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Warum trotz Abstiegskampf in Niesky niemand nervös ist

Mit acht Punkten aus zehn Spielen steckt Fußball-Landesligist Eintracht Niesky im Tabellenkeller fest. Aber es gibt Gründe dafür.

So steht Paul Seifert derzeit oft an der Seitenlinie.
So steht Paul Seifert derzeit oft an der Seitenlinie. © H. E. Friedrich

Niesky. Acht Punkte aus zehn Spielen, Tabellenplatz 17 in der 20 Mannschaften umfassenden Fußball-Landesliga – bei Eintracht Niesky müsste der Haussegen schief hängen. Schließlich wird die Liga reduziert, aller rechnen mit fünf, sechs Absteigern. Und Niesky würde im Moment dazugehören.

Aber: Eintracht-Trainer Paul Seifert erzählt etwas ganz anderes: „Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, alle sind mit Ehrgeiz bei der Sache. Und zu unserem Fahrplan fehlen nur drei, vier Punkte.“ Der junge, erst 34-jährige Trainer führt mehrere Gründe für die magere Punktausbeute der ersten Spiele auf: „Wir hatten einen großen personellen Umbruch mit dem Ziel, die jungen Spieler aus dem eigenen Verein heranzuführen. Wenn dann viele der gestandenen, erfahrenen Spieler ausfallen, ist das natürlich ein Riesenproblem.“

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Der Kader sei von ursprünglich 25 auf derzeit 15 Spieler zusammengeschrumpft. Ausfälle wie die von Odrzywolski, Richter, Pluta, aktuell auch Schneider und Meier seien einfach nicht zu kompensieren. Die jungen Spieler werden viel zeitiger ins kalte Wasser geworfen als geplant, müssen Verantwortung übernehmen. „Und in acht der zehn Spiele waren wir von der Leistung insgesamt har gut. Aber im Fußball entscheiden nun mal die Tore. Und da haben wir vorn zu wenige Chancen genutzt und hinten zu viele individuelle Fehler gemacht. Auch fehlt uns ein wenig Schlachtenglück. Sonst stünden wir besser da“, sagt Seifert.

Zweifel an seiner Mannschaft aber hat der Fußballtrainer nicht. Die Mannschaft sei gut zusammengestellt, auch von den Charaktereigenschaften der Spieler her. Bis auf ganz wenige Ausnahmen habe die Moral in jeder Partie gestimmt. Einige Spieler hätten ihn überzeugt. „Wilhelm Wilker ist sogar eine echte Überraschung für mich, ihm fehlt nur noch die Abgeklärtheit vor dem Tor“, sagt Seifert. Dazu kämen der junge Florian Zieschang, der Bautzener Neuzugang Tom Müller und auch Sebastian Berg, der mit seiner Erfahrung die Abwehr zusammenhält.

Mit 13 Spielern nach Freital

Momentan sind die Personalprobleme bei den Nieskyern aber riesig. Am Sonnabend zum Staffelfavoriten nach Freital fahren die Oberlausitzer mit 13 Kickern. Und da sind schon Spieler aus der Zweiten dabei“, sagt Seifert, wissend, dass ein Punktgewinn eine Riesenüberraschung wäre. „Wir wollen da so eklig wie irgend möglich sein.“ Wichtiger sei aber das Spiel gegen Wilsdruff eine Woche später.

Überhaupt folgen in den kommenden Wochen einige Partien gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte, gegen die sich die Nieskyer mehr Punkte ausrechnen. Seifert sagt: „Unser Ziel ist es letztlich aber, in der Hinrunde mit den 20 Mannschaften an Platz 14 dranzubleiben. Wir sind überzeugt davon, in der Rückrunde, wenn die Mannschaften der unteren Tabellenhälfte in einer Runde um den Klassenerhalt aufeinandertreffen, ein ganzes Stück weiter zu sein und dann die nötigen Punkte einzufahren.“

Die Rechnung könnte aus rein sportlicher Sicht aufgehen. Als großes Damoklesschwert schwebt aber erneut die Corona-Pandemie über der Saison. Wenn viele Spiele abgesagt werden müssen und am Ende die Rückrunde nicht gespielt werden könnte, stünden die Nieskyer womöglich als Absteiger da. Noch gibt es im Team keine aktuellen Fälle (anders als etwa beim Handball in Görlitz und beim Eishockey in Niesky), auch keine 3-G-Regel für die Spieler.

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„Im Verein haben wir das so geregelt, dass jeder Spieler mit Erkältungssymptomen einen Corona-Selbsttest durchführt, bevor er am Training oder Spiel teilnimmt“, sagt Paul Seifert. Schon bald könnte dies aber von einer neuen Realität überholt sein.

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