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Wie Niesky seine Mieter glücklich macht

Das Ehepaar Schöler aus dem Harz ist der Tochter nach Niesky gefolgt - in eine kleine und moderne Wohnung. Diesen Wunsch haben auch andere.

Ernst und Christiane Schöler wohnen seit zwei Monaten in einer der neu sanierten Wohnungen am Zinzendorfplatz.
Ernst und Christiane Schöler wohnen seit zwei Monaten in einer der neu sanierten Wohnungen am Zinzendorfplatz. © André Schulze

Das ist es, was für das Ehepaar Schöler Wohnqualität in Niesky ausmacht: "Wir sind umgeben von Grün und wohnen doch mitten in der Stadt."  Deshalb zog das Paar vor einigen Wochen von Nordhausen nach Niesky. Die schöne Wohnung, die Ernst und Christiane Schöler am Zinzendorfplatz bezogen haben, wurde für sie neu hergerichtet. Ihr Vermieter, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG), investiert viel in den Wohnkomfort ihrer Mieter. Auch deshalb, weil sich ein neuer Trend bei den Wohnungsgesuchen abzeichnet.    

Jörg Kalbas sagt als Geschäftsführer der GWG, dass derzeit vor allem kleine Wohnungen gefragt sind. Ein- und Zweiraumwohnungen sind der Renner. "Wir haben mehr Anfragen danach, als wir vermieten können", so Kalbas. Wobei kleine Wohnung nicht immer die Zahl der Quadratmeter meint. Denn der Wunsch besteht auch nach wenigeren, aber größeren Zimmern. Das heißt, die Grundrisse in den Geschossbauten müssen verändert werden.  So werden aus Drei- oder Vierraumwohnungen Ein- und Zweiraumwohnungen,  indem das Bad größer und die sonst schmale Küche zu einer Wohnküche aufgeweitet wird. 

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Erste Wohnungen sind umgebaut

Die ersten Wohnungen dieses neuen Typs stehen bereits zur Vermietung, sagt Anne Steinert, zuständig für den Vermietungsservice. Interessenten haben sich schon an den Standorten Gottesackerallee und Ringstraße umgeschaut. Dort hat die GWG bisher drei Wohnungen einen neuen Grundriss gegeben. Wobei nicht nur Wände abgebrochen und neu gesetzt werden, sondern gleichzeitig auch in den Wohnkomfort investiert wird. "Die Mieter sind heute anspruchsvoller als noch vor Jahren", sagt Jörg Kalbas. Dem trägt die GWG Rechnung. Bevor ein neuer Mieter in eine freie Wohnung einzieht, sind erst einmal die Handwerker gefragt.   

Christiane Schöler genießt den Balkon und von ihm den Blick zum Gymnasium. Im Sommer ist das Gebäude vom Grün der Blätter verdeckt.
Christiane Schöler genießt den Balkon und von ihm den Blick zum Gymnasium. Im Sommer ist das Gebäude vom Grün der Blätter verdeckt. © André Schulze

Im Durchschnitt gibt das Wohnungsbauunternehmen für das Renovieren und Modernisieren einer Wohnung 15,84 Euro pro Quadratmeter dafür aus, dass der neue Mieter sich in seinen vier Wänden wohlfühlen kann. Damit steht die GWG im sachsenweiten Vergleich sehr gut da. "Unser Schwerpunkt bei den Investitionen bleibt der Erhalt und die Modernisierung des vorhandenen Wohnungsbestandes", sagt Jörg Kalbas. Der Großteil der rund 1.800 von der GWG vermieteten und verwalteten Wohnungen steht in Niesky, genauer im Stadtzentrum. Hier sollen die Menschen wohnen, einkaufen und ihre Freizeit verbringen. Das hilft auch dem Einzelhandel in der Stadt, ist Kalbas überzeugt. 

