obelisk wurde zuvor mit zwei Gedenktafeln und einem Adler ergänzt. Auf den Tafeln stehen die Namen von 64 im Ersten Weltkrieg Gefallenen aus dem Kirchspiel Horka. © Repro/André Schulze

Seinen Ursprung hat das Denkmal im Deutsch-Französischen Krieg. 1870 kam es zum kriegerischen Konflikt zwischen Preußen und Frankreich in dessen Folge ein Jahr später das Deutsche Kaiserreich entstand. Im selben Jahr wurden vor der Horkaer Kirche zwei Friedenseichen gepflanzt und wenig später ein Obelisk aufgestellt. Die Inititiative ergriff die Kirchengemeinde dazu. Auch damals halfen Spenden, der acht im Krieg gefallenen Männer mit einem Obelisken zu gedenken. Nach dem Ersten Weltkrieg bekam der Obelisk aus schlesischem Mamor zwei größere Seitenteile angefügt. Darauf sind die Namen der 64 Gefallenen aus dem Kirchspiel Horka in Stein verewigt. 1924, zehn Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, wurde das Denkmal von Kirche und Gemeinde eingeweiht und blieb in seiner Form bis heute stehen. 1945 bekam das Denkmal Einschüsse von der Roten Armee ab, die bis heute zu sehen sind. Irgendwann verschwand der bronzene Adler vom Obelisken und kehrte nie wieder auf seinen Horst zurück.

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