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Zwei Feuerwehren unter einem Dach

Särichen und Mückenhain haben ein neues Depot. Zwei Gemeinden haben das Vorhaben günstig finanziert.

Freitag wird das Gerätehaus der Feuerwehren Mückenhain und Särichen eingeweiht. Wehrleiter Falk Fünfstück (Särichen - links) und André Bucher (Mückenhain) läuten mit der Glocke des Kreisbrandmeisters das Ereignis ein.
Freitag wird das Gerätehaus der Feuerwehren Mückenhain und Särichen eingeweiht. Wehrleiter Falk Fünfstück (Särichen - links) und André Bucher (Mückenhain) läuten mit der Glocke des Kreisbrandmeisters das Ereignis ein. © André Schulze

In Besitz genommen ist das gemeinsame Feuerwehrhaus für die Ortswehren Särichen und Mückenhain bereits. Die beiden Einsatzfahrzeuge stehen in der großzügig gebauten Garage und die Kleidung der Kameraden hängt in den Spinden. Am Freitag wird das Objekt nun offiziell den Feuerwehrleuten übergeben. Fortan rücken beide Wehren vom neuen Standort in Särichen aus.

Die Mückenhainer sind froh, ihren Dienst nicht mehr in einer "Garage mit Stromanschluss" versehen zu müssen, sagt Ortswehrleiter André Bucher. Auch wenn ihr Fahrzeug jetzt im Nachbarort steht, hofft die Wehrleitung, dass die idealen und modernen Bedingungen in dem gemeinsamen Depot dazu führen, dass sich wieder mehr Mückenhainer für den Dienst in der Feuerwehr interessieren.

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"Die Garage und unser über 30 Jahre alter B 1000 hat doch einige Interessierte abgeschreckt", sagt André Bucher. Das Erste hat sich inzwischen grundlegend geändert, das Zweite ist noch ungewiss. Denn für ein neues Feuerwehrfahrzeug für Mückenhain ist die Gemeinde Horka zuständig. Ebenso wie für das neue Feuerwehrhaus, das unter Federführung der Gemeinde Kodersdorf in "interkommunaler Zusammenarbeit" geschaffen wurde.

Zu 90 Prozent gefördert

Diese Zusammenarbeit ermöglichte eine Landesförderung von 90 Prozent. Ohne diese wäre es so schnell nicht zu dem gemeinsamen Depot gekommen. Die Baukosten betragen knapp eine Million Euro. Rund 100.000 Euro müssen die beiden Gemeinden beisteuern plus den Kosten für den Abriss der Scheune, die am neuen Standort vorher stand. Das wurde nicht gefördert.

Das Thema neues Feuerwehrhaus beschäftigte die beiden Kommunen und die Feuerwehren schon einige Jahre. Verschiedene Modelle und bauliche Varianten wurden durchgerechnet. Als man sich auf eine Variante geeinigt hatte, klappte es mit der Förderung nicht. Erst im vergangenen Jahr konnten Kodersdorf und Horka eine 90-prozentige Förderung aus dem Feuerwehrtopf des Landes Sachsen in Anspruch nehmen. Im September 2020 wurde dann der Grundstein zum neuen Feuerwehrhaus gelegt.

Eingezogen sind die Särichener nun am 4. September. Die Mückenhainer folgten eine Woche später. Die Särichener Kameraden hatten zwar bessere Bedingungen als die Mückenhainer. Aber das Feuerwehrhaus am Dorfpark ist ebenfalls in die Jahre gekommen. "Vom Dach bis zu den Toiletten muss vieles neu gemacht werden", sagt Wehrleiter Falk Fünfstück. Deshalb musste abgewogen werden, ob eine Sanierung des vorhandenen Gebäudes oder ein Neubau für die Gemeinde günstiger wäre. Die Entscheidung fiel für den Neubau. "Wir sind seit 15 Jahren dran, die Bedingungen für unsere Kameraden in Särichen zu verbessern", so Falk Fünfstück. Das ist nun geglückt.

Das Depot am Abzweig Mückenhain besteht aus zwei zusammengesetzten Häusern: dem Sozialtrakt und der Halle für zwei Fahrzeuge.
Das Depot am Abzweig Mückenhain besteht aus zwei zusammengesetzten Häusern: dem Sozialtrakt und der Halle für zwei Fahrzeuge. © André Schulze
Der Barkas der Mückenhainer Wehr verliert sich etwas in der großen Halle. Die Kameraden wünschen sich seit Jahren ein modernes Einsatzfahrzeug. Der B 1000 ist über 30 Jahre alt und war einst im Fahrzeugbestand des Waggonbau Niesky.
Der Barkas der Mückenhainer Wehr verliert sich etwas in der großen Halle. Die Kameraden wünschen sich seit Jahren ein modernes Einsatzfahrzeug. Der B 1000 ist über 30 Jahre alt und war einst im Fahrzeugbestand des Waggonbau Niesky. © André Schulze
Mückenhain und Särichen nutzen einen gemeinsamen Raum zum Umkleiden. Für Frauen gibt es separate Räume im neuen Depot.
Mückenhain und Särichen nutzen einen gemeinsamen Raum zum Umkleiden. Für Frauen gibt es separate Räume im neuen Depot. © André Schulze
Hell und groß zeigt sich der Schulungsraum, den beide Ortswehren auch gemeinsam nutzen können.
Hell und groß zeigt sich der Schulungsraum, den beide Ortswehren auch gemeinsam nutzen können. © André Schulze

Wehren bleiben selbstständig

Wenn auch Mückenhain und Särichen von einem gemeinsamen Standort ausrücken, die beiden Ortswehren bleiben eigenständig, ein Zusammenlegen ist kein Thema. Das bekräftigen beide Wehrleiter. Ausschlaggebend ist, dass Mückenhain zur Gemeinde Horka gehört und Särichen zu Kodersdorf. Das bedeutet, dass bei einer Alarmierung nicht automatisch beide Feuerwehrautos losfahren.

Dennoch wollen die Wehren die Synergieeffekte, die dieses Haus bietet, nutzen. Ausgestattet ist es mit einem großen Schulungsraum und entsprechender Technik. Da lassen sich Schulungen und Ausbildung auch gemeinsam durchführen. Denn die Zahl der Mitglieder ist in beiden Wehren überschaubar. Särichen hat 20 aktive Kameraden, darunter eine Kameradin, und Mückenhain 15 Kameraden. Umkleideräume und die sanitären Einrichtungen werden gemeinsam genutzt. Für Frauen ist ein eigener Bereich vorgesehen, der in den bisherigen Feuerwehrhäusern so nicht gegeben war.

Unterstützung vom Kreisbrandmeister

Wenn am Freitagnachmittag das Feuerwehrhaus eingeweiht wird, dann wird eine Feuerwehrglocke im Flur die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie ist das Geschenk vom ehemaligen Kreisbrandmeister Peter Eichler, der sie auch persönlich an die Wand schraubte. Er ebnete maßgeblich für beide Wehren den Weg zu einem neuen Depot. Eichler setzte sich immer wieder für die Belange der Kameraden ein, loben beide Wehrleiter. Ihr Dank gilt aber auch den Gemeinden Kodersdorf und Horka sowie dem Verwaltungsverband, die den langgehegten Wunsch erfüllen konnten.

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