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So streuen Gegner der Teststrecke Gerüchte

Gegen den Bahnring bei Niesky gibt es Widerstand. Baummarkierungen halten die Kritiker bereits für Vorbereitungen. Die Wahrheit aber ist ganz anders.

Die Markierungen im Wald nördlich von Niesky dienen der Grenzzeichnung.
Die Markierungen im Wald nördlich von Niesky dienen der Grenzzeichnung. © Privatfoto

Seitdem die Rede von einer möglichen Teststrecke für Eisenbahnen und Waggons im Norden von Niesky ist, achten die Menschen aufmerksamer auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Besonders dort, wo der Testring gebaut werden könnte: im Wald zwischen Niesky und Trebus. In diesem Waldstück sind bereits Veränderungen beobachtet worden. Das schreibt eine Leserin aus Niesky.

Yvonne Sachse ist seit mehr als zwei Jahrzehnten regelmäßig mehrmals wöchentlich im Wald nördlich von Niesky unterwegs. Je nach Jahreszeit zum Joggen, Walken, Pilze sammeln oder einfach nur, um bei einem Winterspaziergang die Seele baumeln zu lassen. "Daher kenne ich mich mittlerweile im Wald recht gut aus und Veränderungen fallen mir natürlich sofort ins Auge. Erst recht, wenn sie sich unmittelbar am Wegrand eines Hauptweges befinden." So sind der Nieskyerin im Wald mehrere Grenzsteine und Bäume aufgefallen, die mit roter Signalfarbe gekennzeichnet wurden.

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Spekulationen zu den Markierungen

Die Diskussionen um das Projekt "Tetis", der Eisenbahnteststrecke für Sachsen, sind Frau Sachse bekannt. "Um Spekulationen vorzubeugen, empfehle ich eine Recherche, wer da was zu welchem Zweck hat markieren lassen", ist ihr Hinweis. Denn die roten Pfeile im Wald sind schon als erste Zeichen für die Bauvorbereitungen dieses Vorhabens gedeutet worden. An dem ist es aber nicht, wie die SZ aus dem Kreisforstamt erfuhr. Landkreis-Sprecherin Franziska Glaubitz antwortet, dass es sich um Markieren für Waldarbeiten handelt, die im Zuge des Waldschutzes und damit verbundenen Fällarbeiten vorgenommen werden. Der betreffende Waldbesitzer hat seine Grenzen mit einer doppelten horizontalen Linie gekennzeichnet. Die Pfeile nach unten zeigen auf den Grenzstein und die diagonal markierten Bäume sollen gefällt werden.

Es wäre verfrüht, jetzt bereits Bäume zu fällen, zumal das Vorhaben noch nicht einmal Planungsreife hat. Zudem verhandelt das sächsische Wirtschaftsministerium mit eventuell infrage kommenden Investoren. Diese sind notwendig, um den Testring überhaupt bauen zu können. Konkretes ist gegenwärtig nicht bekannt, beziehungsweise wird vom Staatsministerium nicht kommuniziert.

Der 20 Kilometer lange Testring ist eine Maßnahme aus dem Strukturförderprogramm des Bundes zum Kohleausstieg und soll in der Lausitz die Initialzündung für bis zu 1.000 neue Arbeitsplätze sein. Davon geht eine Potenzialanalyse aus, die im Juni vergangenen Jahres in Niesky der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

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