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Drei große Windräder kommen nach Zodel

Ein Teil der bestehende Anlagen im Windpark sollen durch neue ersetzt werden. Hoffnungen des Investors auf mehr Räder aber sind passè.

Im Windpark der Gemeinde Schöpstal an der Autobahn wurde im vergangenen Jahr ein neues Windkraftrad von der Firma Enercon aufgebaut. Das alte war bereits demontiert worden.
Im Windpark der Gemeinde Schöpstal an der Autobahn wurde im vergangenen Jahr ein neues Windkraftrad von der Firma Enercon aufgebaut. Das alte war bereits demontiert worden. ©  Archiv/André Schulze

Es ist ruhig geworden um das Vorhaben, größere Windkraftanlagen zwischen Zodel und Deschka in Stellung zu bringen. Aber dieser Eindruck ist nur äußerlich. In den Büros wird weiter daran gearbeitet, den Windpark Deschka/Zodel leistungsfähiger für die Zukunft zu machen. Die Corona-Pandemie und die Neuwahl des Bürgermeisters in Neißeaue haben andere Themen in den Vordergrund gerückt als die Windenergie. Aber das wird jetzt nachgeholt, trotz Hindernissen.

Per Wiesner hat die Vorstellung des Projektes eines Repowering von drei Windkraftanlagen, also Leistungssteigerung durch größere Anlagen, im vergangenen Juli mitverfolgt. Zu dieser Zeit saß Wiesner noch als Gemeinderat in der Runde. Als neu gewählter Bürgermeister trägt er nun Verantwortung von kommunaler Seite für das Vorhaben. "Deshalb ist es mir wichtig, Entscheidungen mit dem Gemeinderat und den Bürgern zu treffen", sagt Wiesner. Aus diesem Grund hatte der Bürgermeister für Mittwochabend eine Bürgerversammlung zum Thema Windenergie in der Gemeinde geplant. Aber Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung, nun soll die Versammlung im März nachgeholt werden.

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Eine Höhe von 246 Metern

Denn solange die Gemeinde Neißeaue das Vorhaben nicht beschlossen hat, kann dafür nichts unternommen werden. Es handelt sich um die drei Windräder Richtung Zodel. Sie gehören dem Berliner Energieunternehmen Re-Wind und sollen durch leistungsstärkere Anlagen ersetzt werden. Das heißt, dass die jetzt montierten Siemensturbinen durch die vom Typ E-160 der Firma Enercon ersetzt werden. Aber nicht nur die Turbinen werden ausgetauscht, sondern die gesamte Anlage. Die Leistung jedes dieser neuen Windräder verdreifacht sich auf 4.500 Kilowattstunden, was sich auf die Größe auswirkt. Mit dem Rotorblatt wird eine Höhe von 246 Metern erreicht. Die bisherigen Anlagen kommen auf rund 150 Meter.

Das Vorhaben wurde so dem Gemeinderat bereits im Juli und den Bürgern im September vergangenen Jahres vorgestellt. Die Gemeinderäte gehen mit dieser Erneuerung mit, das machten sie in einer Sondersitzung kurz nach der Projektvorstellung deutlich. Die Re-Wind ließ dabei die Option offen, auf ihrem Grund und Boden noch zwei weitere Windräder stellen zu wollen. Der vergangenes Jahr fortgeschriebene Regionalplan lässt dieses Vorhaben aber nicht mehr zu. Der Windpark Zodel wurde in seiner bestehenden Größe darin festgeschrieben. Erweiterungsflächen sind nicht mehr vorgesehen. Das bestätigt Michael Krapf, Projektleiter der Q-Energie Deutschland, die im Auftrag der Re-Wind an der Umsetzung arbeitet.

Weniger Einnahmen für die Gemeinde

Somit ist kein Platz mehr für weitere Anlagen, es wird vorerst bei den drei zu erneuernden Windrädern im Süden des Windparkes bleiben. Zum Nachteil für die Gemeinde Neißeaue. Erwartet sie doch, durch die kommunale Umlage entsprechend der jüngst beschlossenen EEG-Novelle an der Windenergie mit verdienen zu können. Denn jede durch eine neue Windkraftanlage erzeugte Kilowattstunde bringt der Kommune künftig bis zu 0,2 Cent ein. Dazu kommt noch die Gewerbesteuer aus den drei Anlagen, wenn sie stehen.

Der Zeitplan hat sich inzwischen nach hinten verschoben. Zuständig ist dafür die eab New Energie Gesellschaft mit Sitz in Großschirma. Vor einem halben Jahr hieß es von Außendienstmitarbeiter Volker Scharf noch, die Planungen werden 2020 abgeschlossen und dieses Jahr erfolge der Abriss der alten Windräder. So weit ist man nun nicht mehr. Denn zuerst muss die Gemeinde einen Aufstellungsbeschluss fassen - und das wird erst nach der Bürgerversammlung sein. Volker Scharf ist bereits in zwei Wochen zum nächsten Termin im Gemeindeamt Groß Krauscha. "Es sind ehrliche und konstruktive Gespräche mit der Gemeinde", lobt er Neißeaue.

Neues Windrad an der Autobahn

Die Windräder an der Autobahn auf Schöpstaler Flur sollen ebenfalls einer Erneuerung unterzogen werden. Eine Anlage wurde bereits im vergangenen Jahr durch eine größere ersetzt. Insgesamt sind dort zwölf Windräder aufgestellt. Die Jüngsten stammen aus den Jahren 2010 und 2011. Bürgermeister Bernd Kalkbrenner sagt, dass die Informationen von den Betreibern dazu an die Gemeinde sehr spärlich sind. "Wir wissen nicht, wann und wie das Repowering erfolgen soll." Aber es werden nicht alle Anlagen davon betroffen sein. Die am Gutweg sollen in ihrer Größe und Leistung so bleiben.

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