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Weihnachtsmärkte: Das planen Städte und Dörfer

2020 sind alle Märkte abgesagt worden. Jetzt hoffen Kommunen und Veranstalter von Niesky bis Reichenbach auf einen Neubeginn. Die Unsicherheit aber bleibt.

Im Lichterglanz zeigte sich der Weihnachtsmarkt 2019. Im vergangenen Jahr durfte kein Weihnachtsmarkt stattfinden. Nun hoffen die Nieskyer auf dieses Weihnachten.
Im Lichterglanz zeigte sich der Weihnachtsmarkt 2019. Im vergangenen Jahr durfte kein Weihnachtsmarkt stattfinden. Nun hoffen die Nieskyer auf dieses Weihnachten. © Archiv/André Schulze

Die Einigkeit unter den Veranstaltern ist ungebrochen: Wir wollen wieder Weihnachtsmärkte öffnen! Im vergangenen Jahr sah das anders aus. Die Vorbereitungen waren getroffen, aber dann musste doch alles abgesagt werden. Die Corona-Inzidenz ließ keine Gemütlichkeit bei Glühwein und Bratwurst zu. Nun hofft man auf dieses Jahr.

Doch die Unsicherheit ist groß. Deswegen will die Stadt Görlitz beispielsweise erst Ende Oktober Details über den Schlesischen Christkindelmarkt in diesem Jahr mitteilen. Dresden hingegen hat grünes Licht für den traditionellen Striezelmarkt gegeben. Allerdings gelten auch dort Sonderbedingungen.

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In Niesky ist man zuversichtlich, dass es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt geben wird. Simone Sturm, zuständig für Ordnung und Sicherheit und auch für den Weihnachtsmarkt, sagt, dass vergangene Woche darüber beraten wurde mit dem Ergebnis, den Markt stattfinden zu lassen. "Die Unsicherheit bleibt, welche Regelungen in zwei Monaten gelten", betont die Sachgebietsleiterin.

Traditionell findet der Markt am zweiten Adventswochenende statt, also am 4. und 5. Dezember. Vom Umfang und dem Angebot soll an die Vorjahre angeknüpft werden. Parallel plant die Stadt auch den "Kleinen Weihnachtsmarkt" wieder, der vom 1. bis 7. Dezember die Passanten zum Verweilen einlädt. Beides findet auf dem Zinzendorfplatz statt.

Sachsen will Weihnachtsmärkte möglich machen

Wie es in Niesky mit Musik und Gesang, live dargeboten, aussehen wird und ob das Winterdorf am Gymnasium öffnet, darüber ist noch zu entscheiden. Das ist abhängig von den geltenden Corona-Bestimmungen. Kulturministerin Barbara Klepsch will Weihnachtsmärkte und Bergparaden in Sachsen ermöglichen und dies möglichst praktikabel für die Veranstalter, ohne dabei jedoch den Blick auf das Pandemiegeschehen zu verlieren. Das teilte ihr Ministerium am Montag mit.

Im Städt'l kein Weihnachtsmarkt

Möglicherweise werden diese Aussichten den Heimatverein Nieder Seifersdorf zu neuen Überlegungen ermutigen. Denn der Verein hat den Markt im Städt'l vergangenen Freitag abgesagt. Händler und weitere Teilnehmer sind darüber informiert worden. Nun könnte es ihn vielleicht doch geben. Dennoch bleiben nicht nur für den Heimatverein große Unsicherheiten. Die aktualisierte Corona-Schutz-Verordnung soll ab dem 21. Oktober gelten. Wann ihr Inhalt bekannt wird, ist offen. Mit den Vorbereitungen kämen nicht nur die Nieder Seifersdorfer unter mächtigen Zeitdruck. Auch Niesky sagt: Wir haben dieses Jahr erst spät angefangen.

