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Eintracht Niesky hat den Abstiegsschock verdaut

Nach dem bitteren Abstieg bleibt der Kern des Teams zusammen. Mit den ersten Testspielen ist der Trainer zufrieden – und kritisiert den Verband.

Von Frank Thümmler
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Eintracht Niesky zog sich gegen die Oberligamannschaft trotz des 0:3 achtbar aus der Affäre. Nachwuchsspieler Niklas Gavin Kleschtzky läuft her Bischofswerdas Kapitän Paul Fromm davon.
Eintracht Niesky zog sich gegen die Oberligamannschaft trotz des 0:3 achtbar aus der Affäre. Nachwuchsspieler Niklas Gavin Kleschtzky läuft her Bischofswerdas Kapitän Paul Fromm davon. © Hans-Ernst Friedrich

Niesky. Eintracht Niesky ist endgültig Ex-Landesligist und hat die Vorbereitung auf die neue Saison in der Landesklasse Ost aufgenommen. Das Wichtigste: Auseinandergebrochen ist das Team nicht – es gibt Grund zur Hoffnung.

Dass der Sächsische Fußballverband das Gnadengesuch der Nieskyer, die wegen ein paar Tausendstel in der Quotientenrechnung in der Oberliga zu Ungunsten von International Leipzig abgestiegen waren, ablehnen würde, war fast allen klar. Die lapidare Antwort aus Leipzig: Allen Vereinen sei bewusst gewesen, dass es so kommen könnte. Jetzt, hinterher, etwas zu ändern, sei nicht möglich.

Letztlich hatte auch die Mannschaft damit gerechnet und ist im Kern zusammengeblieben. Verlassen haben den Verein Torwart Paul Engelmann (SC Freital), Patrick Meier (Wacker Nordhausen), Marc Fischer (SV Kodersdorf), Aaron Ritter (SV Gebelzig), Gustavo Dos Santos Oliveira (Unbekannt), Clemens Russek (Pause) und Billy Zieschang (2. Männermannschaft).

Zieschangs Abgang ärgerlich

Vor allem der Abgang des Mittelfeldtalents Billy Zieschang ärgert den Trainer Enrico Kuntke: „Das tut wirklich weh, ist aber ausschließlich arbeitsbedingt. Er geht in Schichten arbeiten, würde auch an drei von vier Wochenenden für die Spiele fehlen. Da macht es natürlich keinen Sinn.“

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Die Nieskyer müssen ihren Kader jetzt vor allem in der Breite wieder auffüllen, haben besonders auf der Torwartposition Handlungsbedarf. Einige Probespieler trainieren bereits in Niesky mit und kamen auch in den beiden ersten Testspielen zum Einsatz. Mit wem sich Eintracht über eine Zusammenarbeit einigt, ist noch offen. Voraussichtlich am kommenden Wochenende soll es erste offizielle Neuverpflichtungen geben.“

Rein spielerisch sieht Kuntke sein Team auf einem guten Weg. „Man sieht, dass einige Automatismen drin und wir ziemlich fit sind. Wir können schon an Details arbeiten. Alle haben Spaß, trotz der kurzen Pause. Stimmung und Einsatzbereitschaft sind gut.“ Das haben auch die ersten Testspiele gezeigt. Gegen den Kreisoberligisten Gelb-Weiß Görlitz gab es ein klares 7:0, es war eher ein Zwei- als Ein-Klassenunterschied zu sehen.

Und am Freitag war Oberligist Bischofswerdaer FV zu Gast – Trainer Robert Koch hatte sich seiner Nieskyer Kumpel erinnert und angefragt. „Für uns ist das natürlich eine tolle Sache, es waren auch relativ viele Zuschauer da“, sagt Enrico Kuntke. Das Endergebnis von 0:3 spiegelte aus seiner Sicht am Ende nicht einmal die Kraftverhältnisse auf dem Rasen wieder – Eintracht war besser, als es das Ergebnis aussagte. „Vor der Pause hat Bischofswerda aus vier Chancen drei Tore gemacht, dabei zwei klare Fehler von uns ausgenutzt. Diese Effektivität hat uns gefehlt.“

Beim Saisonziel zurückhaltend

Die Nieskyer hatten selbst zwei gute Chancen, konnten diese aber genauso wenig nutzen wie Möglichkeiten in der noch ausgeglicheneren zweiten Halbzeit, in der Bischofswerda zwar noch einmal den Pfosten traf, aber nach vielen Wechseln sonst nur selten torgefährlich wurde. Leistungsmäßig fühlen sich die Nieskyer auch jetzt noch der Landesliga näher als der Landesklasse, was die Frage aufwirft, ob der sofortige Wiederaufstieg das erklärte Saisonziel sein wird.

„Diesen Druck haben wir nicht. Aufsteigen ist ja immer schwieriger als nicht absteigen. Laut Vorstand sollen wir unter den Top5 mitspielen und uns weiter entwickeln. Als Mannschaft sind wir da etwas ehrgeiziger, wollen zeigen, dass wir in die Landesliga gehört hätten“, sagt Enrico Kuntke.

Dass jetzt die Pause derart kurz ist und die Saison vor allem mitten in den Sommerferien beginnt, kritisiert der Nieskyer Trainer. „Das ist eine Katastrophe vom Verband, dass man in der dritten Ferienwoche mit den Pflichtspielen beginnt. Da sind bei uns sieben, acht Spieler in Urlaub, was man ihnen nicht verdenken kann. Schließlich sind viele der jungen Spieler auch an die Schulferien gebunden.“

Los geht es für die Nieskyer mit einem Landespokalspiel beim Landesklasse-Mitte-Vertreter Hartmannsdorf, wo die Eintracht-Kicker unbedingt weiter kommen wollen. Schließlich könnte der Sachsenpokal Saisonhöhepunkte bieten. Eine Woche später muss Eintracht zum ersten Punktspiel zum Derby nach Weißwasser, immer noch mitten in den Ferien. Deshalb wird auch jetzt fleißig weiter getestet. Am Dienstagabend fahren die Nieskyer zum Test beim Kreisoberligavertreter Ralbitz/Horka, am nächsten Sonnabend empfangen die Eintracht -Kicker die U19-Mannschaft von Energie Cottbus – in der Mittagshitze ab 12 Uhr.