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Alaphilippe schon wieder in Gelb

Nach dem von Stürzen geprägten Auftakt der Tour de France lässt der Franzose seine Landsleute jubeln. Ein Deutscher ist dagegen schon nicht mehr dabei.

Das Ende eines „perfekten Tages“ für Julian Alaphilippe: Der Franzose gewann am Sonntag in Nizza die zweite Etappe der 107. Tour de France und schlüpfte wieder ins Gelbe Trikot des Gesamtführenden.
Das Ende eines „perfekten Tages“ für Julian Alaphilippe: Der Franzose gewann am Sonntag in Nizza die zweite Etappe der 107. Tour de France und schlüpfte wieder ins Gelbe Trikot des Gesamtführenden. © dpa/Pool Tour De France

Nizza. Von seinen Emotionen übermannt weinte Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe nach dem großen Coup auf der berühmten Promenade des Anglais hemmungslos und zeigte mit dem Finger gen Himmel. „Diesen Sieg widme ich meinem Vater“, sagte der Superstar, der die Grande Nation bei der Tour de France nach einer turbulenten Ouvertüre mit Corona-Sorgen und einer Sturz-Orgie erstmals jubeln ließ. Es waren bewegende Momente für den Superstar, der erst vor gut zwei Monaten seinen Vater verloren hatte und nun mit seinem Sieg auf der zweiten Etappe in Nizza auch das Gelbe Trikot an sich riss.

Zu den Gewinnern des Auftakt-Wochenendes gehörte auch die deutsche Hoffnung Emanuel Buchmann, der ohne weitere Schrammen und ohne Zeitverlust bei der ersten Kletterpartie die Tücken an der Cote d’Azur meisterte. „Das hat sich gar nicht schlecht angefühlt. Ich konnte ganz gut mithalten. Bei 100 Prozent bin ich noch nicht, aber wenn ich mich weiter erhole, kann ich eine gute Form haben“, sagte Buchmann: „Das gibt wieder mehr Motivation. Auch die Hüfte hat gehalten. Ich denke, da kann man die Tour anders angehen, als ich vor einer Woche gedacht hätte.“

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Buchmanns Rücken "kaum mehr zu spüren"

Gegen die Wucht von Alaphilippe hatte aber auch Buchmann nichts entgegenzusetzen. Der Held des Sonntags hatte elf Kilometer vor dem Ziel eine seiner unnachahmlichen Attacken gestartet und schließlich den Sprint einer dreiköpfigen Gruppe vor dem Schweizer Marc Hirschi aus dem deutschen Sunweb-Team und dem Briten Adam Yates gewonnen. Ähnlich hatte Alaphilippe vor einem Jahr auf der dritten Etappe triumphiert und anschließend 14-mal das Gelbe Trikot getragen.

So erlebte die Tour einen spektakulären Start, als ob die Umstände nicht schon speziell genug wären. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Verantwortlichen die Maßnahmen noch einmal verschärft. Zuschauer – natürlich nur mit Maske – durften am Straßenrand stehen, doch Zehner-Reihen wie zu früheren Zeiten waren passé. Der Start- und Zielbereich wurde außerdem an den ersten beiden Tagen abgeriegelt, nachdem die Infektionszahlen in den letzten Tagen rapide angestiegen waren.

Die Fahrer leben indes in ihrer eigenen Tour-Welt. Und da kletterte Buchmann problemlos die ersten Berge der ersten Kategorie an der Seite der Top-Favoriten um Vorjahressieger Egan Bernal (Kolumbien) und Vuelta-Champion Primoz Roglic (Slowenien) hinauf. Und auch sonst fühlt sich der Vorjahresvierte zwei Wochen nach seinem schlimmen Sturz bei der Dauphiné-Rundfahrt immer besser. „Ich spüre den Rücken kaum mehr“, sagte Buchmann.

Das können nicht viele Kollegen von sich behaupten, nachdem es zum Auftakt zu einem regelrechten Sturz-Chaos gekommen war. Auf dem „Glatteis des Sommers“ (L’Equipe) waren massenhaft Fahrer zu Boden gegangen. Der erste Regen nach vielen Sommerwochen hatte die dreckigen und teils mit einem Ölfilm bedeckten Straßen zu einer Eislaufbahn verwandelt.

Degenkolb: "Besser, nach Hause zu fahren"

Das wurde auch John Degenkolb zum Verhängnis, für den das Abenteuer in der sogenannten Tour-Blase nach einer Knieverletzung schon beendet ist. Trotz „unfassbarer Schmerzen“ quälte sich der 31-Jährige am Samstag ins Ziel, verpasste aber das Zeitlimit um einige Minuten. Die Tour-Organisation kannte keine Gnade und blieb beim Ausschluss. Degenkolb, der am Sonntag schon im Flieger gen Heimat saß, konnte damit leben: „Für meine Gesundheit ist es besser, nach Hause zu fahren.“

Und auch am Sonntag krachte es. Dauphiné-Sieger Daniel Martinez stürzte genauso wie Ex-Giro-Champion Tom Dumoulin und Buchmann-Helfer Lennard Kämna, den es nun schon dreimal zu Boden riss.

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So rückte das Sturz-Thema wieder in den Mittelpunkt, nachdem tagelang die Corona-Sorgen den Tour-Start überschattet hatten. Auf politischen Druck musste die ASO dabei die Regelung wieder verschärfen, wonach eine Mannschaft ausgeschlossen wird, wenn im gesamten Team inklusive Umfeld innerhalb von sieben Tagen zwei Corona-Positivfälle auftreten. Ursprünglich sollte dies nur die acht Fahrer eines Teams betreffen. (dpa)

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