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Ein Trainer mit vier Sachsenmeistern

Philipp Schober ist nicht nur selbst ein Spitzen-Springreiter. Der Rothenburger kann sein Wissen auch gut weitergeben.

Von Frank Thümmler
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Hier wird eigentlich viel trainiert, diesmal aber gefeiert: Die Sachsenmeister Gerd Schulze, Lene Nittasch, Charlotte Hillmann und Marvin Jüngel gratulierten ihrem Trainer Philipp Schober (Mitte).
Hier wird eigentlich viel trainiert, diesmal aber gefeiert: Die Sachsenmeister Gerd Schulze, Lene Nittasch, Charlotte Hillmann und Marvin Jüngel gratulierten ihrem Trainer Philipp Schober (Mitte). © privat

Rothenburg. Das war mal eine Grillparty. Philipp Schober hatte auf seinen Rothenburger Reiterhof geladen. Und er, selbst sechsmaliger Sachsenmeister im Springreiten, feierte in gemütlicher Runde mit vier anderen Sachsenmeistern im Springreiten, denen er als Trainer auf ihrem Weg zu diesem Leistungsniveau entscheidend weitergeholfen hat.

Die vier geladenen Sachsenmeister bedankten sich zünftig mit einer riesigen Creme-Torte mit der Aufschrift: „Glückwunsch Meister-Trainer von Charlotte, Lene, Gerd und Marvin“. Und da war Schober, der seine Erfolge nie an die große Glocke hängt und auch für diese Geschichte in der Zeitung überredet werden musste, dann doch ein wenig gerührt.

Als Trainer auch außerhalb Sachsens gefragt

Sportinteressierte kennen Philipp Schober seit vielen Jahren als einen der besten Springreiter Sachsens, der als 13-Jähriger vor über 20-Jahren sein erstes S-Springen in Horka gewinnen konnte und über die Jahre viele Erfolge, auch auf internationalem Niveau feiern konnte. Mit Unterstützung seines Mentors machte der Rothenburger sein ursprüngliches Hobby zum Beruf, wagte schließlich auch den schweren Schritt in die Selbstständigkeit.

Selbst Pferde voranzubringen, damit wertvoller zu machen und unter Umständen auch gewinnbringend zu verkaufen, bleibt das wichtigste Standbein. Erst im Juli konnte Schober zum Beispiel bei einem internationalen CSI2*-Turnier im polnischen Baborowko zwei Springen auf Guessina gewinnen. Aber Philipp Schober braucht weitere Standbeine, wird auch über Sachsen hinaus für Lehrgänge gebucht und ist auch Trainer. Und auch das scheint der 34-Jährige richtig gut zu können.

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Seine Schützlingen überraschten Philipp Schober mit einer Torte
Seine Schützlingen überraschten Philipp Schober mit einer Torte © privat

Hinter den vier Namen auf der Torte verbergen sich Charlotte Hillman, Lene Mittasch, Gerd Schulze und Marvin Jüngel, die allesamt in den vergangenen Monaten in ihren Wettkampfklassen Sachsenmeister wurden.

Die Krauschaerin Charlotte Hillmann wurde Sachsenmeisterin bei den Junioren. Sie trainiert seit etwa einem Jahr in Rothenburg, ist Anfang des Jahres sogar mit ihren Pferden hierher gezogen, nachdem sie zuvor auf dem Görlitzer Rosenhof gute Grundlagen von Tina Kage erhalten hatte. „Sie ist ehrgeizig und fleißig“, sagt Schober, der schnell erkennt, ob jemand das nötige Einfühlungsvermögen für das Pferd und Distanzgefühl mitbringt.

Mit 58 Jahren der erste Sieg im S-Springen

Lene Nittasch ist erst 13 Jahre alt, reitet für den SV Baschütz bei Bautzen und hat bei den U14-Sachsenmeisterschaften auch alle Jungs hinter sich gelassen. „Sie kommt schon ein paar Jahre zu mir, erst auf Ponys. Da guckt man auf den Sitz, die Einwirkung, auf das Rhythmusgefühl, das Distanzgefühl, inzwischen auf das richtige Arbeiten der Pferde“, erklärt der Trainer. Das Bautzener Mädchen scheint es gut umzusetzen.

Gerd Schulze aus Reichenbach ist praktisch der Gegenpol zu Lene Nittasch: 58 Jahre alt, seit unzähligen Jahren auf den Turnieren der Region unterwegs und dieses Jahr mit einem Leistungssprung, bedingt auch durch sein neues, leistungsfähiges Springpferd Ustinov, aber eben auch durch ständige reiterliche Weiterentwicklung. „Gerd ist schon seit 20 Jahren bei mir, und ich freue mich für ihn, dass er jetzt sein erstes S-Springen gewinnen konnte“, sagt Schober. Und das gleich bei den Sachsenmeisterschaften der Amateure.

Am Wochenende geht es nach Görlitz

Gerd Schulz beschreibt, warum es ihn immer wieder zu Philipp Schober nach Rothenburg zieht: „Erstens kann man gut verfolgen, wie die Reiter, die bei ihm trainieren, immer besser werden, sie vorankommen. Das ist schon mal beste Werbung. Und tatsächlich schafft es Philipp immer wieder, Lösungsansätze zu finden, wenn man mit dem Pferd selbst nicht mehr weiterkommt, und gibt einem ganz viele Tipps, was man verbessern kann.“

Der vierte im Bunde der aktuellen Sachsenmeister, Marvin Jüngel, ist eigentlich den Schützlings-Schuhen längst entwachsen. Er war als Schüler zu Philipp Schober gekommen. Der Rothenburger hat ihn viele Jahre begleitet und besser gemacht. Inzwischen ist Jüngel selbst auf dem besten Weg zu einem professionellen Reiter bei sich zu Hause nahe Kamenz. „Es ist eine Freundschaft entstanden. Wir tauschen uns nach wie aus, bereden viele Dinge am Telefon und geben Ratschläge“, sagt Philipp Schober.

Am Wochenende starten er und Philipp Schober als Konkurrenten – nein gemeinsam – beim großen Springturnier auf dem Rosenhof Görlitz. Beide haben für die „Große Tour – also die hochdotierten Hauptspringen gemeldet. Anfeuern durch die heimischen Fans ist erwünscht. Und auch Gerd Schulze wird am Start sein, bei der Prüfung für Amateure.

Zeitplan: www.rosenhof.eu