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Zodlerin bastelt Weihnachtsgrüße aus Papier

Eva Mutscher liebt die persönliche Note. Dafür greift sie zu Schere und Klebstoff und nicht auf die Tastatur ihres Computers.

Auotrin Eva Mutscher aus Zodel bastelt auch Weihnachtskarten.
Auotrin Eva Mutscher aus Zodel bastelt auch Weihnachtskarten. © André Schulze

Die Holzschübe sind voll mit Bastelmaterial. Auf dem Tisch drängeln sich Schleifenband, Buntpapier, Kleinigkeiten zum Dekorieren, Scheren und Klebeband. In Eva Mutschers Bastelstube unter dem Dach ihres Hauses in Zodel ist jetzt die hohe Zeit der Weihnachtskarten. Die Basteleien machen nicht nur ihr eine große Freude, sondern auch den Adressaten dieser bunten Post. Besonders in diesem Jahr.

E-Mails oder SMS-Nachrichten mit Weihnachtsgrüßen zu versenden, das ist ihr zu unpersönlich, sagt die 56-Jährige. Sie liebt und schätzt die traditionelle Art, Freude ins Haus zu schicken: mit einer Briefkarte. "Jede ist ein Einzelstück, so wie auch der Text den ich schreibe", erklärt die Zodlerin. Ihr ist dabei wichtig, eine kurze Bilanz über das zu Ende gehende Jahr zu ziehen. So wird über die Familie erzählt, die Arbeit ihres Mannes als Möbelrestaurator und natürlich über ihr großes Hobby als Buchautorin. Bereits seit 1992 schreibt Frau Mutscher jedes Jahr so eine Zusammenfassung. Nicht nur für Bekannte und Verwandte, sondern auch für sich selbst: "Inzwischen ist daraus eine Chronik geworden über die Familie, die dem Gedächtnis auf die Sprünge hilft."

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Lesungen mussten ausfallen

In diesem Jahr ist dabei öfter das Wort Corona zu lesen, mit dessen Folgen auch Eva Mutscher zu kämpfen hat: "Ich hatte einige Termine für Buchlesungen auch über den Landkreis hinaus, aber bis auf eine im Januar mussten alle anderen abgesagt werden aufgrund der Pandemie." Die Veranstalter wollen das im kommenden Jahr nachholen, versichern sie. Auch wenn der Ausfall für Eva Mutscher nicht existenzbedrohlich ist, fehlen ihr dadurch doch die Kontakte zu ihrer Leserschaft. Auch die Senioren von Kaltwasser und Klein Krauscha hatten sich auf den Lesenachmittag im November gefreut. Der Seniorenverein musste ihn auf bessere Zeiten verschieben.

Eine kleine Auswahl der bunten Weihnachtspost, die Eva Mutscher jedes Jahr in der Adventszeit bastelt, schreibt und verschickt.
Eine kleine Auswahl der bunten Weihnachtspost, die Eva Mutscher jedes Jahr in der Adventszeit bastelt, schreibt und verschickt. © André Schulze

Also hält Eva Mutscher Kontakt mit ihren selbst kreierten Weihnachtskarten. Den Großteil hat sie bereits fertig auf dem Tisch liegen, damit die Briefe noch rechtzeitig zur Post kommen. Um mehr Platz zu haben, verlagerte sie ihre Basteleien auf den großen Tisch im Esszimmer. "Mein Mann ist darüber nicht erbaut gewesen, aber es ist der beste Ort", sagt Eva Mutscher mit einem Schmunzeln. 25 Karten einschließlich Kuverts hat sie in diesem Jahr gebastelt und beschrieben. Der Dank ist ihr dafür gewiss. Vielfach kommen die Dankesworte auch per Post zurück, mitunter auch auf selbst gebastelte Karten geschrieben. "Meine Erfahrung ist, dass sich die Leute über so einen persönlichen Gruß mehr freuen als über Geschenke und Präsente", sagt sie.

Neues Buch vorgestellt

Ein Geschenk hat der Eschenbach-Verlag der Buchautorin in der Adventszeit gemacht. Er schickte ihr neuestes Buch frisch aus der Druckerei nach Zodel. Eva Mutscher spricht von einem "poetischen Märchen vom Losgehen und Ankommen, von Zufriedenheit und Glück". Ein Buch, das in diese Zeit passt und das wie weitere Geschichten und Märchen von Eva Mutscher, Lebensmut verbreiten will. "Konrad im Land Siebenmut" heißt der Titel und es ist ihre bisher längste Geschichte, die der Verlag als Buch herausgegeben hat.

Die Geschichte über Hochmut, Übermut und Wankelmut schrieb Eva Mutscher zu Jahresbeginn auf. Im Frühling beschäftigte sich der Verlag damit und beauftragte eine Illustratorin, die über den Sommer den Worten Bilder gab. Im Herbst ging die Geschichte bereits in Druck mit einer Erstauflage von 2.500 Exemplaren. "So schnell kam noch kein Buch von mir in die Regale", freut sich die Autorin. Im Kopf hat sie bereits die nächsten Geschichten, die sie im neuen Jahr angehen will. Eva Mutscher will eine noch größere Geschichte als die von Konrad schreiben und auch das Thema Weihnachten in einem Buch verarbeiten - für das Fest im kommenden Jahr. Dazu schlummern noch ein halbes Dutzend Geschichten und Märchen aufgeschrieben in ihrer Schreibtischschublade. Auch sie sollen irgendwann gelesen werden.

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