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Nieskys Gesundheitszentrum wächst

Am Krankenhaus entsteht eine Nachsorgeeinheit. Die Praxis der Wehnerts wird im Facharztzentrum weitergeführt.

© André Schulze

Von Carla Mattern

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Für zwei Stunden hält Dr. med. Dirk Meisel heute im Nieskyer Krankenhaus Sprechstunde. Der Dresdner arbeitet als Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, also auf den Bauchraum spezialisiert, und als Notarzt am Diakonissenkrankenhaus in Dresden. Zum zweiten Mal steht er heute für Patienten aus Niesky und der Umgebung bereit. Neben der Sprechstunde, die Patienten Wege in andere Häuser ersparen soll, wird er auch als Operateur und als Ausbildungsarzt in Niesky zum Einsatz kommen. „Neben Oberarzt Dr. Bernd Naumann ist Dr. Dirk Meisel ein weiterer Arzt aus Dresden, der die chirurgischen Leistungen am Krankenhaus Emmaus unterstützt und das Sprechstundenangebot für die Nieskyer Bevölkerung erweitert“, sagt Victor Franke, Pressereferent am Diako Dresden.

Das ist nicht die einzige Neuerung, die die Diakonissenanstalt Dresden, kurz Diako, für ihren Krankenhausstandort in Niesky in diesem Jahr geplant hat. Im vierten Quartal wird eine sogenannte Nachsorgeeinheit eingerichtet. Pflegedienstleiterin Susanne Dunger erklärt, worum es dabei geht. Es gibt Patienten, deren Behandlung medizinisch abgeschlossen ist, die sich aber nicht in dem nötigen Umfang alleine kümmern können“, sagt sie. Das können Alleinstehende sein, Rentner, aber auch Patienten, die keinen Pflegegrad bekommen, sich aber trotzdem zu Hause anfangs ohne Unterstützung nicht behelfen können. Solche Patienten sollen beispielsweise mit physiotherapeutischen oder ergotherapeutischen Angeboten und Schulungen durch das Patienteninformationszentrum am Krankenhaus auf die Entlassung vorbereitet werden. Wer also nach dem Krankenhausaufenthalt nicht zur Reha geht, aber auch noch nicht nach Hause kann, der soll in dieser Nachsorgeeinheit betreut werden. Dazu wird zurzeit geprüft, ob die Patienten im Krankenhaus dezentral untergebracht werden, oder für sie sogar ein eigener Bereich eingerichtet werden kann. Noch sind auch Gespräche im Gange, wie das Angebot finanziert werden kann, so Susanne Dunger. Solch eine Nachsorgeeinheit am Krankenhaus anzusiedeln, ist Teil des Modellprojekts „Lokales Gesundheitszentrum Niesky“. „Wir haben die große Chance, etwas Neues umzusetzen“, sagt die Pflegedienstleiterin. Das sei auch deshalb wichtig, weil der Trend im Gesundheitswesen dahin gehe, ambulant vor stationär zu behandeln, so der leitende Chefarzt am Krankenhaus Niesky, Dr. Uwe Scholze. Mit dem im März 2017 eingeführten sogenannten stationsübergreifenden Belegungsmanagement ist das auch von der Kapazität her möglich.

Die wichtigste Neuerung in diesem Jahr ist allerdings die Erweiterung des Facharztzentrums Niesky. Unter dem Dach der Mitte Januar gegründeten Firma Facharztzentrum an der Diako Trägergesellschaft GmbH wird die Gemeinschaftspraxis von Sonnhild und Berndt Wehnert ab 1. April weitergeführt. Die Fachärzte für Allgemeinmedizin und HNO haben mit der Diako die Übergabe verhandelt, die Niederlassungssitze gehen mit Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen an das Facharztzentrum Niesky über. Für die Patienten ändert sich nichts. Beide Ärzte praktizieren mit ihrem Team weiter in den Räumen an der Bautzener Straße. In der Hausarztpraxis wird künftig Dr. med. Eva-Maria Kantz mitarbeiten. Die Internistin stammt aus Niesky und wechselt vom Krankenhaus dahin. „Das ist eine zukunftsträchtige Lösung für uns, die sicherstellt, dass die Praxis auch ohne uns später fortgeführt wird“, sagt Berndt Wehnert und ergänzt, dass diese Lösung auch für die Praxismitarbeiterinnen und die Patienten gut sei und aus seiner Sicht faire Verhandlungen zu fairen Konditionen geführt wurden.

Ein wichtiges Projekt am Krankenhaus wird in diesem Jahr noch nicht starten: der Umbau der Notaufnahme. Die Finanzierung sei aber gesichert, teilt Verwaltungsdirektor Matthias Schröter mit. Neben der Erweiterung der Notaufnahme werden auch die Funktionsdiagnostik und der Sprechstundenbereich im Erdgeschoss neu strukturiert sowie die Brandschutztechnik im gesamten Haus modernisiert. Gebaut werden soll bei laufendem Betrieb, wodurch die Versorgung der Patienten gewährleistet bleibt. Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen etwa sieben Millionen Euro, davon werden 80 Prozent über Fördermittel finanziert, 20 Prozent übernimmt der Träger – die Diakonissenanstalt Dresden. „Das Investitionsvorhaben ist ein wichtiger Schritt für die Sicherung des Krankenhausstandortes“, so der Verwaltungsdirektor.