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Niesky
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Unbekannte randalieren am Ehrenmal in Niesky

Ausgerechnet am 8. Mai werden die Blumenschalen an der Gedenkstätte für die rund 1.200 gefallenen Soldaten der Roten Armee umgeworfen. Die Nieskyer Oberbürgermeisterin reagiert sofort.

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Unbekannte haben am Montagmorgen am Ehrenhain für Gefallene der Roten Armee in Niesky randaliert und die Blumenschalen umgeworfen.
Unbekannte haben am Montagmorgen am Ehrenhain für Gefallene der Roten Armee in Niesky randaliert und die Blumenschalen umgeworfen. © Stadt Niesky

Am 8. Mai vor 78 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Mit vielfältigen Veranstaltungen wurde daran zwischen Görlitz und Niesky gedacht.

In Niesky aber hatten Unbekannte ganz anderes im Kopf. Wie die Stadtverwaltung gegenüber der SZ mitteilte, wurde der städtische Bauhof gegen 9 Uhr darüber informiert, dass die Bronzeschalen am Sowjetischen Ehrenmal in Niesky umgestürzt worden waren. Bauhof-Chef Kai-Uwe Börstler fuhr nach eigenen Angaben sofort mit zwei Mitarbeitern zu der Gedenkstätte Am kurzen Haag, dokumentierte die Zerstörungen für die Meldung an die Polizei und stellte die Schalen wieder auf. So konnte auch in Niesky das Gedenken stattfinden, zu dem traditionell die Linkspartei aufruft.

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Nieskys Oberbürgermeisterin Kathrin Uhlemann zeigte sich im Namen der Stadt und des gesamten Stadtrates "zutiefst erschüttert und beschämt über die neuerliche Schändung und Schädigung des sowjetischen Ehrenhains". Anfang März waren Bilder von Gefallenen, die durch Angehörige aufgestellt wurden, mutwillig zerstört worden.

Bei den Kämpfen um Niesky im Frühjahr 1945 sind rund 1.200 Soldaten aus den verschiedenen Republiken der Sowjetunion gefallen. Ihnen wird mit dem Ehrenmal in Niesky gedacht.
Bei den Kämpfen um Niesky im Frühjahr 1945 sind rund 1.200 Soldaten aus den verschiedenen Republiken der Sowjetunion gefallen. Ihnen wird mit dem Ehrenmal in Niesky gedacht. © Stadt Niesky

Sie habe dafür kein Verständnis. "Die Schändung macht uns betroffen, und wir möchten uns gegenüber den Angehörigen, gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern, die dieses Gedenken an die Gefallenen ehren, entschuldigen", erklärte die Oberbürgermeisterin. "Die Schändung stärkt und schärft unser Bewusstsein für einen gesellschaftlichen Frieden, den wir in unserer Mitte bewahren und pflegen müssen. Deutlicher hätte man daran heute nicht erinnern können."

Frau Uhlemann kündigte an, ab kommendem Jahr als Stadt Niesky zu dem Kriegsgedenken einzuladen und so auch wieder ein breiteres Publikum anzusprechen. (SZ)