merken

Nieskyer Abiturienten bauen an der Energiewende mit

Zusammen mit der TU Dresden und der Kringelsdorfer SKM. Vorteile haben alle davon.

© André Schulze

Von Steffen Gerhardt

Niesky. Wie lässt sich ein Industrieprodukt am besten vermarkten? Dieser Frage ging der Wirtschaftskurs der Zwölfer am Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium seit Schuljahresbeginn nach. Nun haben die elf Teilnehmer ihr Ergebnis mit allen seinen Vor- und Nachteilen präsentiert. Dabei nahmen sich die Gymnasiasten kein Fantasieprodukt vor, sondern etwas Reales, auch wenn es noch nicht gebaut ist. Aber das Neugierigmachen fängt oft schon vor der Produktion an – und da liegen die Schüler im passenden zeitlichen Rahmen.

An ihrer Seite haben sie das Kringelsdorfer Unternehmen SKM. Für die Hersteller von Porenbeton-Bauelementen ist SKM ein wichtiger Partner im Entwickeln, Produzieren und Erneuern von Maschinen und Anlagen. Aber auch auf einem anderen Gebiet sind die Kringelsdorfer sehr aktiv: Am Entwickeln von Energiespeichern für die Zukunft. Geschäftsführer Steffen Söll spricht von einem rotationskinetischen Speicher (RKS). „Die Menge des produzierten Stromes aus Wind und Sonne schwankt wetterabhängig sehr stark. Deshalb entwickeln wir gemeinsam mit einem Forscherteam von der TU Dresden und vier weiteren Partnern einen innovativen rotationskinetischen Speicher.“

Das seit November 2016 laufende Projekt hat zum Ziel, die Kapazität eines solchen Speichers auf bis zu 500 Kilowattstunden zu erhöhen. Das ist ein Vielfaches der Kapazität gegenüber bisher verfügbaren Schwungmasse-Speichern, sagt Steffen Söll. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Ende nächsten Jahres soll ein Prototyp fertig sein.

Diese Phase der Entwicklung können die Nieskyer Gymnasiasten in ihrem Wirtschaftskurs mitverfolgen. Die am Donnerstag erfolgte Präsentation der Ergebnisse ist bereits die elfte ihrer Art. Seit elf Jahren ist, wie die Berufsakademie Bautzen, auch SKM ein fester Partner für die Kursteilnehmer. Sarah Becker, Projektleiterin bei den Zwölfern, schätzt diese Zusammenarbeit. „Einerseits haben wir durch SKM praktischen Einblick in die Wirtschaft und bei der Berufsakademie bekommen das Wissen in Vorträgen und Vorlesungen vermittelt“, erzählt die Gymnasiastin. Auch wenn der Wirtschaftskurs Bestandteil des Unterrichts in der 12. Klasse ist, hängt doch einiges an Freizeit mit dran. So führte der Weg die Schüler öfters nach Bautzen und Kringelsdorf, zudem trafen sie sich jeden Donnerstag, um ihr eigenes Projekt umzusetzen. Durch das enge Miteinander mit SKM wurde die Idee geboren, diesen Speicher zum Thema zu machen.

Denn noch etwas anderes treibt den Wirtschaftskurs an: die Energiewende im Zusammenhang mit dem Wirtschaftsstandort Lausitz. Da passt so ein innovatives Produkt zum Speichern von Energie hervorragend hinein. Das Schülerprojekt kommt zu dem Ergebnis: „Wir haben es mit einem zukunftssicheren Produkt zu tun, zumal erneuerbare Energien an Bedeutung gewinnen“, so Sarah Becker. In Bezug auf die Vermarktung kamen die Kursteilnehmer zu der Erkenntnis, dass dieser Speicher die größte Wirkung auf Fachmessen hat. Dort wird er von einem speziellen Publikum in Augenschein genommen.

Aber noch ist es nicht soweit. Für die Gymnasiasten ist das gut so, denn jetzt können sich die Elfer mit diesem Thema weiter beschäftigen. In einem Jahr werden sie ihr Projekt innerhalb des Kurses Wirtschaft vorstellen. Dann wird vielleicht schon etwas Handfestes von diesem Energiespeicher zu sehen sein.

Osterüberraschung