Geringer Leerstand an Wohnungen

Die Kleinstadt mit ihren Möglichkeiten und kurzen Wegen, mit komfortablen Wohnungen und viel Grün um die Stadt machen Niesky zu einer gefragten Wohnadresse. Das zeigt sich am geringen Wohnungsleerstand. Bei der GWG beträgt er rund  sechs Prozent, eingerechnet auch die nicht vermietbaren Wohnungen. Beim anderen Großvermieter in Niesky, der Wohnungsbaugenossenschaft (Wobag) ist der Leerstand auf ähnlich geringem Niveau. Die Genossenschaft investiert ebenso beständig in ihre Wohnungen und das Umfeld. 

Auf der Mieterliste ganz oben steht der Wunsch nach einem Balkon. Das Ehepaar Schöler hat einen. Überdacht und acht Quadratmeter groß. Im Sommer ist er vom Grün der Bäume eingehüllt, im Winter schauen sie aus der dritten Etage auf das Gymnasium. Noch besser ist die Sicht auf der anderen Seite der Wohnung. Vom Wohnzimmer aus liegt ihnen der Zinzendorfplatz zu Füßen. "Jetzt erst sehen wir, was auf dem Platz gebaut wird, nachdem das Laub von den Bäumen gefallen ist", sagt Christiane Schöler. Denn über dem Sommer ist es auch auf dieser Seite grün.  

Das Bad ist klein, aber modern und platzsparend eingerichtet. Mit ebenerdiger Dusche und Klappwänden. So hat auch noch die Waschmaschine Platz.
Das Bad ist klein, aber modern und platzsparend eingerichtet. Mit ebenerdiger Dusche und Klappwänden. So hat auch noch die Waschmaschine Platz. © André Schulze

Der Tochter hinterhergezogen

Schölers sind ein Beispiel für eine deutsch-deutsche Ehe. Sie ist gelernte Verkäuferin und stammt aus Wernigerode. Er ist examierter Krankenpfleger und kommt aus Siegen. Beide wohnten viele Jahre in Nordhausen. Als Christiane Schölers Tochter zu ihrer großen Liebe nach Niesky zog, wurde die Kleinstadt auch für sie und ihren Mann Ernst interessant. "Wir haben uns überlegt, warum ziehen wir meiner Tochter nicht hinterher?", berichtet die 64-Jährige. Bereits im Frühsommer begab sich das Ehepaar auf Wohnungssuche bei der GWG. Dort ist auch ihre Tochter Mieterin. Drei Wohnungen gab es zur Auswahl. Schöler entschieden sich für die am Zinzendorfplatz, im Wohnblock neben der Stadtbibliothek. Görlitz stand für sie auch zur Auswahl. "Aber Görlitz ist uns zu viel Stadt und zu groß. Niesky passt da besser, zumal wir da auch näher bei der Tochter und unserem ersten Urenkel sind", sagt Frau Schöler. Im September folgte der Umzug in eine wirklich neue Wohnung.  

Die Begeisterung ist dem Ehepaar auch nach zwei Monaten Einzug noch anzusehen: "Wir konnten bestimmen, welchen Fußboden und welche Wandfarbe wir haben möchten, ob eine Sitzwanne oder bodengleiche Dusche ins Bad kommt und welche Fliesen verlegt werden", zählt Ernst Schöler auf. Dazu kommt noch der Internet-Anschluss und andere elektrische Bequemlichkeiten. In sein Lob schließt er die sehr gute Arbeit der Handwerker und GWG-Mitarbeiter mit ein. "Wir fühlen uns als neue Mieter in Niesky willkommen", sagt der 74-Jährige.  

Langzeitmieter und Polizeistudenten

Dass man hier gut wohnen kann, bewies der Vormieter der Schöllers. 46 lange Jahre lebte eine Familie in der Wohnung. Sie wurde zwar zwischenzeitlich an die jüngere Generation weitergegeben, aber immerhin spricht das für die Wohnqualität, die nun Schöllers auskosten wollen. Sie sind der Beweis, dass auch Menschen aus anderen Bundesländern nach Niesky ziehen. Und junge Leute, ergänzt Kalbas: Auszubildende und die Studenten der Polizeihochschule Rothenburg haben inzwischen Niesky für sich als Wohnort entdeckt.     

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