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Zerstörungswut macht Gemeinden Sorgen

In Weigersdorf sind am neuen Spielplatz erste Schäden beseitigt. In Niesky ist der Holzpavillon wiederholt betroffen. Das sind nur zwei Beispiele.

Zerstörungen, Schmierereien und Abfälle sind das fast tägliche Bild, das Bauhofmitarbeiter morgens am Pavillon am Rosensportpark in Niesky vorfinden.
Zerstörungen, Schmierereien und Abfälle sind das fast tägliche Bild, das Bauhofmitarbeiter morgens am Pavillon am Rosensportpark in Niesky vorfinden. © Bauhof Stadt Niesky

Für Weigersdorf und die Gemeinde Hohendubrau ist das ein großes Ereignis gewesen, als zum 18. Juli der neue Spielplatz hinter den Häusern der Trinitatisgemeinde in Weigersdorf übergeben werden konnte. Bereits wenige Tage danach mussten Bauhofmitarbeiter bereits die ersten Reparaturen an Spielgeräten ausführen. Das sollte nicht der einzige Einsatz für den Bauhof bleiben.

Bürgermeister Denis Riese ist entsetzt darüber, welche Missachtung neu geschaffenen Sachen entgegengebracht wird. "Wenn die Beschädigungen in diesem Tempo weitergehen, wird der Spielplatz die Zweckbindungsfrist nicht überstehen", ist seine Sorge. Das bedeutet, die Gemeinde muss die Fördergelder zurückzahlen. Denn gebaut werden konnte der schon lange geplante neue Spielplatz nur mit Förderung aus dem Leader-Programm. Rund 100.000 Euro kostete die Neugestaltung des idyllischen Areals hinter den Gemeindehäusern.

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Bushäuschen sind regelmäßig dran

Doch nicht nur am neuen Spielplatz tobt sich die einheimische Jugend aus, wie inzwischen feststeht. Auch die Bushäuschen nicht nur in Weigersdorf müssen unter den Wutausbrüchen einzelner junger Leute regelmäßig leiden. Zerstörung, Schmierereien und liegengelassene Abfälle sind das regelmäßige Resultat nach einem Treff. Die Gemeinde wird es schon aufräumen, ist die Meinung der dort Versammelten.

Besonders in den Sommermonaten ist die Zerstörungsquote sehr hoch. Zu einer Zeit, in der man lange und bei angenehmen Temperaturen draußen sitzen kann - und nichts mit sich anzufangen weiß. Auf dem Spielplatz in Gebelzig musste das Zelt des Schulhortes dran glauben - sinnlos zerstört. Ebenso hatte man es schon auf die zum Jahresanfang 2019 angeschaffte Geschwindigkeitsmessanlage abgesehen. Sie hat die Gemeinde für rund 1.000 Euro gekauft, um den Rasern in den Ortschaften zumindest den moralischen Zeigefinger zeigen zu können.

Lagerfeuer im Wald

Reparaturen und Neuanschaffungen kosten der Kommune zusätzliches Geld, das woanders sinnvoller ausgegeben werden könnte. "Die Liste der Zerstörungswut und Vandalismusschäden ist noch viel länger", betont der Bürgermeister. Vor allem, wenn Orte zu regelmäßigen Treffs geworden sind - wie die Wanderhütte auf dem Groß Saubernitzer Berg. Von "Saufgelagen" ist hier die Rede. Vermüllt wird sie zurückgelassen, dazu kommen illegale Lagerfeuer im Wald.

Aus dem Gemeindeamt kommt die eindringliche Bitte an die Einwohner, Beschädigungen und Zerstörungen am gemeinsamen Eigentum der Polizei gegenüber anzuzeigen. Aber das passiert meist erst, wenn der Schaden entstanden ist. Die Trinitatisgemeinde in Weigersdorf möchte einen anderen Weg gehen. "Wir wollen mit der Jugend im Gespräch bleiben", sagt Pfarrer Benjamin Rehre. Zwar ist seine Kirchgemeinde mit den Zerstörungen ebenfalls konfrontiert, aber dieses Problem lässt sich nur mit den Betreffenden zusammen lösen. "Ihnen fehlt eine Grundbetreuung", ist der Pfarrer überzeugt. Inwieweit die Kirchgemeinde diese der Dorfjugend bieten kann, bleibt noch auszuloten.

An Papierkörben mangelt es nicht, aber der Abfall liegt oft daneben. Hinzu kommen Schmierereien wie hier an den Balken des Pavillons am Rosensportpark.
An Papierkörben mangelt es nicht, aber der Abfall liegt oft daneben. Hinzu kommen Schmierereien wie hier an den Balken des Pavillons am Rosensportpark. © Bauhof Stadt Niesky

Pavillon sorgt für ständigen Ärger

In Niesky ist das Problem von Zerstörung und Verschmutzung ein ständiges. Nur in seinem Ausmaß variiert es. "Momentan ist es ruhiger geworden", schätzt Sachgebietsleiter Enrico Bachmann ein. Die Brennpunkte sind aber geblieben - wie der Pavillon am Rosensportpark. Besonders Montag früh hat der Bauhof an diesem Ort oft nicht nur den Abfall vom Wochenende wegzuräumen, sondern auch Reparaturen auszuführen. "In den Sommermonaten ist es besonders schlimm gewesen", sagt Bachmann.

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In Niesky zeigte sich das gleiche Bild wie in Weigersdorf. Der im Herbst 2019 übergebene Holzpavillon hatte nach zwei Wochen schon die ersten Schäden an den Fallrohren der Dachrinne, verursacht durch blinde Zerstörungswut. Stadt, Sparkasse und Unternehmer haben 12.000 Euro dafür ausgegeben, dass die Jugend an der Skaterbahn ein Dach über dem Kopf hat.

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