In Nieder Seifersdorf kommt dazu, dass viel in geschlossenen Räumen stattfindet: Bastelstube, Märchentante, Backstube für Kinder und die Heimatstube laden zum Besuch ein. Ob und wie dann Publikum zugelassen ist, steht noch in den Sternen. Hinzu kommt, dass der Nieder Seifersdorfer Weihnachtsmarkt in den Händen des Heimatvereins und der Radballer liegt, also ehrenamtlich auf die Beine gestellt wird. Für den Radballverein "Pfeil" zählt der Weihnachtsmarkt zu den wichtigen Einnahmequellen, um die Vereinsarbeit zu finanzieren. Im vergangenen Jahr musste darauf verzichtet werden. Ein zweites Jahr des Verzichtes wollen die Radballsportler vermeiden.

Das Städt'l in Nieder Seifersdorf ist zur Adventszeit 2020 wieder mit Lichtern weihnachtlich geschmückt worden. Ein Weihnachtsmarkt durfte nicht stattfinden.
Das Städt'l in Nieder Seifersdorf ist zur Adventszeit 2020 wieder mit Lichtern weihnachtlich geschmückt worden. Ein Weihnachtsmarkt durfte nicht stattfinden. © Archiv/André Schulze

Wie die Lage sich auch entwickelt, eines wollen beide Vereine beibehalten: Das Städt'l von Nieder Seifersdorf wird weihnachtlich geschmückt und zeigt zumindest optisch im Lichterglanz, dass die Weihnachtszeit begonnen hat. Auch die Märchenfiguren aus Holz und die Krippe sollen ihre Plätze wieder bekommen.

Kodersdorf und Rothenburg halten an dem Markt fest

Vereine und Händler aus der Gemeinde Kodersdorf fragen bereits nach, ob am Gemeindeamt ein Weihnachtsmarkt wieder sein wird. "Die Resonanz ist gut", schätzt Tilmann Havenstein ein. Als Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung ist er für den Weihnachtsmarkt zuständig. Traditionell soll der Markt am zweiten Adventsonntag, also dem 5. Dezember, ab 14 Uhr, stattfinden. Vom Umfang und dem Angebot her soll der diesjährige Markt an die vorangegangenen anknüpfen.

In Rothenburg will Udo Hübner den Neißestädtern und ihren Gästen wieder einen großen Weihnachtsmarkt um das Rathaus bieten. "Vorausgesetzt, die Politik macht mir keinen Strich durch die Rechnung", betont der Rothenburger und meint Auflagen wegen der Corona-Pandemie. Denn Rothenburg hat dasselbe Problem wie Niesky. Die Märkte finden auf öffentlichen Plätzen statt. Sie einzuzäunen und personell abzusichern, bedarf eines erheblichen Aufwands. Auch würde der Charakter eines offenen Marktes darunter leiden. Das soll in beiden Städten vermieden werden.

Reichenbach entscheidet zum Monatsende

In Reichenbach ist man guter Hoffnung auf einen Weihnachtsmarkt in diesem Jahr. "Wir haben ihn noch nicht abgesagt", betont Bianka Senger von der Stadtinfo. Anfragen von Händlern liegen vor, die in Reichenbach gern ihr Weihnachtsgeschäft machen wollen. Vorgesehen ist der Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende auf dem Gelände der St. Johannes-Kirche.

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Darüber entscheiden, ob der Markt stattfinden wird, will die Stadt mit den Vereinen und Einrichtungen Ende Oktober, sagt Organisatorin Bianka Senger. Dann dürfte auch klar sein, welche Corona-Regeln das Land Sachsen festgelegt hat. Kulturministerin Barbara Klepsch plädiert für möglichst praktikable Lösungen, ohne aufwendige Kontrollen von 3-G-Nachweisen oder Kontaktnachverfolgung. Die Veranstalter brauchen Planungssicherheit und dabei Rahmenbedingungen, die auch in der Praxis umsetzbar sind. Dazu gehört eine Konzeptabstimmung der Veranstalter mit den Gesundheitsämtern, denn die Pandemie ist noch allgegenwärtig.

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