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Stahlbau-Veteranen sagen Treffen ab

Tradition weicht der Corona-Krise. Und den wirtschaftlichen Veränderungen in Niesky.

Im vergangenen Jahr sammelten die ehemaligen Stahlbauer noch Unterschriften für einen Offenen Brief zum Erhalt ihres früheren Betriebes. In diesem Jahr fällt das Treffen aus.
Im vergangenen Jahr sammelten die ehemaligen Stahlbauer noch Unterschriften für einen Offenen Brief zum Erhalt ihres früheren Betriebes. In diesem Jahr fällt das Treffen aus. © André Schulze

Noch vor einem knappen Jahr kämpften die früheren Stahlbaumitarbeiter mit einer Unterschriftensammlung um den Erhalt ihres in die Insolvenz gegangenen Betriebes. Jetzt wird das erneut anstehende Traditionstreffen komplett abgesagt.

Egbert Stephan, einem der bisherigen Initiatoren und früherem Projektleiter, fällt es nicht leicht, auf das Wiedersehen mit den ehemaligen Kollegen zu verzichten. Leider gehe die Stahlbauära nun auch für die Veteranen des einstigen Nieskyer Vorzeigebetriebes zu Ende. Und damit leider auch die traditionellen Treffen. Vorerst macht Egbert Stephan den Ausfall der für den 10. Oktober im Bürgerhaus geplanten Veranstaltung an den Einschränkungen der Corona-Krise fest. Auch die Senioren-Weihnachtsfeier der früheren Stahlbauer werde nicht stattfinden, so Stephan. Ob es in den darauffolgenden Jahren wieder Stahlbauertreffen geben wird, dürfte allerdings nicht sicher sein.

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Insolventer Stahlbau war nicht mehr zu retten

Im Herbst 2019 hatten mehr als hundert ehemalige Mitarbeiter des Betriebes auf sich aufmerksam gemacht, als sie in einem offenen Brief an die Geschäftsführung des Mutterkonzerns, der DFA Industriemontagen Meerane, dazu aufriefen, das Betriebsgelände in Niesky zu verkaufen und damit den Weg frei zu machen für den Neuanfang mit einem neuen Investor.

Dazu kam es jedoch nicht. Die Insolvenz des Nieskyer Stahl- und Brückenbaus nahm ihren Lauf, die zur Jobvermittlung der Mitarbeiter ins Leben gerufene Qualifizierungsgesellschaft endete Mitte Juli. Das Insolvenzverfahren dauert trotzdem noch an, da Insolvenzverwalter Ralf Hage noch ausstehende Gelder für längst abgearbeitete Aufträge einzuklagen hofft. Am 16. März hatte der Stahlbau-Nachfolger, die Stahl Technologie Niesky GmbH, ihren Betrieb auf dem Gelände an der Muskauer Straße aufgenommen.

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