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Wie sich das Nieskyer Waldbad vergrößert

Ein Spielfeld für Volley- und Basketball sowie eine größere Liegewiese machen das Freibad attraktiver. Allein kann der Betreiber das aber nicht stemmen.

Badespaß im großen Becken haben der Nieskyer Peter Hänel zusammen mit seinem Enkel Phill. Das Wetter macht sie zu Stammgästen im Waldbad.
Badespaß im großen Becken haben der Nieskyer Peter Hänel zusammen mit seinem Enkel Phill. Das Wetter macht sie zu Stammgästen im Waldbad. © André Schulze

Es ist 10 Uhr und die ersten Badegäste okkupieren die Liegewiese mit ihren Decken und Handtüchern. Am großen Becken nimmt eine Schulklasse Aufstellung zum Schwimmunterricht. Die Temperaturanzeige verweist auf 28 Grad Luft- und rund 24 Grad Wassertemperatur. Dazu Sonne pur am blauen Himmel. Was braucht man noch bei so einem Badewetter?

"Die Besucher", sagt Sabine Michler, Verwaltungsleiterin beim Betreiber des Freizeitparkes, den Stadtwerken Niesky. "Viele unsere Gäste zögern noch, ins Waldbad zu kommen", so Frau Michler. Am Wetter kann es nicht liegen, aber an den Corona-Bestimmungen. Einen Test müssen die Besucher nicht mehr vorweisen, es werden nur noch die Kontaktdaten aufgeschrieben und die Maske ist nur im Eingangsbereich zu tragen. Aber nicht wenige Besucher wissen das nicht so richtig, sind verunsichert und rufen meist vor ihrem Besuch an.

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Beschränkung auf 260 Badegäste bleibt

Denn die Beschränkung auf 260 Badegäste im Waldbad bleibt. "Bisher sind wir noch nicht an diese Grenze gestoßen, aber zum Wochenende könnte das eng werden", sagt die Verwaltungsleiterin. Sie denkt dabei an das vergangene Jahr, wo einige Badbesucher wieder umdrehten, weil das Waldbad voll war. Dem Betreiber gehen damit Einnahmen verloren und den Gästen die Lust am Badbesuch.

Einnahmen, die im Waldbad dringend gebraucht werden, um das Areal für seine Besucher attraktiver zu machen. Die Rede ist von einem Beachvolleyball- und Basketballplatz sowie einer zweiten Liegeweise hinter dem Wasserturm und der Sauna. Seit vergangenem Jahr sind die Stadtwerke dran, vorwiegend in Eigenleistung diese Fläche vorzurichten.

Zugang wird zur Herausforderung

Der Sand ist geschüttet und verteilt, der Ständer für die beiden Basketballkörbe einbetoniert, ein Stück Weg gepflastert und das Ganze eingezäunt. Erde muss noch aufgetragen und Rasen eingesät sowie das Spielfeld hergerichtet werden. Dazu haben die Mitarbeiter des Freizeitparkes jetzt kaum Zeit, denn bei diesem Wetter herrscht voller Badebetrieb. Zudem sind noch Arbeiten notwendig, die nur von Fachkräften auszuführen sind. Wie ein Wanddurchbruch im Sozialgebäude, der den Zugang zwischen Waldbad und dem Spielfeld ermöglicht. Aufgrund der in der Wand verlegten Rohre und Leitungen gestaltet sich der Durchbruch kompliziert und aufwendig.

Die Idee zu diesem Ballspielfeld ist den Mitarbeitern selbst gekommen, und das eigentlich schon mit dem Bau des neuen Eisstadions. Für den Komplex musste das alte Volleyballfeld weichen - und da bot sich die Fläche in Richtung Plittstraße an. Eine Fläche, die eigentlich mal für ein kleines Hallenbad vorgesehen war, das vom Gebäude her an die Sauna angeschlossen werden sollte. Pläne dafür soll es geben, sie sind aber nie umgesetzt worden. Wohl aus finanziellen Gründen.

Noch einiges zu tun ist am Volleyball- und Basketballspielfeld hinter der Sauna. Hier soll auch eine weitere Liegewiese entstehen.
Noch einiges zu tun ist am Volleyball- und Basketballspielfeld hinter der Sauna. Hier soll auch eine weitere Liegewiese entstehen. © André Schulze

Liegewiese ist noch Baustelle

Die Finanzen sind es auch bei dem jetzigen Vorhaben, die seine Fertigstellung ausbremsen. Angesichts der Einschränkungen durch Corona wäre es für den Badbetreiber hilfreich gewesen, wenn er die neue Liegewiese schon für seine Besucher nutzen könnte. Dann dürften weitaus mehr als 260 Menschen sich gleichzeitig im Waldbad aufhalten. Laut der für die Freibäder geltenden Pandemieverordnung darf sich auf 15 Quadratmeter nur ein Badegast breit machen. Theoretisch. Eine vierköpfige Familie wird nicht 60 Quadratmeter, so groß ist manche Dreiraumwohnung in Niesky, für sich beanspruchen. Aber Verordnung ist halt Verordnung.

Somit ist auch die Stadt Niesky gefordert, das Vorhaben voranzubringen. Nicht nur, weil die SWN eine 100-prozentige Tochter der Stadt ist, sondern weil dieses Areal sowohl das Waldbad als auch die Stadt ein Stück attraktiver machen. Denn irgendwie fühlen sich die Stadtwerke damit allein gelassen.

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