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Neue Windräder drehen sich in Zodel nicht vor 2023

Die drei bestehenden Anlagen werden durch drei neue und viel größere ersetzt. Einen größeren Windpark wird es aber nicht geben.

Drei der insgesamt elf Windräder zwischen Zodel und Deschka sollen um 100 weitere Meter in die Höhe wachsen und die dreifache Leistung an Strom erzeugen.
Drei der insgesamt elf Windräder zwischen Zodel und Deschka sollen um 100 weitere Meter in die Höhe wachsen und die dreifache Leistung an Strom erzeugen. © Archiv SZ/Steffen Gerhardt

Es ist Bewegung im Windpark Zodel. An der Erneuerung (Repowering) von drei Windrädern wird gearbeitet. Auch wenn vieles für die Bürger von Neißeaue im Verborgenen abläuft, heißt das nicht, dass sich außer den Rotorblättern nichts dreht in dem Windfeld zwischen Zodel und Deschka.

Es zeigt sich, dass so ein Umrüsten seine Zeit braucht. Mit der Planung betraut ist die eab New Energy Gesellschaft in Großschirma bei Freiberg. Außendienstmitarbeiter Volker Scharf sagt, dass erst in den nächsten zwei, drei Jahren mit einem Aufstellen der Windräder zu rechnen ist. Ursprünglich wollte man vom Zeitplan her schon viel weiter sein. Die drei Anlagen gehören der Berliner Betreibergesellschaft Rewind.

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Zuvor müssen die alten Anlagen abgebaut werden. Dabei handelt es sich um die drei Windräder, die in erster Linie in Richtung Zodel stehen. Sie werden durch größere und leisere Geräte ersetzt. Die drei neuen Windräder sind nicht nur knapp 100 Meter höher als die bestehenden mit ihren 150 Metern Gesamthöhe, sondern auch leistungsstärker. Statt bisher 1.500 Megawattstunden wird dann die dreifache Leistung an Strom pro Generator erzeugt.

Das bringt Geld für Neißeaue

Um das Vorhaben umsetzen zu können, muss der Bebauungsplan für den Windpark geändert werden. In seiner Juni-Sitzung wird der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss fassen. Damit ist es aber nicht getan. Der B-Plan muss öffentlich ausgelegt werden, eventuelle Einsprüche bearbeitet und abgewogen werden und das Ganze dann nochmal in die Auslage gehen. Das wird sich bis ins nächste Jahr hinziehen, schätzt Volker Scharf ein.

An seinen Zusagen an die Gemeinde Neißeaue hält der Betreiber fest. Die Gewerbesteuer soll in voller Höhe der Gemeinde zukommen und nicht an den Betriebssitz nach Berlin abgeführt werden. Zudem soll Neißeaue an jeder erzeugten Kilowattstunde mitverdienen. Mit der zum neuen Jahr erfolgten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) dürfen Betreiber von Windenergieanlagen bis zu 0,2 Cent je erzeugter Kilowattstunde Windstrom an die Kommunen vor Ort weiterreichen.

Rewind will die vollen 0,2 Cent zahlen. Bei geplanten 35 Millionen Kilowattstunden im Jahr bekäme Neißeaue einen jährlichen Zuschuss von 70.000 Euro. Nur für die drei Anlagen. Der Windpark weist aber insgesamt elf Windräder auf. Die acht weiteren Anlagen gehören aber einer anderen Gesellschaft. Bürgermeister Per Wiesner wartet darauf, dass sich auch das Unternehmen in der Gemeinde meldet, um seine Windräder auszutauschen. Bisher ist das noch nicht passiert. Auch hier wird es größere und leistungsstärkere Anlagen geben. Wie bereits bekannt ist, sollen von den neuen Windrädern nur noch sechs aufgestellt werden.

Regionalplan lässt kein Erweitern zu

Ursprünglich wollte Rewind sein Windfeld vergrößern, um Platz für zwei weitere große Anlagen zu bekommen. Aber dieses Vorhaben ist vom Tisch. Laut aktuellem Regionalplan soll der Windpark Zodel in seiner Größe so bleiben, zusätzliche Flächen sind von den Regionalplanern nicht vorgesehen. In Neißeaue wäre man offen gewesen für einen Zuwachs an Windrädern, so Bürgermeister Wiesner. Mit den zwei weiteren Windrädern wären dann nicht nur 70.000 Euro, sondern rund 100.000 Euro als "Energie-Cent" in die Gemeindekasse geflossen.

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