merken
PLUS Niesky

Nieskys Großvermieter reduziert Investitionen

Trotzdem erhält ein markantes Gebäude am Zinzendorfplatz eine frische Fassade und ein neues Dach. Und in der Zukunft soll es sogar Neubauten geben.

Einen neuen Anstrich und ein neues Dach soll dieses Jahr das linke Wohngebäude der GWG an der Poststraße bekommen. Die Gebäude rechts wurden 2019 saniert.
Einen neuen Anstrich und ein neues Dach soll dieses Jahr das linke Wohngebäude der GWG an der Poststraße bekommen. Die Gebäude rechts wurden 2019 saniert. © André Schulze

Das Wohngebäude am Zinzendorfplatz, Ecke Poststraße, sollte bereits vergangenes Jahr im Ganzen im neuen Glanz erstrahlen. 2019 wurde die erste Gebäudehälfte an der Ecke Muskauer Straße/Zinzendorfplatz saniert, ein Jahr später sollte das Haus mit den Eingängen Poststraße 2 bis 4 drankommen. Aus wirtschaftlichen Gründen, die Corona-Pandemie war ausgebrochen, schob die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) das Vorhaben ein Jahr weiter. Nun ist es für dieses Jahr vorgesehen, dass die andere Hälfte von der Eckbebauung an der Poststraße eine frische Fassade und vor allem ein neues Dach bekommt.

Für Geschäftsführer Jörg Kalbas ist das in diesem Jahr die größte einzelne bauliche Erneuerung am Wohnungsbestand. Rund 125.000 Euro sind dafür veranschlagt. "Unsere Investitionen gehen dieses Jahr weiter, aber wir müssen die Entwicklung in Gesellschaft und Wirtschaft übers Jahr genauer denn je im Auge behalten und fortlaufend neu bewerten", sagt Kalbas. Somit ist der Investitionsplan der GWG in diesem Jahr übersichtlicher als die Jahre zuvor. Was aber auf alle Fälle auch auf der Liste steht, ist der mit der Wohnungsbaugenossenschaft (Wobag) gemeinsam betriebene Spielplatz in der Ringstraße. Hier geht es in diesem Jahr vor allem um den Ersatz von Holz-Spielgeräten, die kaputt sind und die erforderliche Sicherheit nicht mehr bieten.

Anzeige
Dynamische Verstärkung gesucht
Dynamische Verstärkung gesucht

Zur Verstärkung ihres Teams sucht die A4RES Gruppe Bautzen motivierte Immobilienkaufleute (m/w/d) für die Verwaltung ihrer Objekte.

Auf dem Dachboden wird geheizt

Eine Verbesserung des Wohnkomforts für einige Mieter bringen neue Dachheizzentralen. Eine wurde in der Konrad-Wachsmann-Straße vergangenes Jahr errichtet, eine zweite folgt dieses Jahr. Mit diesen Zentralen, die auf dem Dachboden installiert sind, entfallen die Thermen in den einzelnen Wohnungen, ebenso und damit die separaten Wartungs- und Schornsteinfegerleistungen. Die Wärme und warmes Wasser kommen zentral vom Dachboden zu den Mietern. Zwischen 60- und 70.000 Euro kostet eine Einheit. Die Mieter der Plittstraße sind ebenfalls auf den Geschmack gekommen, dass eine Fahrradgarage vor dem Haus die bessere Wahl ist, als das Fahrrad in und aus dem Keller tragen zu müssen. Dem will die GWG in diesem Jahr nachkommen. Zudem sollen die Standorte für die Müll- und Wertstoffbehälter eine gefällige Einhausung bekommen.

Bis zu seiner Erneuerung gesperrt ist der Holzspielplatz in der Ringstraße. Hier sollen neue Spielgeräte die alten und zum Teil kaputten Geräte ersetzen.
Bis zu seiner Erneuerung gesperrt ist der Holzspielplatz in der Ringstraße. Hier sollen neue Spielgeräte die alten und zum Teil kaputten Geräte ersetzen. © André Schulze

Der Umfang von Wohnungsinstandsetzungen sowie von Gewerberäumen soll dieses Jahr geringer als im vergangenen Jahr ausfallen. Dennoch ist hierfür ein sechsstelliger Betrag vorgesehen. Es wurden über das Geschäftsjahr 2020 hinweg unter anderem 26 Wohnungen vollsaniert, was allein bereits eine Summe von rund 650.000 Euro ausmachte. Die Ausgaben müssen sich im Geschäftsjahr den Einnahmen anpassen - und diese fallen dieses Jahr geringer aus. "Aufgrund geschlossener Geschäfte sind wir mit einigen Inhabern übereingekommen, ihre Miete zu reduzieren, auszusetzen oder zu stunden. Diese Mieteinnahmen fehlen uns aber für Reinvestitionen", sagt Jörg Kalbas. "Es ist eine anhaltend schwierige Situation für beide Seiten."

Ein gutes Jahr abgeschlossen

Rückblickend auf 2020 sagt der Geschäftsführer, dass es angesichts der Corona-Pandemie, "ein gutes Jahr" für die GWG war. Das Bürgerhaus Niesky als Tochterunternehmen der GWG schlägt im Gegensatz dazu mit einem Viertel weniger Umsatz als geplant zu Buche, die Aufwendungen für Personal und Wareneinsatz fallen etwas geringer als geplant aus - durch Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld und staatlicher Hilfen. Bei der GWG bleibt zudem positiv festzuhalten, dass der Wohnungsleerstand übers Jahr weiter reduziert werden konnte: von 6,7 Ende 2019 auf 5,3 Prozent Ende 2020. Die Gesellschaft verwaltet rund 1.800 Wohnungen. Diese gute Bilanz trifft auch auf die WGR Wohnungs-GmbH Rietschen zu, ein Unternehmen der Gemeinde Rietschen und in Verwaltung der Nieskyer GWG. 144 Wohnungen besitzt die WGR. "Wir haben hier einen sehr hohen Vermietungsgrad und werden mit der Gemeinde die Sanierung des Wohnungsbestandes fortsetzen", berichtet Jörg Kalbas.

Überhaupt ist man in der GWG, von kleinen Ausnahmen abgesehen, mit der Vermietungssituation bei Wohnraum zufrieden. "Die Corona-Zeit brachte uns bisher keinen nachweisbaren Anstieg von Mietschulden. Auch Anträge von Wohnungsmietern auf Nachlass oder Stundung kommen selten in der Verwaltung an", schätzt Jörg Kalbas ein. Im Gegenteil, die Nachfrage nach vor allem kleineren Wohnungen ist gestiegen. Nicht jeder Wunsch kann sofort erfüllt werden.

Abhilfe will die GWG mit dem Neubau von Wohnungen schaffen, so die Überlegung des Geschäftsführers. Aber das ist ein Projekt für die nächsten Jahre. "Wenn wir dieses Jahr die Planungsgrundlagen hierfür legen können, sind wir schon gut", bremst Kalbas schnelle Erwartungen. Bedanken möchte sich Jörg Kalbas zu guter Letzt für den täglichen großen Einsatz seiner Mitarbeiter in der GWG und im Bürgerhaus, der ihn auch weiter positiv in die wirtschaftliche Zukunft beider Unternehmen blicken lässt.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Niesky